Textauswahl

Das Wort ist nahe

Berufung

Seligpreisungen

Hüte den Schatz

Mitte des Paradieses

Mit dem Himmelreich ist es 

Leuchtspuren

Du bergende Höhle Gott

Wo ist Emmaus?

Ferien

Ein Ort für dich

Gespräch mit einem Zirkuswagen

Brunnen, gebohrt in die Luft

Lass die Hoffnung fahren

Dem Glauben ein Gesicht

"Die Ernte ist groß ..."

Der Mönch

Spann den Bogen

Emmaus

Auf dem Weg ... wohin?

Ich möchte beten  lernen

Frage und Antwort

Sein ist die Zeit

Der leichte Glaube

An grauen Nebelmorgen

Maria Magdalena

Vertrauen

Die Seele baumeln lassen

Beten

Alleluja

Gotteserfahrungen

Ein Gebet um den rechten
Augen - Blick

Meditative Stolperkante

Ein Gebet der Zukunft

Dem Heiligen begegnen

Herr, lehre uns beten

„Einen Gott, den es gibt,
gibt es nicht“ (Bonhoeffer)

Ich glaube an Gott

Wann betet ihr?

Die Kelter der Liebe

Anreicherungen

Der Traum des Jakob

Freiheit des Betens

Begegnung in Holz

Elija - die Kraft des Weges

Elija und Lazarus

Deus caritas est

Die Farbe des Nebels

Das Tor ist nicht verschlossen

Herr, in deinem Garten

Der Weihrauch

Tabernakellicht

Wenn dein Herz wach ist

Urlaub

erinnere dich

Verkündigung in Gelassenheit

Die Kirche ist jung

„Leib Christi“ – „Blut Christi“

Feuer für morgen

Wachsen

Weisheit der Arche

Lebens-Lauf

Freundin Gott

Paris -
eine geistliche Botschaft

Die Kunst des Feierns

Cantate Domino

Das Heilige den Heiligen

Gott steckt im Detail

Schätze den Schatz

Feiern - wie geht das?

Elija Bilder

Kar- und Osterbilder

Nelly Sachs: David

Gebet am Rande...

Vorsicht Gott!

Gedanken zu einer
Hochzeitsanzeige

farbig glauben

Weltverantwortung

Sich Zeit nehmen

Nachtherbergen für die Wegwunden

Unterwegs nach Emmaus

Kirchenjahr / Feste

Gedanken zu
Psalmen

Anfänge

Benediktinisches

 

 

 

Die Seele baumeln lassen
– einfach so

Wer kann das noch? Wer kann sich das noch leisten? Nicht selten höre ich bei einladenden Hinweisen, sich regelmäßig aus dem Alltagsgetriebe herauszunehmen – sei es für eine längere oder kürzere Zeit oder auch für eine wirklich nur kurze Zeit im Tagesverlauf – den Widerstand, dass das „nicht drin“ ist. Man werde so sehr von Aufgaben, Terminen, Anforderungen gelebt, dass man wirklich keine Zeit finde, das zu verwirklichen. „Ihr im Kloster lebt in einer Oase ‚unwirklichen Lebens’, aber ich …“

Wenn dann im weiteren Gespräch erzählt wird, was heute und normalerweise jeden Tag an Dingen noch vor dem Gegenüber liegt, ist das schon wirklich erschreckend. Es ist viel, meist sogar sehr viel, und ganz schnell wird es als zuviel wahrgenommen. Am Abend ist dann oft alle Kraft erschöpft und es reicht nur dazu, noch etwas vor dem Fernseher zu hängen oder in einer anderen Form rumzuhängen.

Und doch will ich nicht resignieren, - mein Gegenüber eifrig bemitleiden - und ihn als unheilbaren Fall aufgeben. Ich bleibe dabei zu empfehlen: die Seele einmal, … immer wieder einmal, … nach Möglichkeit regelmäßig baumeln lassen! Das ist ein Heilmittel gegen den inneren Stress, sich vom äußeren Druck angefressen oder gar aufgefressen zu fühlen. Der Druck, den wir von außen bekommen, ist erst dann gefährlich, wenn er sich in uns hineinfrisst. Wenn wir der Seele das Vitamin des Baumeln-Lassens schenken, dann perlt der Druck auch eines umfangreichen Tagesprogramms viel leichter an uns ab. Dann halte ich ihn aus, ohne dass er zum Stress wird.

Nicht wenige meinen, genügend Freizeit sei identisch mit dem Baumeln-Lassen der Seele. Aber weil die Freiheit der Freizeit gar nicht so leicht zu ertragen ist, füllen sie sie mit allerlei Zeitvertreib. Sie meinen, auch in der Freizeit etwas „machen“ zu müssen und pflegen so nicht selten den Stress des Zeit-Vertreibens.

*

Ich brauche einen stabilen Ast, an dem ich mich festhalten kann, um die Seele baumeln lassen zu können. Ich brauche etwas, an das ich mich halte, - etwas, das mir Halt gibt, - jemanden, der mich hält.

Es gibt versteckte Ecken, die irgendwie nur mir gehören und wo es einfach schön ist. Andere mögen hier nichts sehen, aber mir sagen sie etwas, - … ihr gewisses Etwas.

 

Es gibt Worte, die mehr sind als eine geordnete Ansammlung von Buchstaben. Sie lassen etwas in mir klingen. Sie sind frohe Botschaft, - … Musik für das Leben.

 

Es gibt ganz gewöhnliche Menschen, die lassen mich ruhig werden, so dass ich mich in einer festen Burg weiß. Einfach wortlos bei ihnen sein ..., das ist einfach gut, - … atemlos gut. Sie verstehen und brauchen keine Erklärung.

Das kosten, - daran Geschmack finden, - dafür Zeit nehmen, es Wurzeln schlagen zu lassen.

Es gibt diese Erfahrungen, die mich weit über das so Erlebte hinausführen in Höhe und Weite. Da ist unendlich gefülltes Nichts und Alles. Hier kann die Seele baumeln und da wächst ihr etwas von Unverletzlichkeit und kraftvollem Lebensschwung zu. Das Stressgefühl kann abfließen und für den Weg im Alltag wächst Selbstbewusstsein der eigenen Kraft heran.

… und dann noch Eines: Rede nicht so viel von dem Stress, den du hast. Du verhätschelst damit den Teufel, der dich quält. Entziehe ihm seine Nahrung, indem du dir schenkst, die Seele baumeln zu lassen – einfach so.

P. Albert Altenähr
090608

 

nach oben