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Elija - die Kraft des Weges

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Paris -
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Du bergende Höhle Gott

Am Abend der 40 Tage suchte Elija eine Schutzhöhle für die Nacht. Eine Schutzhöhle? Er wird gefragt, ob er wirklich den Frieden der Nacht, - den Schutz suche. „Was willst du hier, Elija?“ Und es bricht aus ihm heraus, dass er trotz der langen Wanderung noch gar nicht wirklich unterwegs war, sondern sich in sich selbst versteckt und verstockt hatte. Noch war er voller Grimm gegen Gott und überhaupt, -gegen seinen Gott, der ihn in der Auseinander-setzung mit Isebel, der Königin, so allein gelassen hatte. „Du hast versagt, o Gott, … und darum habe auch ich versagt.“ Dem grimmvollen Propheten war die Höhle ein Grummelplatz des eigenen verletzten Ich. „Komm heraus, und stell dich, Elija. Auf den Berg! Vor den Herrn!“ (vgl. 1 Könige 19)

*

Elija und seine Geschichte kamen mir in den Sinn, als mich eine Freundin nach dem „Tag der Freunde 2010“ in unseren Klostergarten führte, um mich auf ein „Kunstwerk“ aufmerksam zu machen, das wohl Kinder an diesem Tag sich erspielt hatten. Von der großen Höhle, die vor Jahren eine Baumoperation in der Hainbuche hinterlassen hat, hatten sich mit kleinen Ästen einen Weg um den halben Baum gelegt, - angereichert mit Kastanien, Tannenzapfen und leeren Schneckenhäusern. Auf der Rückseite der Buche hatten die Kinder dann ein verspielt kleines Rindenwigwam errichtet. Den Eingang schmückten zwei Vogelfedern. Die Spielfreude der Kinder lockt in das eigene Nachdenken.

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War den Kindern die Baumhöhle zu groß erschienen? War sie ihnen viel zu fix vorgegeben? Wollten sie ausziehen aus der „kalten Größe“ und etwas Eigenes und Persönliches, - etwas ihrer eigenen Größe Angemessenes gestalten? Ganz viel Liebe, Sorgfalt und Arbeit sind in diesem Kinderkunstwerk zu erkennen. Und so, wie die Kinder ihr Werk uns dagelassen haben, ist es dem zufälligen Entdecker Frage und Botschaft nach seinem Gottesbild und Gottesverständnis. Bleibt er kalte Größe und Ferne, die mich frieren macht? Buchstabiere ich Gott so an mich heran, dass er mir Zuhause wird?

*

Noch ein Text kommt mir in den Sinn, das Gedicht „Höhle“ von Kurt Marti.

 

dunkel leuchtende höhle
wo wir
wärme suchen und zuflucht
bei feuer und freunden

schöne höhle du gott
in der wir
immer schon gingen
und wussten es nicht

 

*

Ich lasse das jetzt einfach mal so stehen.

Nein, ich lasse es mit mir gehen, - einfach so. Vielleicht macht es etwas mit mir.

Und: Danke den Kindern, die mir ihre Höhle in das Nachsinnen gespielt haben.

Albert Altenähr
100901

 

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