Textauswahl

Das Wort ist nahe

Berufung

Seligpreisungen

Hüte den Schatz

Mitte des Paradieses

Mit dem Himmelreich ist es 

Leuchtspuren

Du bergende Höhle Gott

Wo ist Emmaus?

Ferien

Ein Ort für dich

Gespräch mit einem Zirkuswagen

Brunnen, gebohrt in die Luft

Lass die Hoffnung fahren

Dem Glauben ein Gesicht

"Die Ernte ist groß ..."

Der Mönch

Spann den Bogen

Emmaus

Auf dem Weg ... wohin?

Ich möchte beten  lernen

Frage und Antwort

Sein ist die Zeit

Der leichte Glaube

An grauen Nebelmorgen

Maria Magdalena

Vertrauen

Die Seele baumeln lassen

Beten

Alleluja

Gotteserfahrungen

Ein Gebet um den rechten
Augen - Blick

Meditative Stolperkante

Ein Gebet der Zukunft

Dem Heiligen begegnen

Herr, lehre uns beten

„Einen Gott, den es gibt,
gibt es nicht“ (Bonhoeffer)

Ich glaube an Gott

Wann betet ihr?

Die Kelter der Liebe

Anreicherungen

Der Traum des Jakob

Freiheit des Betens

Begegnung in Holz

Elija - die Kraft des Weges

Elija und Lazarus

Deus caritas est

Die Farbe des Nebels

Das Tor ist nicht verschlossen

Herr, in deinem Garten

Der Weihrauch

Tabernakellicht

Wenn dein Herz wach ist

Urlaub

erinnere dich

Verkündigung in Gelassenheit

Die Kirche ist jung

„Leib Christi“ – „Blut Christi“

Feuer für morgen

Wachsen

Weisheit der Arche

Lebens-Lauf

Freundin Gott

Paris -
eine geistliche Botschaft

Die Kunst des Feierns

Cantate Domino

Das Heilige den Heiligen

Gott steckt im Detail

Schätze den Schatz

Feiern - wie geht das?

Elija Bilder

Kar- und Osterbilder

Nelly Sachs: David

Gebet am Rande...

Vorsicht Gott!

Gedanken zu einer
Hochzeitsanzeige

farbig glauben

Weltverantwortung

Sich Zeit nehmen

Nachtherbergen für die Wegwunden

Unterwegs nach Emmaus

Kirchenjahr / Feste

Gedanken zu
Psalmen

Anfänge

Benediktinisches
 

 

 

Die Farbe des Nebels

Es ist ein grauer Spätsommermorgen. Nebel verhängt die aufsteigende Sonne. Die Lust auf den Tag ist nicht mit mir aufgestanden. Feuchte kaltet durch das gekippte Fenster.

Die Träume gehen zurück zu sonnigen Tagen, zu Wärme, zu Begegnungen, die Freundschaft begründen. Der Traum nach vorne will nicht gelingen.

Ich werde aus dem Trott aufgeschreckt: „Eine Spinne hat am Radkasten des PKW vorm Haus eine wunderschöne Wegfahrsperre gebaut.“ Die feinen Fäden des Spinnennetzes sind behängt mit Perlentropfen. Sie glitzern im Nebelgrau.

Ob der Fahrer des Wagens das Kunstwerk der Spinne, der Morgenkühle und des Nebels entdecken wird? Wahrscheinlich nicht. Möglicherweise aber doch. Ich wünsche es ihm.

Ob das Spinnennetz die nächsten Stunden überstehen wird? Wohl kaum. Aber jetzt ist es da. Jetzt ist es schön. Jetzt entlockt es dem Nebelgrau die Farbe der Lächelns.

... und: ein anderer hat mich darauf aufmerksam gemacht! Im Stafettenlauf des Mitteilens der kleinen Freude hellt sich der Tag. Noch ist nicht Mittag, aber die Sonne hat inzwischen allen Nebel weggelacht.

 

   und ergänzend dazu vielleicht ein Gedicht von Marie Luise Kaschnitz:

Auferstehung

Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.

Nur das Gewohnte ist um uns
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen
Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus

Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht

Abt Albert Altenähr OSB.
050824

nach oben