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Ende der Reichsabtei Kornelimünster
16. August 1802
Am 18. Dezember 1792 rückten erstmals französische
Revolutionstruppen in das Gebiet der Reichsabtei Kornelimünster ein.
Das Münsterländchen hatte. ca. 5000 Mann Einquartierung zu tragen, -
der Ort Kornelimünster allein etwa 1300. Die Mönche, die vor den anrückenden
Truppen geflohen waren, kehrten erst nach einer Niederlage der Franzosen
am 1. März 1793 bei Aldenhoven am 15. März in das Kloster zurück.
Am 24. September 1794 kamen die Franzosen erneut nach
Kornelimünster. Wieder waren die Mönche geflohen. Das Datum kann man
als Ende der weltlichen Herrschaft der Äbte von Kornelimünster
ansehen. Die Abteikirche wurde am 26. Oktober geschlossen und
versiegelt, doch auf Drängen der Bevölkerung bald wieder geöffnet und
dem Kornelimünsteraner Weltpriester Karl Bartholomäus Minderjahn
anvertraut.
Am 6. Mai 1795 kamen die ersten beiden Mönche, de
Laroche und von Büllingen, wieder in die Abtei zurück. In der Folge
lebte die Kommunität in der Sorge, dass die linksrheinischen Gebiete
vom Reich offiziell den Franzosen abgetreten würden. Das geschah schließlich
im Rahmen des Kongresses von Rastatt (9. März 1798). Im Frieden von Lunéville
(1801) wurde die Abtretung völkerrechtlich verbindlich.
Am 9. Juni 1802 verfügte ein Konsularbeschluss
definitiv die Aufhebung der Orden und den Sequester des kirchlichen
Eigentums. Mit der Verkündigung in den betroffenen vier
linksrheinischen Departements am 2. Juli wurde der Beschluss rechtskräftig.
Einen Monat später, am 8. August, erschien der Kommissar Winckens in
Kornelimünster, um die Aufhebung der Abtei und die Übergabe der Güter
durchzuführen. Am 16. August 1802 mussten die Mönche die Abtei
verlassen.
Die zwölf Konventualen hatten sich weder dazu
verstehen können, in einem anderen rechtsrheinischen Kloster
das monastische Leben weiterzuführen, noch waren sie bereit wohl
mangels hinreichender Erfahrung -, eine Pfarrstelle in der neuen Diözese
Aachen zu übernehmen. So zogen sie sich vorwiegend auf die Güter ihrer
Familien zurück und lebten von den ihnen zugestandenen Pensionen von jährlich
600 Francs für die über Sechzigjährigen bzw. 500 Francs für die Jüngeren.
Zwei von ihnen, Ludwig de Laroche und Anton von Seraing, durften sich in
der Abtei einmieten, verließen 1804 aber ebenfalls den Ort. Der
letzte der Kornelimünsteraner Mönche, Ludwig von Büllingen, starb am
26. Juni 1848.
Auf Antrag des Ortsbürgermeisters Lambertz wurde der
katholischen Gemeinde die Abteikirche am 1. September 1802 als
Pfarrkirche überlassen. Die bisherige Leutekirche St. Stephanus
oberhalb des Klosters die Mutterkirche aller Pfarren im Münsterländchen
diente seither nur mehr als Beerdigungskirche. Die Kornelimünsteraner
Heiligtümer wurden vor der Heiligtumsfahrt 1804 am 17. Juni dieses
Jahres durch den letzten Administrator der Abtei, von Horst, der Pfarrei
übergeben. die Abteigebäude wurden 1807 an einen Fabrikanten
Friedrich Kolb verkauft, der eine Tuchfabrik darin einrichtete. Mitte
des 19. Jahrhunderts übernahm der Fabrikant C. Startz das Unternehmen.
Seine Erben veräußerten die Gebäude 1874 an den preußischen Staat,
der sie als katholisches Lehrerseminar nutzte. Heute ist das Land
Nordrhein-Westfalen Eigentümer der Gebäude. Das Land hat in der alten
Reichsabtei eine Sammlung zeitgenössischer Kunst von Künstlern aus NRW
eingerichtet. Ein Teil der Gebäude ist an das Bundesarchiv in Koblenz
(Archiv für Wehrmachtsangehörige) verpachtet.
Abt Albert Altenähr OSB
020813
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