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Liebe Freunde der Abtei Kornelimünster!
Mit dem weihnachtlichen Gruß verbindet sich der Rückblick
auf das vergangene Vierteljahr und ein Gesamtblick auf das Jahr 2002.
Es wäre sicher nicht ehrlich, wenn wir behaupteten, dass alles und
jedes uns im goldenen Licht erstrahlt, aber es wäre genauso
unehrlich, wenn wir das vergangene Jahr nur in grauen oder gar dunklen
Farben darstellten.
Höhepunkte der klösterlichen Gemeinschaft waren in
diesem Jahr die ewige Profess von Frater David (1. Mai) und die
Aufnahme ins Noviziat von Frater Simeon (23. März). Am 17. Oktober
trat Martin van Schwartzenberg aus Bremen bei uns ein. Martin ist 43
Jahre alt und war selbständiger Augenoptikermeister. Abt Albert
beging seinen 60. Geburtstag (17. März), Abt Albert und Frater
Egilhard konnten auf 40 Professjahre zurückblicken (26. August
bzw.15. Oktober), Abt Albert darüber hinaus auf 20 Jahre als Abt in
Kornelimünster (25. Juli).
Frater Antonius hat seine Diplomarbeit mit einem
alttestamentlichen Thema zu den Psalmen abgeschlossen und konnte mit
sehr gutem Erfolg die ersten Abschlussprüfungen des Studiums hinter
sich bringen. Im Februar 2003 wird er dann auf diese Lernphase seines
Lebens zurückblicken können.
Ende August gab es einen Wechsel in der Leitung
unserer Küche. Frau Schiffler, die uns lange Jahre bekochte, verließ
uns und Frau Braun übernahm ihre Aufgabe. Eingedenk des alten
Klosterwortes Eine gute Küche ist Voraussetzung für eine gute
Disziplin haben wir Frau Schiffler viel und herzlich zu danken.
Frau Braun wünschen wir, dass sie sich in ihre Aufgabe gut
hineinfindet.
Äußerlich war das Jahr weitgehend geprägt durch
den Aus- und Umbau des Südflügels unseres Klosters. Die
Notwendigkeit einer neuen Küche, der Ausbau unserer Gastabteilung auf
20 dem heutigen Standard entsprechende Gastzimmer, die Einrichtung
eines Gast- und des Klosterrefektoriums und die Erfahrung, dass die Mönchszellen
mit knapp 13 m² Wohnfläche für ein Darin-Wohnen doch arg beengt
sind, stehen hinter diesem Vorhaben. In den Wochen vor Ostern haben
wir vorbereitend im straßenseitigen Altbau vor allem den
Pfortenbereich neu hergerichtet und sind auch selbst vorübergehend
wieder in den Altbau gezogen. Die Pforte, die 10 Jahre im Südflügel
untergebracht war, ist damit definitiv wieder in den straßenseitigen
Altbau verlagert worden. Unmittelbar nach Ostern wurden dann die
Arbeiten am und im Südflügel begonnen. Wie das bei Umbauten wohl oft
geht, gab und gibt es immer wieder Hakeleien, die zu Verzögerungen
und Neuüberlegungen führen. So konnte der geplante
Fertigstellungstermin nicht eingehalten werden. Zwar sehen wir jetzt
Anfang November Land und Licht, aber präzise Daten
traut sich der Chronist inzwischen erst post factum anzugeben.
Dass außerdem größere und kleinere Arbeiten am Altbau und beim
Kirchenparadies z.B. die Erneuerung aller Dachrinnen, eine neue
Fahrstuhlrampe zur Kirche und Handläufe am Pforteneingang getätigt
werden konnten, sollte nicht unerwähnt bleiben.
