Matthias, Apostel – 24. Februar
Namenstag unseres Fraters Matthias

Der Apostel Matthias wurde von den Jüngern Jesu nach Ostern in die Apostelschar hineingewählt, um Judas Iskariot  in der Zwölfergruppe zu ersetzen. In dem Bericht der Apostelgeschichte über die Wahl erfahren wir nichts Persönliches über Matthias. Die Apostelqualifikation, die dort beschrieben ist, trifft auch für Josef, genannt Barsabbas, zu, der mit Matthias in die Auswahl genommen wird: „Einer von den Männern, die die ganze Zeit mit uns zusammen waren, als Jesus,. der Herr, bei uns ein und aus ging und in den Himmel aufgenommen wurde, - einer von diesen muss nun zusammen im uns Zeuge seiner Auferstehung sein“ (Apg 1,21f). Matthias wird fortan den elf Aposteln zugerechnet. Er ist mit ihnen und wie sie qualifizierter Zeuge der Auferstehung Jesu. 

Mehr als das gerade Gesagte wissen wir über den Apostel Matthias nicht. Der Überlieferung nach hat Kaiserin Helena im 4. Jahrhundert den Körper des Heiligen nach Trier überführen lassen. Für die dortige Abtei St. Matthias lässt sich eine Reliquienerhebung für das 11. Jahrhundert belegen. Seit 1127 benennt sich die Abtei nach dem Apostel. 

Reliquien des Heiligen werden auch in Maria Maggiore in Rom aufbewahrt. - Die Abtei Santa Giustina in Padua hat ebenfalls eine große Matthias-Reliquie, die dort allerdings keine große Verehrungstradition ins Leben gerufen hat. In Sa. Giustina haben Reliquien des Evangelisten Lukas neben diversen Ortsheiligen einen „höheren“ Stellenwert. - Ob es auch in Pavia Matthias-Reliquien gibt, wie ich an zwei Stellen gelesen habe, kann ich nicht sagen. Zumindest an einer der beiden Stellen liegt aufgrund einer gewissen Namensähnlichkeit offensichtlich eine Verwechslung zwischen Padua und Pavia vor. 

Die Überlieferung will wissen, dass Matthias in Ägypten und Äthiopien das Evangelium verkündet hat. Über die Art seines Todes gibt es unterschiedliche Legenden. Die Überlieferung, dass Matthias enthauptet wurde, hat ihm als Erkennungsattribut ein Beil bzw. eine Hellebarde zugewiesen.

In einer amerikanischen Internet-Seite fand die Hinweise auf folgende Patronate, die dem Apostel zugeordnet seien: gegen Alkoholprobleme und Pocken, Patron der Schreiner, Schneider und Selbsthilfegruppen der Alkoholiker. 

Das einzige Apostelgrab in Deutschland war im Mittelalter ein beliebtes Wallfahrtsziel, von dem noch heute die besonders im Rheinland weit verbreiteten Matthias-Bruderschaften Zeugnis geben. Die Zugehörigkeit zu einer solchen Bruderschaft und deren jährlicher Pilgerweg nach Trier war für unseren Frater Matthias ausschlaggebend für die Wahl seines klösterlichen Namenspatrons

Der Name Matthias bedeutet übersetzt „Geschenk Gottes“. Die Namen Theodor und Dorothea besagen in griechischer Sprache dasselbe.

Die Bilder der Seite: Apostel Matthias am Portal der Abteikirche in Trier, - Abtei St. Matthias, Trier, - Füße des Heiligen vom Hochgrab des Apostels in der Abteikirche Trier, - Zeichnung: „Frater Matthias“ mit dem Brudermeisterstab seiner Matthias-Bruderschaft.

Abt Albert Altenähr OSB
030204

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