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Benediktinisches
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Mönche - Aphorismen

Brief des heiligen Benedikt

Höre die Weisung

Höre die Weisung

Immer neu anfangen

ora et labora - Nutzen für alle

Oblationsfeier 9.1.2010

Chorgebet u. Choralgesang

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Die Stimme der Herrn, der uns einlädt

Christi Liebe nichts vorziehen

Benedikt XVI. über Benedikt

Hören - ankommen

stabilitas und Gottsuche

Die Benediktus-Medaille
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Kloster ist wie Golf

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Verabschiedung von
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Die Quelle

Mit geistlicher Freude Ostern

Moritat vom verlorenen Heiligenschein - Demut

Neige dein Ohr - RB Prol 1

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Gott suchen - ihm nach-
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Gehorsam

Klösterlicher Lebenswandel

Ent-scheidung
Einkleidung am 11.1.2004

Christus Abbas

opprobia - zu RB 58,7

Christus nichts vorziehen

An einen jungen Dichter

Suche mehr, als du suchst!

Benedikt kurzgefasst

Lectio meditatio oratio

Der Gast und das Schweigen im Kloster

Demut RB 7
 

"In Klausur gehen..."
 

Ora et Labora
Prüfe und handle

Ein Gott der Überraschungen

Unterwegs zum Menschsein


Die Benedikt-Medaille
Crux S. Patris Benedicti

Stabilitas

Benediktsregel cap. 58
Weite der Grenze
Investitionsbereitschaft
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Anfänge

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Höre, mein Sohn, die Weisung des Meisters (RB Prolog 1)
Eine Regelanreicherung

Es ist fruchtbar, Dinge und Worte zusammenzubringen, die an unterschiedlichen Stellen auftauchen. So kann Vertrautes, das man schon zur Genüge zu kennen glaubt, in neuer Lebendigkeit erkannt werden. Eine solche Zusammenschau will nicht die Eigenständigkeit des einzelnen Textes aufheben, aber sie kann doch neues Licht auf ihn werfen. Zwei Übersetzungen desselben Textes können weitere Anreicherung schenken. Martin Bubers Psalmenübersetzung und ihr sperriges Deutsch ist besonders anregend, wenn Psalmen bedacht werden sollen.

In der Regel Benedikts sind die ersten Worte Schlüssel und zugleich Zusammenfassung der ganzen Regel. Diese Worte neu und neu ins Licht zu rücken, ist ein Weg, für das Ganze der Regel eine innere Sensibilität zu gewinnen.


Benediktsstatue Kornelimünster
Regelbuch mit den ersten Worten des Prologs

Das verbindende Stichwort der hier angeregten Zusammenschau von RB Prolog 1, Psalm 1,2 und Psalm  19,8-11.15 ist die "Weisung", die Tora des Herrn. Während Psalm 1 das Wort "Tora" zweimal wiederholt und so gewissermaßen einschärfend betont, variiert Psalm 19 es fünffach: Weisung, Befehle, Gebot, Furcht des Herrn, Entscheide. In gleicher Weise umspielt Psalm 119 den Tora-Begriff.

Als Fünf-Buch des Mose mit den Erzählungen vom Beginn der Schöpfung bis zum Tod des Mose vor der Schwelle des Gelobten Landes hat sich den Christen der Begriff "Tora" wohl nur teilweise eingeprägt. Die andere Bedeutung als Sammlung von Vorschriften und Verboten scheint mir bei uns Christen geläufiger zu sein. Umso mehr empfiehlt es sich für uns Mönche, gerade den leicht vergessenen Aspekt sich immer wieder vor Augen zu stellen. Die "Weisungen des Herrn" sind keine am grünen göttlichen Juristentisch verfasste(n) "Kommandosache(n)". Sie sind vielmehr Früchte, die aus den Wurzeln der Geschichte(n) Gottes mit seiner Schöpfung, seinem Mensch-Geschöpf und seinem erwählten/geliebten Volk erwachsen.