Der Tag der Freunde stand im Zeichen von
Bauinformationen. Mit den Freunden sind wir in diesem Jahr in die
diesjährige Kulturhauptstadt Europas,
nach Brügge, gefahren. Unsere Gottesdienstkinder und ihre
Eltern machten mit P. Oliver einen Ausflug zum Wildgehege bei Gangelt
im Selfkant. Die Landesgartenschau NRW auf Schloss Dyck und die
interessante Wallfahrtskirche Klein-Jerusalem,
Willich-Neersen, standen auf dem Programm des Konventsausflugs. Frater
Egilhard war einige Male zu Kurseinheiten im Rahmen einer Fortbildung
in der Seniorenbegleitung in Paderborn, Frater Matthias zu Tagungen
der Beiräte des Kreuzbundes. P. Georg nahm an Bundestagungen der
Notfallseelsorge und der Cellerare teil, P. Oliver an den Sitzungen
der Arbeitsgemeinschaft der Bibliothekar und ihrer EDV-Kommission und
P. Friedhelm hatte verschiedene Verpflichtungen als Vorsitzender der
deutschen Arbeitsgemeinschaft der Novizenmeister. Frater Simeon nahm
an Noviziatsfortbildungen in Horrem teil und Frater Antonius war während
der Semester jeweils nur für kurze Zwischenbesuche unter uns. Abt
Albert schließlich war zu Visitationen in Italien, Nigeria und
England; zwei weitere Kurzreisen nach Italien in
Kongregationsangelegenheiten kamen hinzu. Wenn man zu diesen
Verpflichtungen noch einige auswärtige Exerzitienkurse der Mitbrüder,
Ferien und Tagestermine hinzurechnet, wird man ahnen, dass dabei für
eine kleine Gemeinschaft nicht nur organisatorische Probleme
auftauchen. Eine lebendige Auseinandersetzung ist immer wieder
notwendig, wo und wie weit wir präsent sein können oder müssen,
ohne uns dabei selbst aufzugeben.
Unsere wichtigste Präsenz ist die vor Gott im
Miteinander der Gemeinschaft und im Zeugnis der Offenheit für die Gäste,
die bei uns anklopfen. Trotz der Umbauarbeiten konnten wir mit
gewissen Einschränkungen auch über den Sommer und Herbst Gäste
willkommen heißen. Zahlreiche allgemeine Veröffentlichungen zu
Tagen im Kloster und in starkem Maß der Zugriff auf unsere
Homepage führen zu nicht wenigen Anfragen auch bei uns. In der Praxis
dieser Gastfreundschaft sehen wir unseren seelsorgerischen
Schwerpunkt.
Und auch dies ist Gastfreundschaft: Im Rahmen der
Aachener Nacht der offenen Kirchen (11. Oktober) boten wir bei
uns die Lesung des gesamten Matthäus-Evangeliums an. Wir konnten
viele bekannte Aachener vom Oberbürgermeister bis zum
Kabarettisten Wendelin Haverkamp - gewinnen, uns ein oder gar
ihr Kapitel des Evangeliums vorzulesen. Dieser Abend mit dem
Evangelium an einem Stück war für die Besucher, die Leser und
für uns selbst eine bereichernde Erfahrung.
Dass im November (4.-9.) die Visitatorenkonferenz
unserer Benediktinerkongregation bei uns tagte, ersparte nicht nur Abt
Albert eine weitere Reise, sondern stärkte auch unser Bewusstsein zu
einem weltweiten Klosterverbund zu gehören. Abtpräses Thierry
Portevin war nach seinem Kurzbesuch zum 60. Geburtstag von Abt Albert
anlässlich der Konferenz zum zweiten Besuch in diesem Jahr bei uns.
Liebe Freunde, der kurze Jahresüberblick ist mit
sehr vielen Details gespickt und darum etwas dröge geraten.
Vielleicht kann man es aber auch positiv sehen: das Vielerlei ist auch
ein Zeichen de Lebendigkeit
Geburtsstunden des Lebens wünschen Ihnen für 2003
Ihre Mönche der Abtei Kornelimünster |