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Benediktinisches
Vom Zauber des Hörens

Mönche - Aphorismen

Brief des heiligen Benedikt

Höre die Weisung

Immer neu anfangen

ora et labora - Nutzen für alle

Oblationsfeier 9.1.2010

Chorgebet u. Choralgesang

Ulrichs- und Benediktuskreuz

Die Stimme der Herrn, der uns einlädt

Christi Liebe nichts vorziehen

Benedikt XVI. über Benedikt

Hören - ankommen

stabilitas und Gottsuche

Die Benediktus-Medaille
des Klosters Weingarten

Kloster ist wie Golf

Hier bin ich

Verabschiedung von
Abt Albert

Die Quelle

Mit geistlicher Freude Ostern

Moritat vom verlorenen Heiligenschein - Demut

Neige dein Ohr - RB Prol 1

nie alles gleichzeitig

Im Alltag Gott

Mönchtum für die Kirche

auf Seinen heiligen Berg

Gott suchen - ihm nach-
gehen wie ein Späher

Das Ohr des Herzens

Gehorsam

Klösterlicher Lebenswandel

Ent-scheidung
Einkleidung am 11.1.2004

Christus Abbas

opprobia - zu RB 58,7

Christus nichts vorziehen

An einen jungen Dichter

Suche mehr, als du suchst!

Benedikt kurzgefasst

Lectio meditatio oratio

Der Gast und das Schweigen im Kloster

Demut RB 7
 

"In Klausur gehen..."
 

Ora et Labora
Prüfe und handle

Ein Gott der Überraschungen

Unterwegs zum Menschsein


Die Benedikt-Medaille
Crux S. Patris Benedicti

Stabilitas

Benediktsregel cap. 58
Weite der Grenze
Investitionsbereitschaft
Magnetfeld des Lebens

Kirchenjahr / Feste

Gedanken zu
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Anfänge

weitere Texte

 


Hl. Benedikt, Kloster Irsee

Christus Abbas
Impulsansprache bei der Installierung von Abt Raphael Bahrs 
als Abt von Siegburg, 5. Oktober 2003

Aus der Benediktregel: Der Abt (RB 2):
1.Der Abt, der würdig ist, einem Kloster vorzustehen, muss immer bedenken, wie man ihn anredet, und er verwirkliche durch sein Tun, was diese Anrede für einen Oberen bedeutet. 2.Der Glaube sagt ja: Er vertritt im Kloster die Stelle Christi; wird er doch mit dessen Namen angeredet 3.nach dem Wort des Apostels: "Ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!"

 Lieber Abt Raphael!

Mehr als einmal wird dir in Zukunft die Frage begegnen, wie man einen Abt eigentlich korrekt anredet. Es ist für die Leute außerhalb des Klosters vor allem eine protokollarische Frage, aber die Frage sollte auf keinen Fall auf dieses protokollarische Niveau reduziert werden. In der Regel Benedikts ist die Anrede des Abtes eine Theologie und Amtsbeschreibung in Kurzform.

Weit verbreitet ist in Deutschlands Klöster die Anrede „Vater Abt“. Kornelimünster und Siegburg haben den Brauch tradiert, den Abt als „Herr Abt“ anzureden. „Vater Abt“ klingt warm und vertrauensfördernd, - für einen Außenstehenden vielleicht schon allzu vertraulich. „Herr Abt“ klingt bürgerlich normal - ... wenn ein Außenstehender es aber als Anrede innerhalb der Mönchsgemeinschaft hört, arg distanziert, - ja, kühl.

„Abt“ heißt übersetzt „Vater“. „Vater Abt“ wäre demnach zu übersetzen mit „Vater Vater“. So seltsam diese Doppelung scheinen mag, so intensiv rückt sie den Vater-Gedanken in den Blick und all jene Vorstellungen, die etwa vergangene Zeiten und wir selbst heute von einem Vater haben. Der römische „paterfamilias“, der dem weitgefächerten Hausstand und einer großen Klientel von Menschen im Umfeld vorstand, - der fürstliche Landesvater, der huldvoll sich den Untertanen zuneigt und sie väterlich regiert, - der dem Alltag und seinen Alltäglichkeiten enthobene und vor ihnen von der treusorgenden Gemahlin zu schützende viktorianische Hausherr und -vater, - der zärtliche und gefühlswarme „Kuschelbär“ seiner Kinder heute, - ... alles Mögliche, - Ersehntes und auch gar Schröckliches – kann sich in das Vater-Wort einbergen. Auch unsere Zeit braucht Väter, - und die Abtei Siegburg braucht dich, Abt Raphael, als Vater. Welchem Vater-Bild sollst du nun aber folgen? Wie sollst du Abt sein? Als Kind unserer Welt wirst du das eine oder andere Element der weltlichen Väter-Wirklichkeiten in dir haben. Prägend sollte für dich als Abt aber etwas ganz anderes werden.

Die Regel Benedikts zeigt dir eine Leitbild des Vater-Seins, das den Nicht-Mönch wahrscheinlich ziemlich überrascht, das aber auch uns Mönchen, denen es vertraut ist, immer wieder neu ins Bewusstsein zu rufen ist. Die Regel folgt nicht irdischen, aus der Biologie oder Familiensoziologie abgeleiteten Vaterbildern. Sie stellt den Mönchen   C h r i s t u s   vor Augen, wenn sie vom Vater der Klostergemeinschaft spricht. Das Vater-Wort „Abt“ ist ein Christus-Name. Als Abt sollst du deiner Gemeinschaft nicht einfach ein großartiger, vielleicht sogar idealer Vater im irdischen Sinn sein, sondern ein Christus-Zeuge. Die Christus-Aufgabe, Lehrer der Gottes-Botschaft und Hirte der Herde Gottes zu sein, ist dir für deine Brüder anvertraut.

Vom Abt ist zunächst seine eigene Lebenshinkehr auf diesen Christus gefordert, denn nur ein authentisches Christus-Leben wird seine Christus-Lehre authentisch sein lassen. Du, Abt Raphael, bist darum gerufen, mehr und mehr Christus in dir selbst zu verwirklichen, damit du deinen Mönchen ein Lehr-Meister, ein Abbas wirst, an dem sie abbuchstabieren können, wie Mönch- und Christsein geht. Dann wirst du jederzeit und am Ende aller Zeit voll Gelassenheit der Rechenschaft über deine Amtsführung entgegensehen können.

Gott schenke dir den Lernmut des Abt-Werdens, die Demut des Abt-Seins und den Hoch-Mut des Glaubens!

Abt Albert Altenähr OSB
031002

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