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Benediktinisches
Ritter und Mönch

Sinfonia Benedetiina

Vom Zauber des Hörens

Mönche - Aphorismen

Brief des heiligen Benedikt

Höre die Weisung

Immer neu anfangen

ora et labora - Nutzen für alle

Oblationsfeier 9.1.2010

Chorgebet u. Choralgesang

Ulrichs- und Benediktuskreuz

Die Stimme der Herrn, der uns einlädt

Christi Liebe nichts vorziehen

Benedikt XVI. über Benedikt

Hören - ankommen

stabilitas und Gottsuche

Die Benediktus-Medaille
des Klosters Weingarten

Kloster ist wie Golf

Hier bin ich

Verabschiedung von
Abt Albert

Die Quelle

Mit geistlicher Freude Ostern

Moritat vom verlorenen Heiligenschein - Demut

Neige dein Ohr - RB Prol 1

nie alles gleichzeitig

Im Alltag Gott

Mönchtum für die Kirche

auf Seinen heiligen Berg

Gott suchen - ihm nach-
gehen wie ein Späher

Das Ohr des Herzens

Gehorsam

Klösterlicher Lebenswandel

Ent-scheidung
Einkleidung am 11.1.2004

Christus Abbas

opprobia - zu RB 58,7

Christus nichts vorziehen

An einen jungen Dichter

Suche mehr, als du suchst!

Benedikt kurzgefasst

Lectio meditatio oratio

Der Gast und das Schweigen im Kloster

Demut RB 7
 

"In Klausur gehen..."
 

Ora et Labora
Prüfe und handle

Ein Gott der Überraschungen

Unterwegs zum Menschsein


Die Benedikt-Medaille
Crux S. Patris Benedicti

Stabilitas

Benediktsregel cap. 58
Weite der Grenze
Investitionsbereitschaft
Magnetfeld des Lebens

Kirchenjahr / Feste

Gedanken zu
Psalmen

Anfänge

weitere Texte

 

 

Höre – und du kommst an
Zur "Linie" der Benediktsregel

Zwischen diesen beiden Worten entfaltet sich die Regel Benedikts. Zwischen ihnen liegen die Schritte eines langen Weges. An Zahl sind es 72 Schritte- oder Regelkapitel, - die Zahl der Jünger, die Jesus zu zweit auf den Weg schickt, - sechsmal die Zahl der Apostel. Es ist eine Zahl einer unzähligen Vielzahl, die schließlich zu dem Einen hinführt, das und den der Mönch von Anfang an ersehnt hat.     

  • „Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens“ (RB, Prolog 1).
     

  • „So wirst du schließlich unter dem Schutz Gottes zu den Höhen der Lehre und der Tugend gelangen“ (RB 73,9).

Benedikt malt als Sehnsuchtsperspektive des Lebens … das Leben. Er greift damit auf eine Ursehnsucht des Menschen zurück: Leben. Der Mensch möchte nicht nur „leben“, sondern „wirklich leben“. Benedikts Regel fragt danach, was Leben ist. Sie gibt seine Antwort und zeigt den Weg dahin. Das rundum erfüllte Leben des Menschen ist nach Benedikt die Zusage Gottes als des „Ich bin da“. Der Weg dahin ist ein „geregeltes“ Leben, d.h. ein Leben, das dem Ziel gemäß ist. Das führt Benedikt dazu, seine Regel zu schreiben. Sie ist kein Rezept, sondern ein Erfahrungsbericht, der zum eigenen Schritteversuch einlädt.

Gott, der „Ich bin da“, ist das Maß, dem der Mönch sein Leben unterwirft, - an dem er sich ausrichtet, - auf den er sich hinrichtet. RB Prolog 15-20:

  • "Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht?" 
  • Wenn du das hörst und antwortest: "Ich", dann sagt Gott zu dir: 
  • "Willst du wahres und unvergängliches Leben, bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor falscher Rede! Meide das Böse und tu das Gute; suche Frieden und jage ihm nach!
  • Wenn ihr das tut, blicken meine Augen auf euch, und meine Ohren hören auf eure Gebete; und noch bevor ihr zu mir ruft, sage ich euch: Seht, ich bin da." 
  • Liebe Brüder, was kann beglückender für uns sein als dieses Wort des Herrn, der uns einlädt?
  • Seht, in seiner Güte zeigt uns der Herr den Weg des Lebens.

Vielfach wird das Leben in der Gegenwart Gottes als eine moralische Tat des Menschen verstanden. Der Mensch macht sich auf, in der Gegenwart Gottes zu leben. Bei dieser Sichtweise wird leicht übersehen, dass die Gegenwart Gottes nicht vom Mensch abhängt. Der Mensch macht nicht die Gottesgegenwart. Sie ist gegebenes Geschenk, das vor dem Tun des Menschen liegt. Der Mönch sucht sie überall wahrzunehmen und sein Leben von dieser Vorgegebenheit her und auf diese Zielvorgabe hin zu verstehen und zu gestalten.

  • „… ob er wirklich Gott sucht“ (RB 58,7)

„Ich bin da.“

  • „Überall ist Gott gegenwärtig, so glauben wir, und die Augen des Herrn schauen an jedem Ort auf Gute und Böse. 
  • Das wollen wir ohne Zweifel ganz besonders dann glauben, wenn wir Gottesdienst feiern“ (RB 19,1f).

„Ich bin da.“

  • „…damit in allem Gott verherrlicht werde“ (RB 57,9).

„Ich bin da.“

Der Epilog, das 73. Kapitel der Regel, ist geprägt von der dynamischen und Richtung weisenden Präposition „ad“. Der Mönch, der nach Benedikts Regel lebt, ist unterwegs „zu …“. Er zielt „auf…“. Er strebt „nach …“

  • „ad celsitudinem – zum Gipfel“ (RB 73,2)
  • „ad creatorem – zum Schöpfer“ (RB 73,4)
  • „ad patriam – zur Heimat“ (RB 73,8)
  • „ad culmina – zu den Höhen“ (RB 73,9)

Das Kapitel verwendet zweimal das Adjektiv „rectus = richtig, zuverlässig“. Die Heilige Schrift des Alten und des Neuen Testamentes versteht Benedikt als „rectissima norma – als ganz zuverlässige Weisung“ des menschlichen Lebens. Die Schriften der Väter führen „recto cursu – geradewegs“ zum Schöpfer. Da zum Wortfeld des Adjektivs „rectus“ das Verb „regere = lenken, leiten, regieren“ und das Substantiv „rex = König“ gehören, sei es erlaubt, Benedikts Regel als „Königsweg“ des Lebens zu verstehen.

Vielleicht darf man als Benedikts Maxime auch formulieren: Glaube an das Ganze und erkenne es im Fragment! Oder: Tu den nächsten kleinen Schritt, aber verlier das Ziel nicht aus den Augen.

Benedikt wirbt mit seiner Regel um die Menschen. Seine Argumente sind nicht theoretischer Art. Seine Argumente sind letztlich „nur“ er selbst und sein Zeugnis.

Sein Argument sind auch die Mönche, die seiner Wegweisung folgen. Sie sind es, … oder – was Gott verhüte – sie sind es nicht.

090210
  P. Albert Altenähr

 
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