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Seligpreisungen

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Der Mönch

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Emmaus

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Ein Gebet um den rechten
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Herr, lehre uns beten

„Einen Gott, den es gibt,
gibt es nicht“ (Bonhoeffer)

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Elija - die Kraft des Weges

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Paris -
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Benediktinisches

 

 

 

Wo ist Emmaus? – Wie ist Emmaus?

Bei Betrachtungen über das Emmaus-Bild von Janet Brooks-Gerloff in unserem Kloster mache ich immer wieder darauf aufmerksam, dass die Künstlerin weder einen Weg noch das Dorf, geschweige denn die Mahlszene der Emmausgeschichte ins Bild gebracht hat. Die Jünger gehen in der Weglosigkeit ihrer Enttäuschung nach … - ja, wohin gehen sie denn?

Im Lesen des Bildes von links nach rechts, - oder präziser noch: diagonal von links unten nach rechts oben, malte die Künstlerin Emmaus als eine Wettersituation. Die Jünger sind unterwegs in eine Helle, das in ein Dunkel überwechselt. Es liegt Sonnenlicht und zugleich eine Regenfront vor ihnen. Emmaus ist – so meine Deutung des Bildes – weder das Erlebnis noch die Verheißung ewiger Paradiessonne, sondern Weg in das „wirkliche Leben“, wie ich es jeden Tag erlebe, - mit strahlenden Augenblicken und dann auch wieder dunklen Wetterfronten. Emmaus ändert das Leben nicht. Es ändert den Umgang mit dem Leben. Es lässt mich dieses Leben vom Glauben her anders angehen.

 

Im August 2010 erlebte ich bei einer Autofahrt durch die Weiten Neu-Mexikos unser Emmausbild lebendig neu. In der Ferne sah ich einen doppelten Regenbogen. Den Kontrast zwischen der Regenfront und der lichten, regenfreien Zone, wie ich ihn hier sah, hatte ich noch nie so ausgprägt gesehen.

Ein Gedankenblitz: Das ist unser Emmausbild.

Eines malt unser Bild nicht: den Regenbogen. Leider kann ich Janet Brooks Gerloff nicht mehr fragen, was sie zu dem Regenbogen denken würde. Ihre Antwort würde – wie so oft – wahrscheinlich sein: „Ich interpretiere meine Bilder nicht. Das überlasse ich dem Betrachter. Was ich sagen wollte, habe ich in meinem Bild gesagt.“

 

Ich nun -, ich ergänze das Bild der Künstlerin mit dem Regenbogen Noahs aus dem Alten Testament (Gen 9). Er ist mir in diesem Zusammenhang die Osterbotschaft, die Jesus seinen Jüngern auf dem Weg erschließt: „13 Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde.  14 Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken,  15 dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch vernichtet.  16 Steht der Bogen in den Wolken, so werde ich auf ihn sehen und des ewigen Bundes gedenken zwischen Gott und allen lebenden Wesen, allen Wesen aus Fleisch auf der Erde.  17 Das ist das Zeichen des Bundes, den ich zwischen mir und allen Wesen aus Fleisch auf der Erde geschlossen habe.“

Die Jünger sehen den Bogen nicht, - noch nicht. Sie sehen auch Jesus nicht, - noch nicht. Er ist ihnen noch nicht als der Auferstandene deutlich geworden. Noch ist er ihnen ein einfacher „Mitläufer“ auf ihrem Weg, aber doch auch schon ein Wegbegleiter. Sie müssen ihn sich noch weiter verdichten. Dann wird ihnen auch der Regenbogen sichtbar werden.

Ostern, 
die Auferstehungsbotschaft:
Gottes Bogen in den Wolken!

P. Albert Altenähr OSB
100817

Eine Freundin unseres Hauses mailte mir eine Ergänzung zu den obigen Gedanken. Sie spiegelt eine Erfahrung, die der Seelsorger immer wieder bedenken muss: nicht zu schnell eine "fromme Lösung" in die Fragen, die Sorgen, den Kummer der Menschen einbringen. Ein Mit-Aushalten des Dunkels ist meist helfender als die schnelle Antwort. Unsere Freundin schreibt:

Als das Bild seinerzeit an … in … (für eine Ausstellung) ausgeliehen war, war ich mit der 
Präsentation sehr unzufrieden. Der Raum, in dem es hing, war zwar hoch, aber er hatte keine 
Weite. Die Besucher in … hat das natürlich nicht gestört; es fand dort großen Anklang, wie 
es immer Anklang findet, wenn es irgendwo der Öffentlichkeit präsentiert wird, und sei es auf 
einem Kalender, Poster oder sonstwo. 
 

Mir kommt es manchmal vor, als hätte Janet Brooks dieses Bild nur für Kornelimünster und nur für diese eine Stelle im Kreuzgang gemalt. Nirgendwo sonst hat man  das Gefühl, auf das Bild zuzukommen und ihm doch nicht näherzukommen, sondern mitzugehen, weiterzugehen, hinterher zu laufen, dem, der in seinem unsichtbaren Mitgehen Trost vermittelt trotz der ungewissen Hell/Dunkel-Situation des Augenblicks. Und vielleicht deshalb steht am Ende kein Regenbogen, der wäre einfach  z u  s c h ö n ... und das ist in verzweifelten Situationen nicht immer ein Trost. So sehe ich es. Ich bin dankbar für den fehlenden Regenbogen.

 

Danke für diesen ergänzenden Kommentar!

 

Weitere Gedanken zu dem Emmausbild: 0001, 0002, 0003

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