Frater Egilhard, 18.5.07Egilhard, Abt von Kornelimünster, 25. Mai
Namenstag unseres Fraters Egilhard 

Der Name Egilhard ist als Vorname zumindest heute so selten, dass nur wenige ihn nach dem bloßen Hören richtig schreiben. Umso interessanter ist es, sich auf die Spur der Sprachforschung zu begeben. Man erfährt dabei, dass es den Namen in anderen Wortformen durchaus häufiger, ja gar nicht so selten gibt.

Der Name ist aus zwei Wörtern zusammengefügt: (1) egga = Schneide oder Schwert (vgl. unser „Ecke“ und auch „Egge“); (2) harti = hart. Ein gut geschmiedetes Schwert zu haben, das nicht schon beim ersten Gebrauch schartig geschlagen ist oder gar zerbricht, war in alten Zeiten eine u.U. überlebensnotwendige Angelegenheit. Ein solides Schwert hatte auf jeden Fall einen in jeder Richtung sehr hohen Wert. Einem Kind den Namen Egilhard zu geben, spricht den Wunsch und die Hoffnung aus, dass der Namensträger sich im Leben zu behaupten und kraftvoll seinen Mann zu stehen weiß.

Die bekanntere Namensform ist heute Eckard (mit ihren verschiedenen Varianten). Unter den Namensvarianten finde ich dann auch solche, die mir persönlich eher als Familiennamen bekannt sind, wie „Eilert“ oder „Ehlers/t“

Die Person Egilhards taucht für das letzte Viertel des 9. Jahrhunderts als Abt in den Äbtelisten der Abtei Kornelimünster auf, aber über diese Listen hinaus ist seine Person und sein Wirken nicht fassbar. Er soll der achte Abt des Klosters gewesen sein und ist nach der Überlieferung bei einem Normanneneinfall 881 –  60 Jahre nach dem Tod des Gründerabtes Benedikt von Aniane - im Wald bei Bergheim erschlagen worden. Verehrt wird er als Seliger.

Bei Bergheim hat es später eine Kapelle St. Eulard (oder St. Uhles) gegeben, die am Ort der Erschlagung Egilhards errichtet worden sein soll und deren Name eine Fortentwicklung der ursprünglichen Namensform ist. Auch der Name der Gemeinde Elsdorf (bei Bergheim) wird von Egilhard abgeleitet (Egilhardsdorf  >>  E..l....sdorf).

Die Klostertradition von Kornelimünster weiß um einen Reliquientausch zwischen Kornelimünster und St. Corneille in Compiègne bei Paris in der Zeit um 875. Kaiser Karl der Kahle – Enkel Karls des Großen und Sohn des Kornelimünsteraner Gründungskaisers Ludwigs des Frommen – habe Kornelius-Reliquien von Compiègne gegen ein Stück des Grabtuches Jesu, das zu den Stiftungsreliquien Ludwigs des Frommen für Kornelimünster gehörte, getauscht. Belegt ist die Verehrung dieser Tuchreliquie an beiden Orten. Das Tuch von Compiègne ist Opfer der Französischen Revolution geworden, so dass ein moderner, textil-wissenschaftlicher Vergleich beider Reliquien unmöglich ist. Für Kornelimünster ist der Korneliustag als Zinstermin erstmals 866 belegt, was nahe legt, Reliquien des Heiligen bereits für diese Zeit in Kornelimünster anzunehmen. Wie dem auch sei, es ist wahrscheinlich, dass der Mönch und spätere Abt Egilhard Zeitzeuge der beginnenden Korneliusverehrung in Kornelimünster gewesen ist. Ob überhaupt und eventuell welche Rolle er dabei spielte, muss Spekulation bleiben.

Abt Albert Altenähr OSB
030116

PS: Die Stadt Bergheim hat übrigens 2004 eine Straße nach dem seligen Egilhard benannt.

Bilder:    Normannisches Langschiff, Detail aus dem Bilderteppich von Bayeux, 11. Jhd.
               
Kaiser Karl der Kahle, Liuthard-Codex, 842-869 

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