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... in Klausur gehen ...
Ob Manager und Politiker sich bewusst sind, dass sie
einen uralten Geheimnis-Quell anzapfen, wenn sie eine
Klausurtagung abhalten? Sind sie aber tatsächlich schon in
Klausur, wenn sie die sog. Öffentlichkeit der Medien draußen vor
der Tür lassen, damit nicht jede Luftblase des Denkens noch weiter
aufgebläht wird?

Die
Klöster der Mönche sind seit alters her Orte, die die Klausur
pflegen und den Menschen als Chance zu immer tieferer Menschwerdung
anbieten. Klausur ist dabei mehr als eine Mauer und eine Tür, die ich
hinter mir zumachen kann. Gewiss, Klausur ist ein Ort, aber darüber
hinaus Zeit, Weg und Begegnung.
Das
Geheimnis des In-Klausur-Gehens und seine Fruchtbarkeit erschließt
sich vor allem dem, der als Einzelner den Schritt tut. Er tritt
beiseite, - stellt sich neben das ihm Vertraute. Wer mitten im Leben
steht, steht nicht unbedingt in der Mitte. Vor lauter Immer-mitten-drin-Sein
hat er unter Umständen die Mitte, - seine Mitte verloren.
Da
tut es gut, es sich herauszunehmen, sich
selbst gelegentlich aus dem quirligen Trubel herauszunehmen, um
nicht nur irgendwelche Einzelfragen zu klären, sondern um sich sich selbst zu stellen. Wer den Mitte-Punkt seines Lebens gefunden
hat, kann viele Fragen leichter auf den Punkt bringen. Er hat einen
Stand-Punkt. Der alte griechische Philosoph Archimedes brachte es auf
den Punkt: Gib mir, wo ich stehen kann, und ich werde die Welt
bewegen.
Glücklich der Mensch, der ein für allemal die
Mitte gefunden hat und sie ständig lebt. Diesen Menschen habe ich noch nicht gefunden. Auch ich, der ich als Mönch in der Klausur
des Klosters lebe, brauche immer wieder Zeiten, Orte, Menschen der
Klausur, um die Mitte neu zu orten. Ich spüre, es ist nicht verlorene
Zeit, sich Zeit für eine Klausur-Zeit zu nehmen. In unserem klösterlichen
Klausur-Ambiente genügt oft eine kurze Zeit. Andere brauchen
wahrscheinlich einen längeren Anlauf. Wie dem auch sei: es ist
gewonnene Zeit. Es ist Lebens-Gewinn!
Geh
von den Menschen -
schweige
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Ruh
in der Bergmulde
traumlos
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Schau
in die Sonne
stundenlang
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Horch
in das Schweigen -
herbsttags
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Geh
zu den Menschen
rede
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Abt Albert Altenähr OSB
010906
Gedicht: Diethard Zilz
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