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Rundbrief
Weihnachten 2004
Liebe Freunde der Abtei!
Nicht wenige von Ihnen verfolgen das Geschehen in der
Abtei in den „Kurznachrichten“ unserer Homepage. Dort finden Sie
auch immer wieder geistliche Anregungen. Der Internetauftritt hat sich
für uns auf jeden Fall zu einem wichtigen Verkündigungs- und
Kontaktmedium entwickelt (in den letzten 4 Monaten ein Schnitt von ca.
2000 Zugriffen/Monat). Das Internet führte auch in diesem Jahr
zahlreiche neue Gäste aus der ganzen Bundesrepublik – und darüber
hinaus - zu uns. Zum Jahresende dürften wir rund 3.500 Übernachtungen
zählen können.
Der Konvent zählt zur Zeit acht Mitbrüder. Wir erleben
uns als eine recht lebendige Gemeinschaft, die um ein „Mehr“ an
Geburt und Menschwerdung ringt. Wir sind weder fertige Menschen noch
fertige Christen und unser Kloster ist auch nicht der Himmel. Wir sind
auf dem Weg. Im Niederländischen heißt der „Jünger“ ... „leerling“.
Wenn wir das Wort einfach so ins Deutsche übernehmen, dann öffnet
das eine sehr treffende Assoziation: Wir sind nicht „Meister“ der
Heiligkeit und des Himmels, sondern ... eben „Lehrlinge“. Das lässt
uns unsere Grenzen erkennen und tragen, gibt aber zugleich einen
Impuls nach vorne. Es führt in eine positive Bescheidenheit und fördert
die Solidarität mit denen, die auf der Suche nach einem festen Grund
für das Leben sind. Es ist etwas Großes, „Lehrling“ sein zu dürfen
und nicht „Meister“ sein zu müssen. Wenn wir in diesem Jahr etwas
mehr gelernt haben, „Lehrlinge“ zu sein, dann sind wir einen großen
Schritt weiter gekommen.
Nachdem wir im vergangenen Winter unsere neue
Holzhackschnitzel-Heizung in Betrieb nehmen konnten, durften wir uns
in diesem Jahr darüber freuen, den Eingangsbereich der Abteikirche
sanieren zu können. Die frische weiße Farbe, eine neue Beleuchtung
im Paradies-Zugang und – gegen die Taubenplage mit ihren
Schmutzfolgen – Netze unter dem Gebälk sind ein Geschenk für uns
und alle unsere Besucher. Die Heizungsanlage findet immer wieder
interessierte Besucher, denen Frater Egilhard Rede und Antwort steht.
Allen, die uns geholfen haben, diese Aufgaben in Angriff zu nehmen,
sind wir zu großem Dank verpflichtet!
Ende September wurde im Einhard-Verlag ein sehr
ansprechendes Heft „Gottsuche“ mit meditativen Texten von Pfr. W.
Acht, Aachen, zu den Bildern von Janet Brooks-Gerloff in unserer
Kirche veröffentlicht. Die Initiative dazu ging von Pfr. Acht aus,
der seit Jahren immer wieder Gruppen zu diesen Bildern führt. Die
„Ur-Auflage“ von 500 Stück ist bereits vergriffen, ein Nachdruck
von weiteren 500 Exemplaren kommt in den ersten Tagen des Advents in
den Handel. Es ist eine sehr gelungene Veröffentlichung.
Gelungen waren auch der „Tag der Freunde“ und der
Ausflug unserer jungen Gottesdienst-Familien mit ihren Kindern. Am
„Tag der Freunde“ stellte Abt Albert in einer Foto-Schau die
Glasbilder unserer Kirche vor. Hintergrund ist der in diesem Jahr
angefallene 100. Geburtstag des Glasmalers Ernst Jansen-Winkeln. Ein
Gedenkjahr, das im Februar in der Abtei Siegburg eröffnet wurde, wird
am zweiten Adventssonntag bei uns abgeschlossen. Unsere jungen
Familien waren zu Spiel und Picknick von der Familie Hoensbroech, Jülich-Barmen,
eingeladen. Abgerundet wurde dieser Ausflug mit einem
hochinteressanten Waldspaziergang.
Unser Konvent besuchte im November auf seinem
Jahresausflug die beiden holländischen Abteien von Oosterhout. Unmittelbar nebeneinander gibt es dort eine Männer- und
eine Frauenabtei. Auf dem Generalkapitel unserer Kongregation im
September in Praglia (bei Padua) hatten diese Abteien zusammen mit dem
holländischen Kloster Slangenburg um Aufnahme in die Kongregation
gebeten. Unser Besuch wollte das Band der Verbindung knüpfen helfen
und ein Zeichen des Willkommens sein. Engere Verbindungen und Stärkung
des Zusammengehörigkeitsgefühls wollten auch die Ferien von P.
Friedhelm und Frater Antonius in England fördern. Sie besuchten die
Klöster Ramsgate, Minster, Prinknash und Pluscarden. Abt Albert war
Anfang des Jahres zur Aushilfe in Minster und war von dort aus natürlich
auch im nahen Ramsgate, das er anlässlich der Beerdigung unseres früheren
Abtpräses, Abt Gilbert Jones, im Oktober noch einmal besuchte. Ein
weit in die Zukunft hinein weisender Gedanke ist bei diesen Besuchen
die Frage, ob die nordeuropäischen Klöster unserer Kongregation sich
nicht innerhalb der Kongregation enger zusammenschließen können.
Regelmäßig
kommen Gruppen zu uns, die untertags unsere Gastfreundschaft für
Tagungen nutzen. Zu diesen Gästen unseres Hauses kommen Einzelgruppen
hinzu, die die Begegnung suchen. Aus diesem Kreis seien hier nur die
älteren Priester der Diözese erwähnt, die Bischof Mussinghoff in
diesem Jahr nach Kornelimünster eingeladen hatte. Wir hoffen, dass
wir unseren Einzelgästen und den verschiedenen Gruppen etwas von der
Botschaft des guten Gottes vermitteln und vielfältig gewachsene
Klischees ein wenig aufbrechen können.
Am
Schluss dieses Kurzberichtes darf ich Sie bitten, in Ihre Kalender
2005 den Termin des „Tages der Freunde“, 19. Juni 2005,
einzutragen. Die Jahresversammlung des „Vereins der Freunde“ ist für
den 22. Februar angesetzt. Unsere Angebote für das erste Halbjahr
2005 entnehmen Sie, bitte, dem beigelegten Faltblatt (oder der Website
des Klosters). Seien Sie herzlich eingeladen, das eine oder andere
Angebot wahrzunehmen, - wie Sie natürlich überhaupt eingeladen sind,
„Ihr Kloster“ für eine Auszeit zu nutzen. Dass wir kein
„reiches“ Kloster sind, wissen Sie als unsere Freunde alle. Wenn
Sie es nicht sowieso schon sind, dann können Sie durch einen Beitritt
in den „Verein der Freunde“ unsere Möglichkeiten stützen und
erweitern helfen. Danken möchten wir Ihnen für alle Unterstützung
in der Vergangenheit, vor allem aber für Ihre Freundschaft und Ihr
Gebet.
In
der Überzeugung, dass Christsein Zukunft hat, grüßen Sie
Ihre Mönche von Kornelimünster
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