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Rundbrief Sommer 2006
Liebe Freunde unserer Abtei
Kornelimünster.
Der Rundbrief zu Beginn der zweiten
Jahreshälfte ist im Wesentlichen geprägt von der Feier des
benediktinischen Neubeginns in Kornelimünster und von dem Stand der
Vorbereitungen für die anstehenden Baumaßnahmen.
100 Jahre “neues Kloster”

12. Februar 1906
Kard. Fischer (16), Abt Hermann Renzel (12), P. Bonifatius Busch,
der erste Obere (20)
Unser 100-Jahr-Jubiläum begehen wir mit einer Reihe kleinerer Feiern
im Laufe des Jahres. Mit einem ausführlicheren Festläuten zu
Weihnachten begannen wir das Festjahr. 50 Jahre zuvor waren die
Glocken erstmals vom Turm der Kirche geläutet worden.
Am Vortag zum Fest des Klostergründers
Benedikt von Aniane, d.i. am Freitag, 10. Februar, hatten wir zur
Abendmesse und zum Abendessen Weihbischof Dicke als Gast in unserer
Mitte. Am Festtag selber hatten wir in besonderer Weise die
Gemeinden unseres Dekanates zu einem Festgottesdienst, einem
Frühschoppen und einer Podiumsdiskussion zum Verhältnis von “Kloster
und Gemeinde” eingeladen. Den 12. Februar, den präzisen Tag der
Rückkehr der Benediktiner nach Kornelimünster vor 100 Jahren, haben
wir mit unseren Gottesdienstbesuchern nach dem Hochamt bei einer
Begegnung im Kreuzgang gefeiert.
Das Fest des Todes unseres
Ordensgründers, Benedikt von Nursia, 21. März, gestalteten wir mit
einem Nachmittag mit Ordensleuten aus Aachen und einem abendlichen
Festhochamt mit dem Bischofsvikar für die Ordensleute, Weihbischof
Reger. Zum Abendessen hatten wir Bischof Reger dann auch noch
“privat” als Gast “ganz für uns”.
Als nächster Gedenktag stand der 50.
Jahrestag der Kirchweihe am 2. Mai an. Der Nachmittag des 1. Mai
stand im Zeichen einer Begegnung mit Schülern unserer früheren
Realschule und ihres Internates. Bei der Kirchweihe 1956 hatten die
damaligen Schüler nicht nur die Messdienste übernommen, sondern
waren auch weiter voll in die Festorganisation eingespannt und
hatten hohes Lob erhalten. Den Kirchweihtag selbst begingen wir
wieder im mehr innerklösterlichen Rahmen. Weihbischof Borsch feierte
am Abend mit uns die Festmesse.
Am
11. Juli ist das zweite Benediktsfest im Kirchenjahr, das aus einer
frühen Reliquienüberführung nach Frankreich hervorgegangen ist. Wir
nutzten den Vortag zu einem Besuch in unserem holländischen
Nachbarkloster Vaals. Vaals ist nicht unmittelbar, aber doch wenigstens
mittelbar unser Mutterkloster. Unser Mutterkloster ist Merkelbeek (bei
Brunssum), dessen Mitbrüder in den 20-er Jahren des letzten
Jahrhunderts ihr dortiges Kloster aufgaben und sich in Vaals neu
ansiedelten. Die Mitbrüder der ursprünglich deutschen Kommunität von
Vaals mussten zum Kriegsende 1944/45 ihr Kloster verlassen. 1951 wurde
das Haus dann von holländischen Benediktinern übernommen. Die Vaalser
Brüder schenkten uns ihre Gastfreundschaft in Messe und Vesper und
natürlich im Refektorium und beim Kaffee. Sie zeigten uns die letzten
Renovierungsarbeiten, die Buchbinderei und die Steinmetzwerkstatt. P.
Friedhelm berichtete anhand der Glasfenster in unserer Kirche über
seinen Zugang zur Vita Benedikts von Papst Gregor d.Gr., P. Oliver über
den Stand unserer Umbaumaßnahmen und Abt Albert über eine zu erwartende
benediktinische Gründung in unserer Nähe durch Lefebvre-Benediktiner
aus Frankreich.
All das sind Farbtupfer der Festfreude
2006 gewesen, - im äußeren Rahmen überschaubar, aber in diesem
Rahmen auch für uns angemessen. Die Festfeiern wollen wir
abschließen am Fest des Papstes Kornelius (16.9.) mit einem eher
regional angedacht “Benediktinischem Tag” mit Mitschwestern und
Mitbrüdern aus Klöstern der näheren Umgebung.
In den Rahmen dieser 100-Jahr-Feste
fügen sich die persönlichen Feste ein. Frater David feierte mit
seiner Familie und alten Freunden am 16. März seinen 80. Geburtstag.
Und in Kürze werden wir als “Tag der Freunde” (27. August) das
silberne Priesterjubiläum von P. Friedhelm und den 65. Geburtstag
von Frater Egilhard begehen. Dazu möchten wir alle unsere Freunde
und Bekannten hiermit sehr herzlich einladen!!!
