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Chorgebet und
Choralgesang
Am
Abend der „Nacht der offenen Kirchen“ 2009 luden wir zur Komplet, zum
Einüben in den Choralgesang und abschließend zur Vigil ein. In der
kurzen Pause vor der Vigil sprach mich eine Besucherin an: „Eigentlich
schade, - ich hätte gern mehr von Ihnen persönlich erfahren.“ In dem
kurzen Gespräch hörte ich heraus, dass sie gerne etwas mehr zum ‚Gewinn’
des Choralgesangs und des Chorgebets für uns, die wir sie pflegen,
erfahren hätte. Der Wunsch ist mir nachgegangen, aber was soll ich
antworten? … und wie soll ich’s sagen? Ich will es versuchen, indem ich
zu einer Metapher greife: „Chorgebet und Choral sind wie …“ . Die
Antwort ist sicher ganz anders, als die Besucherin sie erwarten würde,
aber vielleicht kommt trotzdem – oder gerade deshalb? – etwas von der
Atmosphäre über, die Chorgebet und Choralgesang mir bedeutsam machen.
Ich schaue gerne durch die Dunkelheit
zu fernen Lichtern hinüber.
Ich genieße es, auf Höhen und am Ufer zu stehen
und die Fenster von Jenseits leuchten zu sehen.
Ich fühle mich hinausgezogen von der
Weite
und beneide die Schiffe, die die Ferne kürzen.
Ich spüre ein Locken,
wo die Leuchtfeuer blinken und blitzen.
Ich atme das Rauschen der kleinen Welle,
die den Strand hinauf sich tastet,
den Wind und seine Melodie.
Es singt noch das Wellenmuster im Sand.
Ich sammle, was an den Strand getragen
wird.
Ich greife nach der Muschel
und lasse mir erzählen vom Sandkorn
und dem alten Holz, das ich finde.
Ein Raunen, Ahnen, Funkeln,
lebendig und ruhig,
kraftvoll und geschmeidig
im Gleichmaß der Wiederkehr.
Es sättigt den Hunger
und macht Hunger nach mehr.
P. Albert Altenähr
091011
Foto: Antoniazzo Romano, Tod der hl. Francesca Romana (Detail), Kloster
Tor de' Specchi, Rom
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