Psalm 1,2

Selig der Mensch,
der seine Lust hat an der Weisung des Herrn, *
der bei Tag und bei Nacht
über seine Weisung nachsinnt.



O Glück des Mannes,
der Lust hat an seiner Weisung,
über seiner Weisung murmelt tages und nachts!

Psalm 19,8-11.15
 

Die Weisung des Herrn ist vollkommen, *
sie erquickt die Seele.

Das Zeugnis des Herrn ist verlässlich, *
den Unwissenden macht es weise.

Die Befehle des Herrn sind gerade, *
das Herz erfüllen sie mit Freud.

Das Gebot des Herrn ist lauter, *
es erleuchtet die Augen.
 
Die Furcht des Herrn ist rein, *
sie besteht für ewig.

Die Entscheide des Herrn sind wahr, *
gerecht sind sie alle.

Kostbarer sind sie als Gold, als Feingold
in Menge, *
süßer sind sie als Honig und Seim aus den Waben.

Die Worte meines Mundes mögen
dir gefallen, /
das Sinnen meines Herzens stehe dir
vor Augen, *
Herr, mein Fels und mein Erlöser.
 

Übersetzung:
Münsterschwarzacher Psalter

Seine Weisung ist schlicht,
die Seele wiederbringend.

Seine Vergegenwärtigung treu,
den Einfältigen weisemachend.

Seine Anordnungen sind gerade,
das Herz erfreuend.

Sein Gebot ist lauter,
die Augen erleuchtend.

Seine Fürchtigkeit rein,
auf ewig bestehend.

Seine Rechtsgeheiße  sind Treue,
sie bewähren sich miteinander;

die köstlicher sind als Gold,
als Feinerzes viel,
süßer sind als Honig
und Seim aus Waben

Zugnaden seien
die Sprüche meines Mundes,
das Tönen meines Herzens
vor deinen Augen, Du,
mein Fels, mein Erlöser

Übersetzung:
Martin Buber

Als ich die hier vorgelegte Zusammenschau erstellte, berührten mich besonders jene Verse und Aussagen des Psalms 19, die die Wirkungen der "Weisung" benennen. Bei Buber fällt mir auf, dass er dazu Partizipien verwendet. Das gibt den Aussagen etwas Schwebendes und verlockend VerheißendesF[1]

Die Weisung des Herrn erquickt die Seele,
den Unwissenden macht sie weise,
das Herz erfüllt sie mit Freude,
sie erleuchtet die Augen.

... die Seele wiederbringend,
den Einfältigen weisemachend,
das Herz erfreuend,
die Augen erleuchtend.

Um mich nicht in viele Worte hinein zu verlieren, will ich mich auf einen Rat beschränken: Lesen Sie noch einmal, was Psalm 19 über die Wirkungen der Tora sagt. Legen Sie dann den Text beiseite, - ... griffbereit, um ihn am Abend noch einmal zur Hand zu nehmen. ... und auch morgen kann er Sie in den Tag hinein begleiten und am Abend kann er Sie in die Nacht verabschieden.

Die Macht der Worte ist bekannt. Ich traue auch der Macht der angeblich "nur" schönen Worte. Sie sind gute Worte. Sie haben Wirkung.

Höre, mein Sohn, die Weisung des Meisters.


Benedikt-Fahne
Kornelimünster (1917)

 

Meditatio cordis mei in conspectu tuo, Domine.
Das Sinnen meines Herzens stehe dir vor Augen, Herr.
Das Tönen meines Herzens vor deinen Augen, Du.

Albert Altenähr
100623


[1] Eine besondere Kostbarkeit ist mir bei Buber das Sprachbild: "die Seele wiederbringend". Als Benediktiner erinnert mich das an die Gedanken Gregors d.Gr. in der Vita Benedikts zum "habitare secum = dem Wohnen in/bei sich selbst": "Dann kehrte er (Benedikt) an die Stätte seiner geliebten Einsamkeit zurück. Allein, unter den Augen Gottes, der aus der Höhe hernieder schaut, wohnte er in sich selbst" (Gregor d.Gr, Dialoge II,3,5).

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