Textauswahl

Das Wort ist nahe

Berufung

Seligpreisungen

Hüte den Schatz

Mitte des Paradieses

Mit dem Himmelreich ist es 

Leuchtspuren

Du bergende Höhle Gott

Wo ist Emmaus?

Ferien

Ein Ort für dich

Gespräch mit einem Zirkuswagen

Brunnen, gebohrt in die Luft

Lass die Hoffnung fahren

Dem Glauben ein Gesicht

"Die Ernte ist groß ..."

Der Mönch

Spann den Bogen

Emmaus

Auf dem Weg ... wohin?

Ich möchte beten  lernen

Frage und Antwort

Sein ist die Zeit

Der leichte Glaube

An grauen Nebelmorgen

Maria Magdalena

Vertrauen

Die Seele baumeln lassen

Beten

Alleluja

Gotteserfahrungen

Ein Gebet um den rechten
Augen - Blick

Meditative Stolperkante

Ein Gebet der Zukunft

Dem Heiligen begegnen

Herr, lehre uns beten

„Einen Gott, den es gibt,
gibt es nicht“ (Bonhoeffer)

Ich glaube an Gott

Wann betet ihr?

Die Kelter der Liebe

Anreicherungen

Der Traum des Jakob

Freiheit des Betens

Begegnung in Holz

Elija - die Kraft des Weges

Elija und Lazarus

Deus caritas est

Die Farbe des Nebels

Das Tor ist nicht verschlossen

Herr, in deinem Garten

Der Weihrauch

Tabernakellicht

Wenn dein Herz wach ist

Urlaub

erinnere dich

Verkündigung in Gelassenheit

Die Kirche ist jung

„Leib Christi“ – „Blut Christi“

Feuer für morgen

Wachsen

Weisheit der Arche

Lebens-Lauf

Freundin Gott

Paris -
eine geistliche Botschaft

Die Kunst des Feierns

Cantate Domino

Das Heilige den Heiligen

Gott steckt im Detail

Schätze den Schatz

Feiern - wie geht das?

Elija Bilder

Kar- und Osterbilder

Nelly Sachs: David

Gebet am Rande...

Vorsicht Gott!

Gedanken zu einer
Hochzeitsanzeige

farbig glauben

Weltverantwortung

Sich Zeit nehmen

Nachtherbergen für die Wegwunden

Unterwegs nach Emmaus

Kirchenjahr / Feste

Gedanken zu
Psalmen

Anfänge

Benediktinisches

 

 

 

„Ich möchte beten lernen!“

Die Sehnsucht nach mehr geistlichem Leben und nach wirklichem Gebet beschäftigt die Menschen, die über den Horizont der Welt hinaus denken, wohl in jeder Religion und Kultur. Das nagende Gewissen, da nicht zu genügen, ist wieder-und-wiederkehrende Klage in geistlichen Gesprächen und fixer Anklagepunkt im persönlichen Bekenntnis. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine breite Kluft. Je bewusster die Kluft wird, - je mehr der Frust über das Nicht-Gelingen wächst, desto mehr schwindet die Lust, es zu versuchen. Die Praxis lockert sich, - sie verdunstet, - sie erliegt der Schwindsucht. Und schließlich wird Gebet gar nicht mehr geübt und getan. Und wenn dann irgendwann doch in extremer Situation ein Gebet versucht wird, merkt man, dass man buchstäblich „aus der Übung“ ist. Man ist nicht mehr „drin“ und findet nichts mehr „dran“.

Die Kluft, - ja, die Kluft ist es, die das Beten so schwer macht. Die Kluft zwischen Mensch und Gott. Eine Hinüber-Sehnsucht von mir zu Ihm ist wohl da, aber ist sie schon Brücke, Hinüber-Weg und –Schritt? Ich bin ich und Er ist Er. Und: ich bin hier, - Er ist da, - ...  dort, nicht hier. So scheint es mir immer wieder.

Vielleicht kann eine Geschichte unsere Gebetsfragen und Gebetsnot ein wenig klären helfen. 

Meister, lehre mich den Bogen führen.

Vergiss das Ziel,
mache den Pfeil fliegen.

Wie das?

Spanne die Sehne,
halte sie nicht.

Aber …

Spiele die Sehne,
lasse sie los.

Die Sehne tanzt,
der Pfeil fliegt.

Ein Lehrer des Bogenschießens hat mir einmal gesagt, dass die meisten seiner Schüler anfangs vor allem „treffen“ wollen. Der Treffer ins Schwarze gilt als Kriterium des Erfolgs. Was sie meist nicht könnten, sei die gespannte Sehne loslassen. Sie verspannten sich darin, den Bogen zu spannen, und seien zu gespannt auf den Treffer ins Schwarze. So gehe der Schuss „daneben“, selbst wenn er die Scheibe trifft.

 Ist das Beten vielleicht so etwas wie ein Bogenschießen des Geistes? … die Gebetsgedanken und –worte so etwas wie die Pfeile?

Mache die Worte fliegen. Verspanne dich nicht darin, ob es denn alles „richtig“ sei, - ob es „tief“ genug und wirklich „authentisch“ sei. Tu und spiel deine Sehnsucht und ihre Worte. Sei Lehrling.

Ein Gedicht von Hilde Domin – in einer kleinen Variante – mag dazu ermutigen, unsere oft spröde und scheinbar so unvollkommene Gebetspraxis neu zu werten und trotz aller Fragezeichen nicht aufzugeben. Die Chancen des Gewinns sind allemal größer als das Risiko, „daneben“ zu liegen.

Das Gefieder der Sprache wagen
Worte sind Vögel
mit ihnen
davonfliegen

P. Albert Altenähr
100210

Vgl. den Beitrag "Beten", "Spann den Bogen"

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