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Benediktinisches
Ritter und Mönch

Sinfonia Benedetiina

Vom Zauber des Hörens

Mönche - Aphorismen

Brief des heiligen Benedikt

Höre die Weisung

Immer neu anfangen

ora et labora - Nutzen für alle

Oblationsfeier 9.1.2010

Chorgebet u. Choralgesang

Ulrichs- und Benediktuskreuz

Die Stimme der Herrn, der uns einlädt

Christi Liebe nichts vorziehen

Benedikt XVI. über Benedikt

Hören - ankommen

stabilitas und Gottsuche

Die Benediktus-Medaille
des Klosters Weingarten

Kloster ist wie Golf

Hier bin ich

Verabschiedung von
Abt Albert

Die Quelle

Mit geistlicher Freude Ostern

Moritat vom verlorenen Heiligenschein - Demut

Neige dein Ohr - RB Prol 1

nie alles gleichzeitig

Im Alltag Gott

Mönchtum für die Kirche

auf Seinen heiligen Berg

Gott suchen - ihm nach-
gehen wie ein Späher

Das Ohr des Herzens

Gehorsam

Klösterlicher Lebenswandel

Ent-scheidung
Einkleidung am 11.1.2004

Christus Abbas

opprobia - zu RB 58,7

Christus nichts vorziehen

An einen jungen Dichter

Suche mehr, als du suchst!

Benedikt kurzgefasst

Lectio meditatio oratio

Der Gast und das Schweigen im Kloster

Demut RB 7
 

"In Klausur gehen..."
 

Ora et Labora
Prüfe und handle

Ein Gott der Überraschungen

Unterwegs zum Menschsein


Die Benedikt-Medaille
Crux S. Patris Benedicti

Stabilitas

Benediktsregel cap. 58
Weite der Grenze
Investitionsbereitschaft
Magnetfeld des Lebens

Kirchenjahr / Feste

Gedanken zu
Psalmen

Anfänge

weitere Texte

 

 

Demut

In einem Gespräch vor meinem Klostereintritt – so erzählte meine Mutter gelegentlich – habe sie  meinem künftigen Novizenmeister einmal gesagt, für das Ordensleben benötige man wohl vor allem Demut. Der Magister widersprach nicht. Ich habe nie erfahren, was weiter zu dem Thema gesagt wurde, aber ich hatte das Gefühl, dass meine Mutter mir die nötige Demut nicht zutraute.

Meine Mutter kannte die Benediktregel damals noch nicht. Hätte sie ihr langes siebtes Kapitel über die Demut gelesen, wäre sie gewiss in ihrer Aussage noch weiter bestärkt worden. Gleichzeitig wäre sie wohl etwas ratlos gewesen angesichts der zwölf Stufen, die Benedikt der Demut zuschreibt. Auch nach 40 Klosterjahren und auch als Abt tue ich mich nicht leicht, das Thema Demut Mitbrüdern, Neueintretenden und den Menschen überhaupt nahe zu bringen und schmackhaft zu machen. Das Wort ist belastet. Es wird nicht selten mit „gebrochenem Rückgrat“ und „Katzbuckeln“ assoziiert. In die heutigen Visionen von Ich-Werdung und Selbstverwirklichung scheint es nicht hineinzupassen.

Von mir selbst sage ich hin und wieder: „Es ist mir schon viel nachgesagt worden, - dass ich demütig sei, aber noch nie.“ Wenn man mit „Demut“ eine Schwäche zum aufrechten Gang und mit Minderwertigkeitsgefühlen verbindet, ... dann strebe ich sie auch nicht an. Demut ist nach meinem Dafürhalten ein positiver Wert, der zu einem gelungenen Leben einfach dazugehört. Hier und da habe ich ein Zipfelchen von ihr gesichtet ... und vielleicht sogar schon in der Hand gehalten.

Benedikts zwölf Stufen der Demut haben mich motiviert, zwölf Sätze zur Demut zu formulieren, die mich - und vielleicht auch den Leser - anregen, einmal neu über die Demut nachzudenken:

1.   Demut wächst aus der Stärke.
2.    Demut kann den Kopf unter den Arm nehmen,
ohne das Gesicht zu verlieren.
3.   Einen Demütigen kann man nicht demütigen.
4.   Demut schaut in den eigenen Spiegel.
5.   Demut erklärt Versagen nicht weg.
6.   Demut entschuldigt sich bei anderen.
7.   Demut ist lernfähig und –willig.
8.   Demut ist das Ja zur Erde
und Sehnsucht nach dem Himmel.
9.   Demut wagt den Schritt aus der Grenze in die Weite.
10.   Demut ist die Zumutung von Mut.
11.   Demut übt den Himmel.
12.   Demut ist nie Besitz,
sondern stets Versuch.

Abt Albert Altenähr OSB
020622

s. auch: Die Moritat vom verlornen Heiligenschein

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