28. Mai

Wilhelm von Aquitanien

Namenstag von Abt Friedhelm

 

 

Natürlich ist es das Interesse an meinem Taufnamenspatron, das mich diese Zeilen schreiben lässt. Aber genauso natürlich ist es die seinerzeitige Überraschung, als mir bewusst wurde, dass mein Namenspatron in das unmittelbarste Umfeld Benedikts von Aniane, des Gründers von Kornelimünster, gehört. Das lässt mich  „stolz“ sein, Wilhelm als Taufnamenspatron zu eigen zu haben. ... und dann gibt es die vielen anderen „Wilhelms“, die vielleicht nur sehr wenig über ihren Namenspatron wissen, aber mehr erfahren möchten.

... und dann ist schließlich aus dieser Seite die Idee erwachsen, die Kloster-Namenspatrone der Mitbrüder an ihrem jeweiligen Namensztag kurz vorzustellen. Wilhelm von Aquitanien ist dabei der Patron unseres P. Friedhelm.

Geboren ist Wilhelm, Herzog von Aquitanien, um 754, gestorben am 28.5. 812 im Kloster Gellone. Dort wurde er auch bestattet. –

Wilhelm, Enkel Karl Martells und Sohn Graf Theodards und seiner Gemahlin Aldana (Auda), Vetter und Vertrauter Karls d. Gr., zeichnete sich 790 und 794 in den Sarazenenkriegen aus, wurde Herzog von Aquitanien und eroberte Orange, wo er seine Residenz errichtete. 801 beteiligte er sich am Zuge gegen Barcelona, dann an der Eroberung von Nîmes, zog sich aber 806 aus dem weltlichen Leben in das 804 von ihm gegründete Kreuz-Kloster zu Gellone (Saint-Guilhem-le-Désert) zurück. Das Kloster wurde nach der Kreuzreliquie benannt, die Kaiser Karl d. Gr. Wilhelm beim Eintritt geschenkt hatte. Mönche des späteren Gründerabtes von Kornelimünster, Benedikt, aus dem nahe gelegenen Aniane hatten das neue Kloster besiedelt. - 

An der Außenseite der Chorhalle des Aachener Doms sind die beiden in zwei Skulpturen des 19. Jahrhunderts nebeneinander dargestellt. / In der Vita Benedikts von Aniane (Kap. 30) ist die Gründung Gellones und das Leben Wilhelms dort beschrieben.

Papst Alexander II. sprach Wilhelm 1066 heilig.

Das Gedächtnis Wilhelms lebt in altfranzösischen ‚Chansons de geste’ und im Willeham-Epos Wolframs von Eschenbach fort. In dieser Überlieferung spielt Wilhelm auch in der Gralslegende eine Rolle. Über seinen Vater stammt danach Wilhelm in direkter Linie von König David ab und ist Ahnherr Gottfried von Bouillons, des Eroberers und ersten Kreuzfahrer-Königs von Jerusalem. Großvater Gottfrieds ist in der Legende der Schwanenritter Lohengrin. - Als Graf von Orange wird Wilhelm auch als einer der Stammväter der Familie der Oranier in Anspruch genommen.

Das Metropolitan Museum The Cloisters, New York, hat in seinen Sammlungen Teile des Kreuzganges von Saint-Guilhem (vor 1206; Ergänzungen des 14. Jahrhunderts. – Bild rechts). – Die französische Post ehrte den Ort und das Kloster Saint-Guilhem-le-Désert 2000 mit einer Briefmarke (Bild oben)

 

Albert Altenähr OSB
 020331

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