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Benediktinisches
ora et labora - Nutzen für alle

Oblationsfeier 9.1.2010

Chorgebet u. Choralgesang

Ulrichs- und Benediktuskreuz

Die Stimme der Herrn, der uns einlädt

Christi Liebe nichts vorziehen

Benedikt XVI. über Benedikt

Hören - ankommen

stabilitas und Gottsuche

Die Benediktus-Medaille
des Klosters Weingarten

Kloster ist wie Golf

Hier bin ich

Verabschiedung von
Abt Albert

Die Quelle

Mit geistlicher Freude Ostern

Moritat vom verlorenen Heiligenschein - Demut

Neige dein Ohr - RB Prol 1

nie alles gleichzeitig

Im Alltag Gott

Mönchtum für die Kirche

auf Seinen heiligen Berg

Gott suchen - ihm nach-
gehen wie ein Späher

Das Ohr des Herzens

Gehorsam

Klösterlicher Lebenswandel

Ent-scheidung
Einkleidung am 11.1.2004

Christus Abbas

opprobia - zu RB 58,7

Christus nichts vorziehen

An einen jungen Dichter

Suche mehr, als du suchst!

Benedikt kurzgefasst

Lectio meditatio oratio

Der Gast und das Schweigen im Kloster

Demut RB 7
 

"In Klausur gehen..."
 

Ora et Labora
Prüfe und handle

Ein Gott der Überraschungen

Unterwegs zum Menschsein


Die Benedikt-Medaille
Crux S. Patris Benedicti

Stabilitas

Benediktsregel cap. 58
Weite der Grenze
Investitionsbereitschaft
Magnetfeld des Lebens

Kirchenjahr / Feste

Gedanken zu
Psalmen

Anfänge

weitere Texte

 

„... auf Seinen heiligen Berg ...!“
Ansprache bei der Oblationsfeier am 8. Januar 2005

 Aus dem Prolog der Regel Benedikts

23     Fragen wir mit dem Propheten den Herrn: "Herr, wer darf wohnen in deinem Zelt, wer darf weilen auf deinem heiligen Berg?" 

24     Hören wir, Brüder, was der Herr auf diese Frage antwortet und wie er uns den Weg zu seinem Zelt weist: 

25     "Der makellos lebt und das Rechte tut; 

26     der von Herzen die Wahrheit sagt und mit seiner Zunge nicht verleumdet; 

27     der seinem Freund nichts Böses antut und seinen Nächsten nicht schmäht; 

28     der den arglistigen Teufel, der ihm etwas einflüstert, samt seiner Einflüsterung vom Auge seines Herzens wegstößt, ihn zunichte macht, seine Gedankenbrut packt und sie an Christus zerschmettert." 

29     Diese Menschen fürchten den Herrn und werden wegen ihrer Treue im Guten nicht überheblich; sie wissen vielmehr, dass das Gute in ihnen nicht durch eigenes Können, sondern durch den Herrn geschieht. 

30     Sie lobpreisen den Herrn, der in ihnen wirkt, und sagen mit dem Propheten: "Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern deinen Namen bring zu Ehren." 

31     Auch der Apostel Paulus hat nichts von seiner Verkündigung als Verdienst angesehen, sagt er doch: "Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin."

32     Und er sagt auch: "Wer sich rühmen will, der rühme sich im Herrn." 

33     Schließlich sagt der Herr im Evangelium: "Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels gebaut hat. 

34     Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut."

 

Liebe Mitbrüder, liebe Oblaten und Freunde!

Wir begehen diese Feier der Oblation und der Aufnahme in den Kandidatenkreis der Oblaten am Vorabend des Festes der Taufe Jesu. Jesu Tauffest ist ein Deutungsfest für unsere eigene Taufe und für unser Leben als Christen. Es ist eine in der Buntheit des Wortes „himmlische“ Botschaft, die Jesus und wir vernehmen: „Dies ist bzw. du bist mein/e geliebte/r Sohn/Tochter.“ Über uns ist der Himmel der Liebe geöffnet. Das ist die umfassende Grundbotschaft der biblischen Tradition. Es ist die grundgute Botschaft, die Grundstock und Grundlage für das Gelingen christlichen Lebens ist. Dass wir im Rahmen dieses Festes die Oblationsfeier begehen, ist ein Hinweis darauf, dass im Geist Benedikts leben bedeutet, die Taufe zu entfalten.

Der heilige Benedikt entwickelt sein Lebens- und Regel-Alphabet aus der Tradition der Taufkatechesen seiner Zeit. Der Psalm 15, den er im oben angeführten Abschnitt des Prologs in den Versen 23-28 zitiert, gehört zum festen Bestand dieser alten Taufunterweisungen. Fast möchte man nach der Lektüre von Psalm 15 enttäuscht fragen: ist das alles, was Christsein ausmacht: ... die Wahrheit sagen, ...nicht verleumden, ... nichts Böses tun, ... den Nächsten nicht schmähen? Sicher umfasst christliches Leben mehr als eine Allerweltsmoral, aber vielleicht sollte man sich sehr bewusst sein, dass man auch als Christ und auch als bewusst lebender Christ – als Oblate und Ordensmann – in der Grundschule und nicht mit dem Meisterkurs beginnen sollte. Und der Meister wird bescheiden genug sein, die Grundübungen nicht zu vernachlässigen. Diese Treue im kleinen Alltäglichen ließ ihn reifen. Darin unterscheidet er sich vom pubertierenden Möchte-gern-Mystiker, der die Qualität seines Christseins an den Fiebervisionen schneller und großer Erleuchtungen misst.

Benedikts Christenweg ist der einer Durchalphabetisierung des tagtäglichen Lebens mit der Botschaft des Evangeliums. Christ-, Oblate-, Mönchsein ist  B o d e n k u l t u r , nicht Drahtseilakrobatik. Am Ende des obigen Regelabschnitts wird uns das  F u n d a m e n t  für ein sturmfestes Lebenshaus ans Herz gelegt. Daran werkelt sich der Christ, der Oblate, der Mönch ein Leben lang ab. Das Fundament sind Jesu Weisungen, - ist er selbst, - das Wort, das Fleisch geworden ist.

Wenn Sie hellhörig waren (und bibelfest sind), dann haben Sie in den Versen 33-34 des Regelabschnitts die Schlussverse der Bergpredigt erkannt (Mt 7,24f). Der Festkranz über dem zu bauenden Haus sind die Eingangsverse dieser Predigt Jesu: die acht Seligkeiten (Mt 5,3-11). Sie sind das  Z i e l g e s c h e n k ,  das uns vor- und vorausschwebt und in den erdigen Alltagen die Traumkraft und Herausforderung der Perspektive verleiht.

Abt Albert Altenähr OSB
050104

Foto: Die Eingangsworte der Benedikt-Regel 
"Höre, mein Sohn, die Weisung des Meisters" 
im Regel-Buch der Benedikt-Statue 
im Kornelimünsteraner Kreuzgang

Über benediktinisches Oblatentum erfahren Sie mehr auf der Seite "Aktuelles >> Verschiedenes" in der Themengruppe "Oblaten".

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