Zweimal hatten wir für einen
„geistlichen Tag“ des Konventes (Sonntag Abend - Dienstag Morgen)
Referenten von auswärts eingeladen. Im Frühjahr war es Äbtissin
Michaela von Steinfeld und im Sommer Frau Dr. Elisabeth Schieffer,
die geistliche Rektorin des Cusanuswerkes. Zu Beginn des Advents
wird P. Augustinus, St. Matthias, Trier, einen dritten Tag dieser
Art mit uns gestalten.
Der Altbau
Nachdem wir im vergangenen Dezember unser Altbaugebäude verkauft
haben, werden wir immer wieder gefragt, wann (und natürlich auch
wie denn) die notwendigen Neueinrichtungen von Pforte,
Sprechzimmern, Verwaltung, Frühschoppenraum und Seminarräumen nun
endlich in Angriff genommen werden. Natürlich hat uns die „kindliche
Illusionskraft“ seinerzeit träumen lassen, dass gleich nach dem
Verkauf die Handwerker anrücken würden.
Wir haben lernen müssen, dass der
Umbau eines alten Gebäudes etwas ganz anderes ist als die
Verwirklichung eines Neubaus. Himmel-stürmerische Traumpläne werden
bei der genauen Sichtung des Baubestandes vom hohen Dach bis tief
hinab in die Grundleitungen sehr schnell auf den Boden der
Realitäten geführt. Machbar ist (fast) alles. Es fragt sich nur, ob
alles Erträumte überhaupt sinnvoll, und dann auch, ob es (von uns)
bezahlbar ist. In einem sehr intensiven Prozess, an dem neben dem
ganzen Konvent der Architekt, die Fachingenieure, ein Bauingenieur
als „Controller“ und auch schon die Genehmigungsbehörden beteiligt
waren, wurde ein, wie wir glauben, trag- und realisierungsfähiges
Konzept entwickelt, an dem zur Zeit noch die letzten Feinheiten und
Kostenfragen bearbeitet werden. Die zahlreichen Termine mit den
Fachleuten, Telefonate, Emails und Faxe und die kontinuierlichen
internen Gespräche des Konventes lassen uns sagen, dass das Projekt
nicht erst in absehbarer Kürze beginnt, sondern schon seit geraumer
Zeit wirklich läuft.
Es ist realistisch, dass wir Ihnen am
„Tag der Freunde“ nicht nur definitive Pläne, sondern auch ein
Modell zeigen können, an dem Sie sich eine konkretere Vorstellung
über von außen sichtbare Änderungen des Erscheinungsbildes des
Eingangsbereiches von Kirche und Kloster machen können. Dort soll
neben der Klosterpforte auch ein Saal Platz finden, den wir für den
monatlichen Frühschoppen nutzen wollen.
Aus Kostengründen verzichtet haben
wir auf den Ausbau des Dachstuhls über dem Kirchenkreuzgang. Für
unseren aktuellen Raumbedarf ist ein Ausbau auch nicht dringend
notwendig. Eine Sanierung der dort aufsteigenden äußeren Kirchenwand
wäre in diesem Zusammenhang unmittelbar sinnvoll und machbar
gewesen. Diese Sanierung wird auf sich warten lassen müssen.
Auch die Finanzierung eines Saals für
den Frühschoppen ist noch nicht ganz gesichert. Der Frühschoppensaal
soll nach den aktuellen Vorstellungen zwischen die beiden Aufgänge
des Paradieses eingebaut werden, umfasst also den freien Raum des
Paradieses mit dem „Efeupilz“ in der Mitte. Die zeitliche
Verschiebung der Realisierung würde natürlich die Gesamtkosten im
Moment noch einmal senken, aber zum einen bleibt die Aufgabe, den
Saal zu bauen - dann wahrscheinlich mit höheren Kosten -, und zum
anderen verzichten wir dann auf längere oder gar lange Zeit auf eine
gut angenommene Möglichkeit der Begegnung.

Wir sind zwar überzeugt, dass wir im
Wesentlichen die Realisierung des Objektes „stemmen“ können, aber
nicht auszuschließende Überraschungen beim Bauen sollten nicht dazu
führen, dass es „unfertig“ bleibt. Dass zur finanziellen Abfederung
nicht nur die „großen“ Spenden beitragen, sondern genauso die
kleineren, lässt uns die Bauphase bei allen offenen Fragen
zuversichtlich angehen. Wir erfahren vielfältige Anerkennung von
Freunden, Gästen und Besuchern. Unsere Hoffnung ist, dass wir bei
ihnen mit unserer Bitte um Unterstützung ein offenes Ohr finden.
Diesem Rundbrief legen wir u.a. das
Programm unserer Angebote für das zweite Halbjahr 2006 bei. Die
Angebote 2007 können Sie schon jetzt unserer Website entnehmen. Dort
versuchen wir auch, Sie aktuellst über das Tagesgeschehen bei uns zu
unterrichten. 36.000 Zugriffe im gerade abgelaufenen Zähljahr
zeigen, dass die Website gut angenommen ist. Diese Zahl und manches
unmittelbare Wort der Anerkennung ermutigen uns, dieses Medium zu
pflegen und weiter zu entwickeln.
Mit guten Wünschen für die kommenden
Monate und immer in der Freude, Sie von Zeit zu Zeit bei uns
begrüßen zu können, grüßen Sie
Ihre Mönche der Abtei Kornelimünster
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