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Benediktinisches
ora et labora - Nutzen für alle

Oblationsfeier 9.1.2010

Chorgebet u. Choralgesang

Ulrichs- und Benediktuskreuz

Die Stimme der Herrn, der uns einlädt

Christi Liebe nichts vorziehen

Benedikt XVI. über Benedikt

Hören - ankommen

stabilitas und Gottsuche

Die Benediktus-Medaille
des Klosters Weingarten

Kloster ist wie Golf

Hier bin ich

Verabschiedung von
Abt Albert

Die Quelle

Mit geistlicher Freude Ostern

Moritat vom verlorenen Heiligenschein - Demut

Neige dein Ohr - RB Prol 1

nie alles gleichzeitig

Im Alltag Gott

Mönchtum für die Kirche

auf Seinen heiligen Berg

Gott suchen - ihm nach-
gehen wie ein Späher

Das Ohr des Herzens

Gehorsam

Klösterlicher Lebenswandel

Ent-scheidung
Einkleidung am 11.1.2004

Christus Abbas

opprobia - zu RB 58,7

Christus nichts vorziehen

An einen jungen Dichter

Suche mehr, als du suchst!

Benedikt kurzgefasst

Lectio meditatio oratio

Der Gast und das Schweigen im Kloster

Demut RB 7
 

"In Klausur gehen..."
 

Ora et Labora
Prüfe und handle

Ein Gott der Überraschungen

Unterwegs zum Menschsein


Die Benedikt-Medaille
Crux S. Patris Benedicti

Stabilitas

Benediktsregel cap. 58
Weite der Grenze
Investitionsbereitschaft
Magnetfeld des Lebens

Kirchenjahr / Feste

Gedanken zu
Psalmen

Anfänge

weitere Texte

 

Ora et labora - Prüfe und handle

Über den neuen Weltmeister im Hochsprung, Martin Buß, las ich in der F.A.Z. (10.08.01), dass er im Frühjahr 2000 in einer Krise steckte: Er horchte so lange in sich hinein, bis er vor lauter imaginären Beschwerden nicht mehr hoch genug springen konnte. - ... bis der richtige Arzt kam und ihm sagte: Die Krankheit heißt Martin Buß. Er war kuriert. Plötzlich ging alles wieder, was vorher so gründlich misslungen war.

Die Krankheit ist mir nicht unbekannt, weder theoretisch noch persönlich. Leichter kann ich sie bei anderen diagnostizieren als bei mir selbst. Bekannt ist sie mir mit dem Sprichwort: Wenn du vor lauter Problemen keinen Weg mehr siehst, frage dich, ob du nicht selbst das Problem bist.

*

Das benediktinische Motto-Wort „Bete und arbeite“ kündet von einem Rhythmus, aus dem heraus Leben gelingen kann. Es spricht von einem Spannungsbogen, der beides kennt: Die Anspannung und die Entspannung. Zugleich lädt das Motto ein, den Spannungsrythmus als wirklichen Rhythmus zu leben. Es ist nicht gut, bis zum Geht-nicht-Mehr der Erschöpfung die Anspannung zu praktizieren, um dann – weil nichts mehr geht – die Entspannung zu suchen. Wer erschöpft ist, wird sich nicht entspannen können. Er ist erschlafft, - hängt durch und herum. Erschöpfung ist nicht schöpferisch, - Entspannung dagegen sehr.

Bete! ... – das ist Einladung zur Enspannung und in sich hineinzuhören. Es ist darüber hinaus Einladung, über das eigene Ich hinauszuhören. Es ist Wegweiser zu einem Turm, von dem aus ein Überblick über das Geschehen in der Ebene gewonnen werden kann. Es ist Mahnung, immer wieder einmal beiseite zu treten, um nicht im Abseits der Oberflächlichkeiten zu enden. Der alte griechische Philosoph und Naturwissenschaftler Archimedes formulierte des Hebelgesetz der Physik in dieser Perspektive: Gib mir einen Ort außerhalb der Welt und ich kann die Welt bewegen. Wer in seiner Arbeit aufgeht, sollte die Gefahr nicht unterschätzen, in ihr unterzugehen.

Arbeite! ... – das ist Einladung, den Bogen wieder zu spannen. Es weist uns darauf hin, dass wir noch nicht im Himmel sind, - dass die Erde unser Arbeitsfeld ist, - dass wir nicht reiner Geist sind. Das Reich Gottes ist reine Schau, - reines Hören, - erfülltes Staunen. Wir aber sind auf dem Weg. Nur wer wandert/wandelt, wandelt sich. Wer sitzen bleibt, um nur noch zu hören, bleibt sitzen. Er verliert sich in sich selbst. Tu darum den entscheidenden ersten Schritt, das Gehörte zu leben. dann einen weiteren, - einen dritten usw. Lass keinen aus. Aber vor allem: tu den Schritt, der jetzt dran ist. Verschieb ihn nicht auf morgen. Nur so kommst du weiter. ... und du wirst Unerhörtes erleben.

Abt Albert Altenähr OSB  
010810

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