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Egilhard, Abt von Kornelimünster, 25. Mai
Namenstag unseres Fraters Egilhard
Der Name Egilhard ist als Vorname
zumindest heute so selten, dass nur wenige ihn nach dem bloßen Hören
richtig schreiben. Umso interessanter ist es, sich auf die Spur der
Sprachforschung zu begeben. Man erfährt dabei, dass es den Namen in anderen
Wortformen durchaus häufiger, ja gar nicht so selten gibt.
Der Name ist aus zwei Wörtern
zusammengefügt: (1) egga = Schneide oder Schwert (vgl. unser „Ecke“
und auch „Egge“); (2) harti = hart. Ein gut geschmiedetes Schwert zu
haben, das nicht schon beim ersten Gebrauch schartig geschlagen ist oder
gar zerbricht, war in alten Zeiten eine u.U. überlebensnotwendige
Angelegenheit. Ein solides Schwert hatte auf jeden Fall einen in jeder
Richtung sehr hohen Wert. Einem Kind den Namen Egilhard zu geben,
spricht den Wunsch und die Hoffnung aus, dass der Namensträger sich im
Leben zu behaupten und kraftvoll seinen Mann zu stehen weiß.
Die bekanntere Namensform ist heute
Eckard (mit ihren verschiedenen Varianten). Unter den Namensvarianten
finde ich dann auch solche, die mir persönlich eher als Familiennamen
bekannt sind, wie „Eilert“ oder „Ehlers/t“
Die
Person Egilhards taucht für das letzte Viertel des 9. Jahrhunderts als
Abt in den Äbtelisten der Abtei Kornelimünster auf, aber über diese
Listen hinaus ist seine Person und sein Wirken nicht
fassbar. Er soll der achte Abt des Klosters gewesen sein und ist nach
der Überlieferung bei einem Normanneneinfall 881 – 60 Jahre nach dem
Tod des Gründerabtes Benedikt von Aniane - im Wald bei Bergheim
erschlagen worden. Verehrt wird er als Seliger.
Bei Bergheim hat es später eine
Kapelle St. Eulard (oder St. Uhles) gegeben, die am Ort der Erschlagung
Egilhards errichtet worden sein soll und deren Name eine Fortentwicklung
der ursprünglichen Namensform ist. Auch der Name der Gemeinde Elsdorf
(bei Bergheim) wird von Egilhard abgeleitet (Egilhardsdorf
>> E..l....sdorf).
Die
Klostertradition von Kornelimünster weiß um einen Reliquientausch
zwischen Kornelimünster und St. Corneille in Compiègne bei Paris in
der Zeit um 875. Kaiser Karl der Kahle – Enkel Karls des Großen und
Sohn des Kornelimünsteraner Gründungskaisers Ludwigs des Frommen –
habe Kornelius-Reliquien von Compiègne gegen ein Stück des Grabtuches
Jesu, das zu den Stiftungsreliquien Ludwigs des Frommen für Kornelimünster
gehörte, getauscht. Belegt ist die Verehrung dieser Tuchreliquie an
beiden Orten. Das Tuch von Compiègne ist Opfer der Französischen
Revolution geworden, so dass ein moderner, textil-wissenschaftlicher
Vergleich beider Reliquien unmöglich ist. Für Kornelimünster ist der
Korneliustag als Zinstermin erstmals 866 belegt, was nahe legt,
Reliquien des Heiligen bereits für diese Zeit in Kornelimünster
anzunehmen. Wie dem auch sei, es ist wahrscheinlich, dass der Mönch und
spätere Abt Egilhard Zeitzeuge der beginnenden Korneliusverehrung in
Kornelimünster gewesen ist. Ob überhaupt und eventuell welche Rolle er
dabei spielte, muss Spekulation bleiben.
Abt Albert Altenähr
OSB
030116
PS: Die Stadt
Bergheim hat übrigens 2004 eine Straße nach dem seligen Egilhard
benannt.
Bilder:
Normannisches Langschiff, Detail aus dem Bilderteppich von
Bayeux, 11. Jhd.
Kaiser Karl der Kahle, Liuthard-Codex,
842-869
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