100 Jahre „neue Abtei“
Kornelimünster Am 12.
Februar 1906 wurden durch den Kölner Kardinal Fischer Benediktiner aus
der deutschen Abtei Merkelbeek (auf der holländischen Seite der Grenze
bei Brunssum) wieder feierlich in Kornelimünster eingeführt. 104 Jahre
zuvor war die alte Reichsabtei durch die damalige napoleonische
Regierung aufgelöst worden. Der Tag – das Fest des Klostergründers
Benedikt von Aniane – war geprägt durch das morgendliche Festhochamt des
Kardinals und am Abend durch eine Pontifikalkomplet des gründenden Abtes
Hermann Renzel. In Kornelimünster blieb zunächst nur ein Voraustrupp von
drei Mitbrüdern, die den Bau des neuen Klosters in der Gemarkung „Auf
der Gallich“. begleiten sollten. Die drei Mitbrüder bezogen zuerst ein
Haus am Ortsausgang bei der Straßenabzweigung nach Venwegen, später
eines an
der unteren Oberforstbacher Str. Das neue Klostergebäude wurde am 21. November
1908 bezogen. Kirchenrechtlich und damit offiziell wurde das Kloster am
14. Oktober 1909 errichtet. Als Gründungstag hat sich aber nicht dieses
Datum, sondern der Tag der Rückkehr der ersten Mönche eingeprägt.

12. Februar 1906
12: Abt Hermann Renzel; 14: Franz Frhr. von Eynatten; 16: Antonius
Kardinal Fischer;
18: Pfr. Kleinermanns, Kornelimünster; 22: Bürgermeister Esser
Die politisch und wirtschaftlich
schwierigen ersten Jahrzehnte, das Ringen um die eigene Identität und –
zumal anfangs – Fragen des Zusammenspiels mit der Pfarrgemeinde führten
erst 1953 zur Erhebung des Klosters zur Abtei. In den Jahren 1951-1956
wurde die Abteikirche gebaut und wenige Wochen nach der Konsekration der
Kirche (2. Mai 1956) mit Abt Bonifatius Becker der erste Abt des
Klosters geweiht (27. Mai 1956).

11. Februar 1951
Grundsteinlegung der Kirche durch Abt Ildefons Schulte-Strathaus,
Siegburg
links: P. Prior Bonifatius Becker (1956-67 Abt, + 1980); P. Siegfried
Zelenka (+ 1985); rechts: P. Theodard Boelaars (+1967); P. Bruno Goertz
(+1972)
Nach den ersten 40 Jahren, die stark
von der Aushilfsseelsorge in den Pfarreien der näheren und weiteren
Umgebung geprägt waren, fand das Kloster von 1948 bis 1988 in einer
Realschule und dem ihr angeschlossenen Internat eine neue Aufgabe. Als
„Haus der Glaubensbegegnung“ hat die Abtei seit 1988 wieder eine neue
Zielrichtung gefunden. Eigene Kursangebote, zahlreiche Einzelgäste, die
eine „Auszeit“ suchen, Fremdkurse über mehrere Tage und Tagesnachfragen
für kirchliche und nichtkirchliche Gruppen sorgen für „Leben“ im
Kloster. Die Website des Klosters ist aktuelle „Klosterzeitung“
für Freunde und Bekannte, ein Medium der geistlichen Verkündigung und
durch das eine wie das andere auch ein Werbeträger.

25. Juli 1982
Abtweihe von Abt Albert durch Bischof Klaus Hemmerle
links: Abtpräses Denis Huerre (Sublazenser Kongregation); rechts:
Abtpräses Laurentius Hoheisel (Beuroner Kongregation)
Mit der Gemeinde Kornelimünster sind
wir Mönche stolz auf die 1000 Jahre benediktinischer Tradion vom 9. bis
ins 19. Jahrhundert. Wir sind dankbar für die 100 Jahre der „neuen
Abtei“. Wir sind zuversichtlich, dass wir zusammen mit der
Propsteigemeinde ein Zeugnis lebendigen Glaubens in die nahe und weite
Umgebung geben können.
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