Rundbrief Sommer 2003
Liebe Freunde der Abtei!
Der
gedruckte Rundbrief kann und will nur summarisch über die vergangenen Monate
berichten. Die „Kurznachrichten“ in unserer Website vermögen einen je und
je aktuelleren Einblick in die Alltagsentwicklungen zu geben. Und wer in unserem
näheren Umfeld wohnt und häufiger bei uns im Gottesdienst oder im Haus ist,
wird noch einmal anders Dinge mitbekommen und wahrnehmen.
Am
5. April freuten wir uns über die Feier der zeitlichen Gelübde von Frater
Simeon Lüdke. Unser Postulant Martin van Schwartzenberg hat inzwischen auch
schon das dritte Viertel seiner Postulatszeit begonnen. In der Theorie dürfte
es selbstverständlich erscheinen, - in der Praxis ist es ein echtes Erlebnis,
die Bereicherung und gleichzeitige Herausforderung zu erfahren, die neue Mitbrüder
für eine Gemeinschaft bedeuten. Was für die Gemeinschaft gilt, gilt umgekehrt
natürlich auch für die neuen Brüder selbst. Gerade in einer kleinen
Gemeinschaft ändert jeder Neuzugang deutlich das Gesamtgefüge.
Nach
der großen Bauphase des vergangenen Jahres haben wir die Bauperiode am 23. März
bei einem Nachmittag der offenen Tür „offiziell“ abgeschlossen. Es waren
vor allem Stunden mit unseren Nachbarn und den „normalen“ Kirchenbesuchern,
die uns zwar immer wieder begegnen, aber doch eher nur in seltenen Fällen als
Kursteilnehmer oder Gäste für mehrere Tage in unser Haus kommen. Es war uns
wichtig, dass gerade unsere Nachbarn, die sich das Jahr hindurch sicher manche
Frage gestellt haben, was sich bei unserem Gebäude tut, das Ergebnis in
Augenschein nehmen konnten. Dass auch Weihbischof Reger als Bischofsvikar für
die Orden gekommen war, erfüllt uns mit besonderer Freude. Dankbar sind wir,
dass wir manches wohlwollende Wort hören durften.
Von
unseren Gästen werden die neuen Gegebenheiten insgesamt gut aufgenommen. Für
unsere „alten“ Gäste bedeuten sie natürlich eine Veränderung, aber sie
haben sich durchaus offen und schnell daran gewöhnt. Positiv registrieren wir,
dass die Zahl der Gastanfragen mehr und mehr zunimmt, sei es die von Gruppen,
sei es die von Einzelnen. Wichtig ist es uns dabei, dass wir auch für das
Umfeld des Bistums Aachen ein Ort sind, wo „man“ hingehen und geistlich
etwas finden kann. Hier ist etwas gewachsen und wächst auch weiter.
Nach
wie vor überrascht sind wir, welche Bedeutung das Internet für neue Kontakte
und die Pflege dieser Kontakte hat. Wenn man es gezielt „füttert“, dann
kann es offensichtlich sehr wohl die gute Funktion einer „geistlichen
Kanzel“ haben. Mitte Juli steht der zweite Geburtstag unserer Website an. Nach
6.000 Zugriffen im ersten Jahr unseres Internetauftritts dürften wir im zweiten
Jahr auf 11.000 Zugriffe kommen.
Wir hören immer wieder von unseren Gästen und auch über unsere Website, dass es bei uns wohltuend „offen“ zugehe. Im weiteren Nachhören heißt es dann, dass wir zwar eine durchaus definierte Atmosphäre anbieten, aber den Gegenüber nicht in ein geistiges oder geistliches Schema hineindrängen. Das scheint als werbender erfahren zu werden als plakative „Heils-Reklame.“ Reiner Kunze hat einmal über ein Pfarrhaus die Zeilen geschrieben, die vielleicht auch auf unser Kloster Kornelimünster übertragen werden können: "Wer da bedrängt ist findet / mauern, ein / dach und // muß nicht beten." Der Abt eines deutschen Klosters schrieb mir vor kurzem: „Ich betrachte unser Kloster als ein Geschenk Gottes, das nicht nur uns Mönchen gehört, welches wir vielmehr mit anderen Christen zu teilen aufgerufen sind.“ Auch das ist ein sehr nachdenkenswertes Wort.
Am
Freitag, 11. Juli, feiern wir das Fest des hl. Benedikt, Patron von Europa. Am
Sonntag darauf, 13. Juli, begehen wir den diesjährigen „Tag der Freunde“,
zu dem wir herzlich einladen. Zwei Wochen später beginnen in
Nordrhein-Westfalen die großen Schulferien. Wir bitten Sie weiterhin um Ihre
Freundschaft und vor allem Ihr Gebet. Wir wünschen Ihnen das tiefe Wissen um
die Begleitung Gottes auf all Ihren Wegen. Das ist das große „Talent“, das
Gott uns Menschen gegeben hat und mit dem zu wuchern wir eingeladen sind.
Ihre Mönche der Abtei Kornelimünster