Antonius der Große, 17. Januar
Namenstag unseres Fraters Antonius   

Zwar denkt „alle Welt“ zunächst an den Franziskanerheiligen von Padua, wenn von Antonius die Rede ist, aber der Einsiedler Antonius (um 252-357) ist durchaus kein Unbekannter. Als einer der allersten Mönche und als „Schweine-„ oder „Ferken-Tünnes“ genoss er im Mittelalter hohe Verehrung, von der Kirchenpatrozinien, Kunstwerke und volkstümliche Bildstöcke noch heute zeugen.

Sein Leben hat sein jüngerer Zeitgenosse, der Bischof Athanasius von Alexandrien (um 295–373), in einer Vita beschrieben, die durch Jahrhunderte hindurch zu den Grundtexten der Spiritualität gehörte.

Bei einem Besuch des Gottesdienstes hörte Antonius den Evangelientext über den reichen Jüngling. Er nahm Jesu Wort: „Wenn du vollkommen sein willst, dann verkaufe alles, was du hast, und folge mir nach“ als an ihn selbst ganz persönlich gerichtet, - tat, was er gehört hatte und zog sich weiter und weiter in die Einsamkeit zurück, je mehr die Menschen zu ihm strömten.

Der geistliche Weg des Antonius ist von vielen Anfechtungen begleitet. Das Lebensbild des Athanasius schildert sie so farbig und plastisch, dass die „Versuchungen des hl. Antonius“ späteren Künstlern ein bekanntes Thema wurden (z.B. Hieronymus Bosch; Mathias Grünewald, Max Ernst, Salvador Dali).

Bei aller Sehnsucht und Verwirklichung des Eremitenideals war Antonius den Menschen zugewandt. Um ihn sammelten sich Eremitensiedlungen von Suchenden, die sich von seinem Leben angesprochen fühlten. Belegt ist sein Briefkontakt mit Kaiser Konstantin und dessen Söhnen. Gegen Ende seines Lebens verließ er noch einmal seine Wüsteneinsiedelei, um in Alexandrien gegen die Irrlehre des Arianismus (vgl. das Stichwort im "Glossar" des Heiligenlexikons), der Jesus Christus als ein „Geschöpf“ Gottes betrachtete, zu predigen. Eingeprägt hat sich in die Spiritualität auch der freundschaftliche Besuch, den Antonius dem älteren Einsiedler Paulus (um 228 – um 341) abstattet, um von ihm zu lernen. Paulus gilt als erster Eremit.

Der im 11. Jahrhundert gegründete Antoniterorden widmete sich vor allem der Kranken- und Armenpflege. Als Entgelt hatte er das Privileg, seine Schweine frei herumlaufen zu lassen. Oft wurde in den Dörfern mit öffentlichen Mitteln auch ein eigenes Antonius-Schwein gehalten, das seinen Koben an der Kirche hatte. Um es im Dorf kenntlich zu machen, war ihm ein Glöckchen umgebunden. Zum Festtag des Heiligen wurde es geschlachtet und unter die Armen verteilt.

Das genannte Recht des Antoniterordens und das Brauchtum führten dazu, Antonius als Erkennungsmerkmale in der Kunst das Schwein und eine Bettelglocke zuzuordnen. Als weiteres Attribut ist ihm das Antonius-Kreuz, eine Krücke in T-Form, beigegeben. Das Schwein als Attribut ließ ihn zu einem beliebten Schutzheiligen der Viehhaltung vor allem in ländlichen Gebieten werden. Im Rheinland wird er mit Hubertus, Quirinus und Kornelius in der Gruppe der „heiligen vier Marschälle“ verehrt.

Der berühmte Isenheimer Altar des Mathias Grünewald ist 1505 – 1516 für das Antoniterkloster in Isenheim gemalt worden. Eine seiner Schauseiten ist dem Heiligen gewidmet.

Das koptische Mönchtum Ägyptens hält Antonius hoch in Ehren. In Deutschland hat sich die koptische Mönchsgemeinschaft von Kröffelbach seinem Patronat anvertraut.

Abt Albert Altenähr
030113

Die Bilder dieser Seite:
Holzschnitt aus dem 15. Jahrhundert
Isenheimer Altar, Antonius besucht den Einsiedler Paulus

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