Textauswahl

Benediktinisches
ora et labora - Nutzen für alle

Oblationsfeier 9.1.2010

Chorgebet u. Choralgesang

Ulrichs- und Benediktuskreuz

Die Stimme der Herrn, der uns einlädt

Christi Liebe nichts vorziehen

Benedikt XVI. über Benedikt

Hören - ankommen

stabilitas und Gottsuche

Die Benediktus-Medaille
des Klosters Weingarten

Kloster ist wie Golf

Hier bin ich

Verabschiedung von
Abt Albert

Die Quelle

Mit geistlicher Freude Ostern

Moritat vom verlorenen Heiligenschein - Demut

Neige dein Ohr - RB Prol 1

nie alles gleichzeitig

Im Alltag Gott

Mönchtum für die Kirche

auf Seinen heiligen Berg

Gott suchen - ihm nach-
gehen wie ein Späher

Das Ohr des Herzens

Gehorsam

Klösterlicher Lebenswandel

Ent-scheidung
Einkleidung am 11.1.2004

Christus Abbas

opprobia - zu RB 58,7

Christus nichts vorziehen

An einen jungen Dichter

Suche mehr, als du suchst!

Benedikt kurzgefasst

Lectio meditatio oratio

Der Gast und das Schweigen im Kloster

Demut RB 7
 

"In Klausur gehen..."
 

Ora et Labora
Prüfe und handle

Ein Gott der Überraschungen

Unterwegs zum Menschsein


Die Benedikt-Medaille
Crux S. Patris Benedicti

Stabilitas

Benediktsregel cap. 58
Weite der Grenze
Investitionsbereitschaft
Magnetfeld des Lebens

Kirchenjahr / Feste

Gedanken zu
Psalmen

Anfänge

weitere Texte

 

Ent - scheidung
Ansprache zur Einkleidung von Frater Jonas (Martin), 11. Januar 2004

Epheser 6,11 Zieht die Rüstung Gottes an, ... 13 Darum legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt. 14 Seid also standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an 15 und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen. 16 Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen. 17 Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes. 18 Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen. (Vgl. auch 1 Thess5,8)

Regel Benedikts, Prolog  3: An dich also richte ich jetzt mein Wort, wer immer du bist, wenn du nur dem Eigenwillen widersagst, für Christus, den Herrn und wahren König, kämpfen willst und den starken und glänzenden Schild des Gehorsams ergreifst

Liebe Mitbrüder,
lieber Martin!

Die Botschaft vom Frieden hat sich tief in das Bewusstsein unseres Glaubens eingeprägt. Die adventlichen Visionen des Jesaja lassen Löwe und Rind nebeneinander weiden, - das Kind am Schlupfloch der Viper spielen. Der verheißene Gottesbote darf den Titel „Friedensfürst“ in Anspruch nehmen. Bei seiner Geburt singt der Engelchor „Friede auf Erden.“ Und unser Orden scheut sich nicht, in seinem Wappen die „Pax“ als Motto integriert zu haben.

Die Auswahl der Lesung aus dem Epheserbrief in dieser Stunde Ihrer Einkleidung, lieber Martin, muss dennoch nicht überraschen, - sie ist immerhin ein biblischer Text und auch Benedikt selbst zögert nicht, davon zu sprechen, dass der Mönch für Christus, den Herrn und wahren König kämpft und darum den starken und glänzenden Schild des Gehorsams ergreift . Im Noviziat – und letzten Endes endet das erst mit dem letzten Atemzug auf Erden – geht es um Aus- und Zurüstung zum Kampf. Benedikt ist es in jedem Atemzug seiner Regel wichtig klarzustellen, dass der Mönchsweg kein netter Sonntagsspaziergang ist, sondern eine Herausforderung, die sich den Schwierigkeiten stellt und mit ihnen auseinandersetzt.

Das Mönchtum ist eine Spezialeinheit in der Truppe des Herrn. Ich möchte ihr Motto an dieser Stelle einmal so formulieren: „Entscheide dich! Lebe entschieden!“  - ... Und selbstverständlich möchte ich das Wort deuten, - auf meine Art.

Die Scheide ist eine Schutzhülle für ein Schwert, - für einen Dolch. Wir gebrauchen das Wort „entscheiden“ zwar nicht so, aber, wenn man das Schwert aus der Scheide zieht ..., - ist das nicht „ent – scheiden“? Wir sagen: „Ich entscheide mich. Heißt das in der angedeuteten Interpretation dann nicht: Ich verlasse meinen schützenden Bereich – die Scheide – und bin kampfbereit? Wenn Sie „ent – schieden“ leben, dann werden Sie auf Widerspruch und Widerstand stoßen. Dann sind Sie gerufen, Ihre Entscheidung zu vertreten und zu verteidigen. Die Entscheidung ist Ihr Kampffeld und Kampfauftrag.

Wichtig ist nicht, dass Sie  irgendwelche  Entscheidungen treffen, sondern dass Sie  sich entscheiden. Sie selbst müssen sich aus den Schutzhüllen heraustrauen, ... ent – scheiden. Nur so werden Sie zum Leben finden, für das Sie von Gott gedacht sind. So werden Sie Profil finden, an dem andere sich reiben und verletzen und das sie selbst (an-)greifbar und verletzlich macht. In dieser Auseinandersetzung werden sie gewinnen, - gewinnen an Profil.

Das Schwert in der Scheide ist zweifellos sehr dekorativ, aber zur Dekoration sind Schwerter nicht gemacht. Ordensleute, - ihre Gelübde, - ihre Nützlichkeit, - ihr Gewand haben in der Kirche immer noch einen beachtlichen Imagewert, aber dazu sind sie nicht gedacht. Entscheidend ist, dass Sie   s i c h   ent - scheiden und   G o t t   ent – schieden leben.

Abt Albert Altenähr OSB
040111

Bild: Reichsschwert

nach oben