| Natürlich ist es das
Interesse an meinem Taufnamenspatron, das mich diese Zeilen
schreiben lässt. Aber genauso natürlich ist es die seinerzeitige
Überraschung, als mir bewusst wurde, dass mein Namenspatron in
das unmittelbarste Umfeld Benedikts von Aniane, des Gründers von
Kornelimünster, gehört. Das lässt mich stolz sein, Wilhelm als Taufnamenspatron zu
eigen zu haben. ... und dann gibt es die vielen anderen
Wilhelms, die vielleicht nur sehr wenig über ihren
Namenspatron wissen, aber mehr erfahren möchten.
... und dann ist schließlich aus dieser Seite die
Idee erwachsen, die Kloster-Namenspatrone der Mitbrüder an ihrem
jeweiligen Namensztag kurz vorzustellen. Wilhelm von Aquitanien ist
dabei der Patron unseres P. Friedhelm.
Geboren ist Wilhelm, Herzog von Aquitanien, um
754, gestorben am 28.5. 812 im Kloster Gellone. Dort wurde er auch
bestattet.
Wilhelm, Enkel Karl Martells und Sohn Graf
Theodards und seiner Gemahlin Aldana (Auda), Vetter und Vertrauter
Karls d. Gr., zeichnete sich 790 und 794 in den Sarazenenkriegen
aus, wurde Herzog von Aquitanien und eroberte Orange, wo er seine
Residenz errichtete. 801 beteiligte er sich am Zuge gegen
Barcelona, dann an der Eroberung von Nîmes, zog sich aber 806 aus
dem weltlichen Leben in das 804 von ihm gegründete Kreuz-Kloster
zu Gellone (Saint-Guilhem-le-Désert) zurück. Das Kloster wurde
nach der Kreuzreliquie benannt, die Kaiser Karl d. Gr. Wilhelm
beim Eintritt geschenkt hatte. Mönche des späteren Gründerabtes
von Kornelimünster, Benedikt, aus dem nahe gelegenen Aniane
hatten das neue Kloster besiedelt. -
An
der Außenseite der Chorhalle des Aachener Doms sind die beiden
in zwei Skulpturen des 19. Jahrhunderts nebeneinander
dargestellt. / In der
Vita
Benedikts von Aniane (Kap. 30) ist die Gründung Gellones und
das Leben Wilhelms dort beschrieben.
Papst Alexander II. sprach Wilhelm 1066 heilig. |
| Das Gedächtnis Wilhelms lebt in altfranzösischen Chansons de
geste und im Willeham-Epos Wolframs von Eschenbach fort. In
dieser Überlieferung spielt Wilhelm auch in der Gralslegende eine
Rolle. Über seinen Vater stammt danach Wilhelm in direkter Linie
von König David ab und ist Ahnherr Gottfried von Bouillons, des
Eroberers und ersten Kreuzfahrer-Königs von Jerusalem. Großvater
Gottfrieds ist in der Legende der Schwanenritter Lohengrin. - Als
Graf von Orange wird Wilhelm auch als einer der Stammväter der
Familie der Oranier in Anspruch genommen.
Das Metropolitan Museum The Cloisters, New York,
hat in seinen Sammlungen Teile des Kreuzganges von Saint-Guilhem
(vor 1206; Ergänzungen des 14. Jahrhunderts. Bild rechts).
Die französische Post ehrte den Ort und das Kloster
Saint-Guilhem-le-Désert 2000 mit einer Briefmarke (Bild oben)
|
 |