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Benediktinisches
Vom Zauber des Hörens

Mönche - Aphorismen

Brief des heiligen Benedikt

Höre die Weisung

Immer neu anfangen

ora et labora - Nutzen für alle

Oblationsfeier 9.1.2010

Chorgebet u. Choralgesang

Ulrichs- und Benediktuskreuz

Die Stimme der Herrn, der uns einlädt

Christi Liebe nichts vorziehen

Benedikt XVI. über Benedikt

Hören - ankommen

stabilitas und Gottsuche

Die Benediktus-Medaille
des Klosters Weingarten

Kloster ist wie Golf

Hier bin ich

Verabschiedung von
Abt Albert

Die Quelle

Mit geistlicher Freude Ostern

Moritat vom verlorenen Heiligenschein - Demut

Neige dein Ohr - RB Prol 1

nie alles gleichzeitig

Im Alltag Gott

Mönchtum für die Kirche

auf Seinen heiligen Berg

Gott suchen - ihm nach-
gehen wie ein Späher

Das Ohr des Herzens

Gehorsam

Klösterlicher Lebenswandel

Ent-scheidung
Einkleidung am 11.1.2004

Christus Abbas

opprobia - zu RB 58,7

Christus nichts vorziehen

An einen jungen Dichter

Suche mehr, als du suchst!

Benedikt kurzgefasst

Lectio meditatio oratio

Der Gast und das Schweigen im Kloster

Demut RB 7
 

"In Klausur gehen..."
 

Ora et Labora
Prüfe und handle

Ein Gott der Überraschungen

Unterwegs zum Menschsein


Die Benedikt-Medaille
Crux S. Patris Benedicti

Stabilitas

Benediktsregel cap. 58
Weite der Grenze
Investitionsbereitschaft
Magnetfeld des Lebens

Kirchenjahr / Feste

Gedanken zu
Psalmen

Anfänge

weitere Texte

 

 

Die Quelle
Ein Benedikt-Bild in der Abtei En-Calcat

In der Kirche der Abtei En-Calcat in Frankreich gibt es an einem Seitenaltar einen modernen Retabelaufbau, der als Zentralfigur den heiligen Benedikt zeigt. Er ist umgeben von anderen Heiligen und von szenischen Darstellungen aus der Vita des Heiligen. Die Figuren und Szenendarstellungen sind von den Schwestern der nur wenige Fußminuten entfernten Frauenabtei Dourgne gearbeitet.

Der heilige Benedikt dieses Altares hält in der rechten Hand einen Abtsstab und in seiner linken die aufgeschlagene Bibel mit dem Petruswort „Wohin sollen wir gehen, Herr? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ Jesus hatte gerade die schwierige Rede beendet, in der er Brot mit seinem Leib in miteinander identifizierende Verbindung gebracht hatte. „Wer mein Fleisch isst, …“ Viele verließen darauf Jesus und der fragte auch seine nächsten Freunde: „Wollt nicht auch ihr gehen?“ Petrus hat voller Ratlosigkeit geantwortet, was der Benedikt unseres Altares mit der geöffneten Bibel dem Betrachter entgegenhält. „Wohin sollen wir gehen?“

Will dieser Benedikt vielleicht sagen: „Auch wir Mönche haben keine ‚Antworten’ auf die vielen Fragen. Aber wir wagen eine Antwort: den Glauben und die Nachfolge Jesu. Sein Wort löst auch uns nicht die Rätselfragen der Vernunft, aber in ihnen schimmert der Tiefenglanz anderen, ewigen Lebens auf.“

Um die Hand, die die offene Bibel trägt, hat Benedikt eine Kordel mit einem Beutel daran geschlungen. Der Inhalt des Beutels ist durch die Aufschrift als die Regel identifiziert, die der Heilige geschrieben hat. Ich bin sensibel geworden für derartige Buchbeutel - oder sagen wir besser mit dem Fachausdruck: Beutelbücher -, nachdem ich mir vor Jahren meine kleine Handbibel als ein solches Beutelbuch neu binden ließ.

Bibel u n d Regel in der Hand Benedikts sind eine mir bisher noch nicht begegnete Kombination. Die Künstlerin aus Dourgne und die Mönche von En-Calcat wollen bestimmt etwas damit zum Ausdruck bringen. In der Darstellung hängt die Regel von der Bibel herab, - sie hängt an der Bibel, - sie hängt von der Bibel ab, … buchstäblich und im übertragenen Wortgebrauch. Die Heilige Schrift ist die Quelle der Regel. Sie will nichts anderes sein als die Übersetzung der Bibel in das Lebensfeld des Klosters des heiligen Benedikt. Wenn man es denn modern sagen will: die Regel enthält die „Ausführungsbestimmungen“ der Schrift für den Klosteralltag.

Und dann noch diese Beobachtung: Aufgeschlagen ist die Bibel, - das Quellwort für die Regel! Die Regel selbst ist in ihrem Beutel wohl geschlossen. Wer aus der Quelle trinkt, hat immer auch den Fluss, aber der Fluss ist nicht quellfrische Quelle. Wer aus der Quelle getrunken hat, dem ist Flusswasser nicht genug. So ist auch vorbildliche Regeltreue allein nicht alles. Die Quell-Sehnsucht verlangt nach mehr, - nach einer Ur-Sprungbrunnen. Sie verlangt nach dem, der das Wort des Leben hat die Quelle des Lebens ist. „Du hast Worte des ewigen Lebens.“

Abt Albert Altenähr OSB
071017

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