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Ein Ort für dich

Gespräch mit einem Zirkuswagen

Brunnen, gebohrt in die Luft

Lass die Hoffnung fahren

Dem Glauben ein Gesicht

"Die Ernte ist groß ..."

Der Mönch

Spann den Bogen

Emmaus

Auf dem Weg ... wohin?

Ich möchte beten  lernen

Frage und Antwort

Sein ist die Zeit

Der leichte Glaube

An grauen Nebelmorgen

Maria Magdalena

Vertrauen

Die Seele baumeln lassen

Beten

Alleluja

Gotteserfahrungen

Ein Gebet um den rechten
Augen - Blick

Meditative Stolperkante

Ein Gebet der Zukunft

Dem Heiligen begegnen

Herr, lehre uns beten

„Einen Gott, den es gibt,
gibt es nicht“ (Bonhoeffer)

Ich glaube an Gott

Wann betet ihr?

Die Kelter der Liebe

Anreicherungen

Der Traum des Jakob

Freiheit des Betens

Begegnung in Holz

Elija - die Kraft des Weges

Elija und Lazarus

Deus caritas est

Die Farbe des Nebels

Das Tor ist nicht verschlossen

Herr, in deinem Garten

Der Weihrauch

Tabernakellicht

Wenn dein Herz wach ist

Urlaub

erinnere dich

Verkündigung in Gelassenheit

Die Kirche ist jung

„Leib Christi“ – „Blut Christi“

Feuer für morgen

Wachsen

Weisheit der Arche

Lebens-Lauf

Freundin Gott

Paris -
eine geistliche Botschaft

Die Kunst des Feierns

Cantate Domino

Das Heilige den Heiligen

Gott steckt im Detail

Schätze den Schatz

Feiern - wie geht das?

Elija Bilder

Kar- und Osterbilder

Nelly Sachs: David

Gebet am Rande...

Vorsicht Gott!

Gedanken zu einer
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farbig glauben

Weltverantwortung

Sich Zeit nehmen

Nachtherbergen für die Wegwunden

Unterwegs nach Emmaus

Kirchenjahr / Feste

Gedanken zu
Psalmen

Anfänge

Benediktinisches

 

 

 

Teufel oder Gott im Detail?
Das Wagnis der ganzen Wahrheit

Die Sprichwörter sind bekannt: „Der Teufel steckt im Detail“ - „Vor Festen geht der Teufel auf Stelzen.“ Die Worte sind weitgehend akzeptiert. Die Erfahrung scheint sie zu legitimieren. Und es ist ja auch gar nicht zu leugnen, dass die „großen Würfe“ oftmals im Kleinkram der Details zu Grabe getragen werden, - dass in den letzten Tagen und Stunden vor großen Festen die Nerven blank liegen, überreizt sind und Explosionen in der Luft liegen.

 Als Variante dieser Sprichwörter könnte das Wort aus Jean-Paul Sartres Theaterstück „Geschlossene Gesellschaft“ angefügt werden: „L’enfer c’est les autres – Die Hölle, das sind die anderen.“ Eine auch nur sehr flüchtige Internetrecherche zeigt, wie bekannt das Wort ist und wie oft das Sartre-Stück aufgeführt wird. Das spricht dafür, dass Sartres Wort eine durchaus verbreitete Stimmung und Erfahrung widerspiegelt. Wir sehnen uns nach Gemeinschaft, ... aber „die anderen“ und „der/die andere“ stehen der Erfüllung dieser Sehnsucht immer wieder im Weg.

Je größer die Sehnsucht ist, - je größer die Nähe, desto krisenanfälliger wird die konkrete Situation. Was weit weg ist, das berührt mich nicht. Was näher liegt, geht mich mehr an. Was ich nahe an mich herankommen lasse, geht mir nahe. Es greift nach mir. Es packt mich und greift mich an. Kann ich vernünftigerweise erwarten, dass es mich nur sanft streichelnd oder gar gar nicht berührt?

Die obigen Worte buchstabieren sich mir in  m e i n e  Nähen hinein, - und das heißt für mich den Mönch - ganz konkret in meine Klostergemeinschaft, ihren Alltag und seine Alltäglichkeiten. Bei aller biblischen Weisheit, dass wir als Christen nicht von der Welt sind, sind wir doch sehr wohl  i n  der Welt. Was ich hier von mir persönlich schreibe, lässt sich – so vermute ich – in die unterschiedlichsten Lebensbereiche übertragen.

In einem alttestamentlichen Text wird der Prophet Ezechiel (Ez 37) zuerst als „Menschensohn“ angesprochen, - gewissermaßen: Was siehst du, wenn du als Mensch dir die Sache anschaust? Dann wird derselbe Ezechiel aufgefordert, als Prophet an die Sache heranzugehen. Da sieht die Angelegenheit dann ganz anders aus und Dinge werden möglich, die gar nicht möglich sind. Lässt sich ein solcher Sicht- und Positionswechsel auch in unser Sprichwörter hinein übersetzen?

Warum eigentlich nicht so: „Gott steckt im Detail“, „Vor Festen steht Gott auf der Matte“ und „Der Himmel, das sind die anderen“? Das ist nicht Schönfärberei eines blinden Frömmlertums. Das ist vielmehr das Realitätsbewusstsein des Glaubens. Es ist die Weigerung des Glaubens, dem Teufel die Weltherrschaft der Details zu überlassen und Gott ins Exil über den Wolken zu verbannen. Wenn unsere Erfahrungen die Sprichwörter als richtig und wahr bewerten, warum sollte der Glaube ein geringeres Recht haben, seine Variationen ins Spiel zu bringen und sie als Herausforderungen anzunehmen?

Noahs Taube bringt einen kleinen Ölzweig in die Arche, - keinen ausgewachsenen Olivenbaum. Ich übe immer wieder und immer noch den Glauben „Gott steckt im Detail.“ Ich hoffe, dass dieses Zweiglein Glaube in mir zum Baum heranwächst.

Abt Albert Altenähr OSB
030909

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