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Liebe Freunde der Abtei!
Der
gedruckte Rundbrief kann und will nur summarisch über die vergangenen
Monate berichten. Die „Kurznachrichten“
in unserer Website vermögen einen je und je aktuelleren Einblick in
die Alltagsentwicklungen zu geben. Und wer in unserem näheren Umfeld
wohnt und häufiger bei uns im Gottesdienst oder im Haus ist, wird
noch einmal anders Dinge mitbekommen und wahrnehmen.
Am
5. April freuten wir uns über die Feier der zeitlichen Gelübde von
Frater Simeon Lüdke. Unser Postulant Martin van Schwartzenberg hat
inzwischen auch schon das dritte Viertel seiner Postulatszeit
begonnen. In der Theorie dürfte es selbstverständlich erscheinen, -
in der Praxis ist es ein echtes Erlebnis, die Bereicherung und
gleichzeitige Herausforderung zu erfahren, die neue Mitbrüder für
eine Gemeinschaft bedeuten. Was für die Gemeinschaft gilt, gilt
umgekehrt natürlich auch für die neuen Brüder selbst. Gerade in
einer kleinen Gemeinschaft ändert jeder Neuzugang deutlich das
Gesamtgefüge.
Nach
der großen Bauphase des vergangenen Jahres haben wir die Bauperiode
am 23. März bei einem Nachmittag der offenen Tür „offiziell“
abgeschlossen. Es waren vor allem Stunden mit unseren Nachbarn und den
„normalen“ Kirchenbesuchern, die uns zwar immer wieder begegnen,
aber doch eher nur in seltenen Fällen als Kursteilnehmer oder Gäste
für mehrere Tage in unser Haus kommen. Es war uns wichtig, dass
gerade unsere Nachbarn, die sich das Jahr hindurch sicher manche Frage
gestellt haben, was sich bei unserem Gebäude tut, das Ergebnis in
Augenschein nehmen konnten. Dass auch Weihbischof Reger als
Bischofsvikar für die Orden gekommen war, erfüllt uns mit besonderer
Freude. Dankbar sind wir, dass wir manches wohlwollende Wort hören
durften.
Von
unseren Gästen werden die neuen Gegebenheiten insgesamt gut
aufgenommen. Für unsere „alten“ Gäste bedeuten sie natürlich
eine Veränderung, aber sie haben sich durchaus offen und schnell
daran gewöhnt. Positiv registrieren wir, dass die Zahl der
Gastanfragen mehr und mehr zunimmt, sei es die von Gruppen, sei es die
von Einzelnen. Wichtig ist es uns dabei, dass wir auch für das Umfeld
des Bistums Aachen ein Ort sind, wo „man“ hingehen und geistlich
etwas finden kann. Hier ist etwas gewachsen und wächst auch weiter.
Nach
wie vor überrascht sind wir, welche Bedeutung das Internet für neue
Kontakte und die Pflege dieser Kontakte hat. Wenn man es gezielt „füttert“,
dann kann es offensichtlich sehr wohl die gute Funktion einer
„geistlichen Kanzel“ haben. Mitte Juli steht der zweite Geburtstag
unserer Website an. Nach 6.000 Zugriffen im ersten Jahr unseres
Internetauftritts dürften wir im zweiten Jahr auf 11.000 Zugriffe
kommen.
Wir hören immer wieder von
unseren Gästen und auch über unsere Website, dass es bei uns
wohltuend „offen“ zugehe. Im weiteren Nachhören heißt es dann,
dass wir zwar eine durchaus definierte Atmosphäre anbieten, aber den
Gegenüber nicht in ein geistiges oder geistliches Schema hineindrängen.
Das scheint als werbender erfahren zu werden als plakative
„Heils-Reklame.“ Reiner Kunze hat einmal über ein Pfarrhaus die
Zeilen geschrieben, die vielleicht auch auf unser Kloster Kornelimünster
übertragen werden können: "Wer da bedrängt ist findet /
mauern, ein / dach und // muß nicht beten." Der Abt eines
deutschen Klosters schrieb mir vor kurzem: „Ich betrachte unser
Kloster als ein Geschenk Gottes, das nicht nur uns Mönchen gehört,
welches wir vielmehr mit anderen Christen zu teilen aufgerufen
sind.“ Auch das ist ein sehr nachdenkenswertes Wort.
Am
Freitag, 11. Juli, feiern wir das Fest des hl.
Benedikt, Patron von
Europa. Am Sonntag darauf, 13. Juli, begehen wir den diesjährigen
„Tag der Freunde“, zu dem wir herzlich einladen. Zwei Wochen später
beginnen in Nordrhein-Westfalen die großen Schulferien. Wir bitten
Sie weiterhin um Ihre Freundschaft und vor allem Ihr Gebet. Wir wünschen
Ihnen das tiefe Wissen um die Begleitung Gottes auf all Ihren Wegen.
Das ist das große „Talent“, das Gott uns Menschen gegeben hat und
mit dem zu wuchern wir eingeladen sind.
Ihre
Mönche der Abtei Kornelimünster
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