|
Heiliger Georg, 23. April
Namenstag unseres P. Georg
Die Georgslegende ist wohl gegen Ende des 4.
Jahrhunderts im kleinasiatischen Raum als volkstümliche Erzählung der
dortigen Christen entstanden und im Lauf der Erzähltradition weit
angereichert worden.
Die
Legende erzählt von einem Soldatenführer, der vor dem persischen
Kaiser seinen Glauben bekennt. Mit raffiniertesten Foltermethoden wird
der Bekenner vielfach getötet, aber immer wieder von Gott ins Leben zurückgeschenkt.
Die Unzahl der Folterweisen und Tode trugen Georg den Ehrentitel des „Megalomartyr
= Großmärtyrer“ ein. Georg wirkt zahlreiche Wunder – u.a. viele
Erweckungen zum Leben -, bekehrt die Königin und stürzt die
heidnischen Idole. Schließlich wird er geköpft, hat aber zuvor von
Gott noch das Privileg erhalten, allen, die ihn anrufen, als Helfer in
jeglicher Not beistehen zu dürfen.
Die Tötung des Drachens, mit der Georg eine Jungfrau
befreit, ist nur ein Erzählelement der Legende, vielleicht nur eine
Zusammenfassung aller extremen Foltern und ihrer Überwindung, - auf
jeden Fall aber die Szene, welche die Darstellung des Heiligen durch die
Zeiten dominiert.
Schon
im 6 Jahrhundert ist erkennbar, dass der Soldatenheilige von den
byzantinischen Kaisern und der Aristokratie „adoptiert“ und so zum
Standesheiligen des Militärs und der Aristokratie „geadelt“ wurde.
Die soziale Erhöhung erhielt einen besonderen Aufschwung durch die
Kreuzfahrerlegende, dass Georg auf einem weißem Pferd als Anführer
himmlischer Heerscharen bei der Eroberung von Antiochia und Jerusalem
den Kreuzritterheeren seinen Beistand geleistet hat. Georg wurde in der
Folge Patron vieler Ritterorden. 1222 erwählte ihn Richard Löwenherz
zum Patron seines Hauses und Englands. Auch Englands berühmteste
Auszeichnung, der Hosenbandorden, steht unter dem Patrozinium Georgs.
– Der deutsche Kaiser Maximilian I. (1459-1519), „der letzte
Ritter“, hat es in seiner geradezu romantischen Renaissance des
Rittertums nicht versäumt, Georg unter seine Haus- und Sippenheiligen
aufzunehmen. Er ging sogar soweit, sich einen Stammbaum herstellen zu
lassen, der seine Verwandtschaft mit dem Ritterheiligen belegen sollte.
Maximilian I. wurde nach seinem Tod in der St. Georgskirche in Wiener
Neustadt beigesetzt.
Als
Helfer in allen Nöten gewann Georg vor allem im fortschreitenden
Mittelalter auch wieder „ent-adelte“ breite Volkstümlichkeit. Im
Kreis der sog. 14. Nothelfer ist er fest verankert.
Der um sein Namensfest, 23. April, sich durchsetzende
Frühling hat zu vielen Bauern- und Wetterregeln geführt. „Ab Georgi
dürfen die Felder nicht mehr betreten werden.“ "St. Georg kommt
nach alten Sitten / auf dem Schimmel angeritten" (= ein Kälteeinbruch
mit Schnee ist noch nicht ausgeschlossen!). "St. Andreas (Fest: 30.
November) macht das Eis, St. Georg bricht das Eis."
Aus der Kreuzfahrertradition stammt das Wappenbild,
das auf Darstellungen den Heiligen oftmals begleitet: ein rotes Kreuz
auf weißem Schild. Das „Georgskreuz“ ist eines der Elemente der
englischen Flagge, des „Union Jack“.
Abt Albert Altenähr OSB
030413
Bilder auf dieser Seite:
Georgsikone, griech., 16. Jh. –
Gustave Moreau (1826-1898), Hl. Georg –
Stern des Hosenbandordens mit Georgskreuz
|