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Der Hoffnung eine Schneise!
zu 1 Kön 17,17-24 und Lk 7,11-17
(Auferweckung des Sohnes der Witwe von Sarepta
und des Jünglings von Nain)
Es ist wohl eine
Kindheitsfaszination - … und auch der Glaubensfixpunkt „Auferstehung
Jesu“, die meine Aufmerksamkeit in den biblischen Geschichten von der
Auferweckung des Jünglings von Nain durch Jesus und jener des Sohnes der
Witwe von Sarepta durch den Propheten Elija auf die beiden jungen Männer
richten. Auf den ersten Blick sind es diese beiden gerade Verstorbenen,
die im Mittelpunkt der Erzählungen stehen. Aber sind sie wirklich der
Fokuspunkt dieser Geschichten?
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1 Könige 17:17-24
17 Nach einiger Zeit
erkrankte der Sohn der Witwe, der das Haus gehörte. Die
Krankheit verschlimmerte sich so, daß zuletzt kein Atem mehr in
ihm war. 18 Da sagte sie zu Elija: Was habe ich mit
dir zu schaffen, Mann Gottes? Du bist nur zu mir gekommen, um an
meine Sünde zu erinnern und meinem Sohn den Tod zu bringen.
19 Er antwortete ihr: Gib mir deinen Sohn! Und er nahm ihn
von ihrem Schoß, trug ihn in das Obergemach hinauf, in dem er
wohnte, und legte ihn auf sein Bett. 20 Dann rief er
zum Herrn und sagte: Herr, mein Gott, willst du denn auch über
die Witwe, in deren Haus ich wohne, Unheil bringen und ihren
Sohn sterben lassen? 21 Hierauf streckte er sich
dreimal über den Knaben hin, rief zum Herrn und flehte: Herr,
mein Gott, laß doch das Leben in diesen Knaben zurückkehren!
22 Der Herr erhörte das Gebet Elijas. Das Leben
kehrte in den Knaben zurück, und er lebte wieder auf. 23
Elija nahm ihn, brachte ihn vom Obergemach in das Haus hinab und
gab ihn seiner Mutter zurück mit den Worten: Sieh, dein Sohn
lebt. 24 Da sagte die Frau zu Elija: Jetzt weiß ich,
daß du ein Mann Gottes bist und daß das Wort des Herrn wirklich
in deinem Mund ist. |
Lukas 7:11-17
11 Einige Zeit später
ging er in eine Stadt namens Naïn; seine Jünger und eine große
Menschenmenge folgten ihm. 12 Als er in die Nähe des
Stadttors kam, trug man gerade einen Toten heraus. Es war der
einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe. Und viele Leute aus der
Stadt begleiteten sie. 13 Als der Herr die Frau sah,
hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht! 14
Dann ging er zu der Bahre hin und faßte sie an. Die Träger
blieben stehen, und er sagte: Ich befehle dir, junger Mann: Steh
auf! 15 Da richtete sich der Tote auf und begann zu
sprechen, und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück. 16
Alle wurden von Furcht ergriffen; sie priesen Gott und sagten:
Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten: Gott hat sich
seines Volkes angenommen. 17 Und die Kunde davon
verbreitete sich überall in Judäa und im ganzen Gebiet ringsum.
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Bei
der Meditation der Erzählungen, die mich auf die Sonntagspredigt
vorbereiten sollte, fiel mir anderes auf: In der Mitte der Erzählungen
stehen die beiden Mütter. Die Mütter, - ihr Verlust und ihre
Hoffnungslosigkeit berühren den Propheten und Jesus. Mit ihnen haben
Jesus und Elija Erbarmen. Und interessanterweise sagen beide Geschichten
nicht, dass den Jünglingen das Leben zurückgegeben wird, sondern dass
die beiden ihren Müttern zurückgegeben werden.
Beide Frauen hatten nur
den einen Sohn. Die Jungen waren alles, was sie im Leben hatten.
Jenseits der emotionalen Gefühle, die wir heute wohl mehr betonen, als
es die Alten taten, waren die Jungen Garanten des Lebensunterhalts und
der Altersversicherung. Sie waren darüber hinaus auch noch das
Bindeglied in die messianische Verheißung hinein. Die sehr persönliche
Verheißungsperspektive auf den Messias hin ist für den Israeliten
gekappt, wenn die familiäre Generationenfolge abgebrochen ist.
Vielleicht kann man es
auch so formulieren: Die beiden Frauen mussten noch einmal und noch
radikaler Geburtswehen durchleben. Die Nabelschnur ihres Lebens wird
durchschnitten. Ihre Söhne waren ihnen schon mehr oder weniger weit
entwachsen. Aber sie mussten sie und sich selbst noch weiter abnabeln.
Sie mussten ihre eigenen Vorstellungen von Lebenszukunft und
Lebenssicherheit aufgeben.
Der Prophet und Jesus
geben in unseren Erzählungen Zukunft und Sicherheit zurück. Sie geben
ihnen wieder Perspektive und Hoffnung. Die Frauen erhalten ihre Söhne
zurück.
In meinen Gedanken steigt
hier noch ein weiterer Evangelientext auf, - das Wort des gekreuzigten
Jesus an seine Mutter, in dem er sie auf Johannes hinweist: „Siehe da,
dein Sohn.“ Sich selbst gibt er nicht der Mutter zurück. Marias weiteres
irdisches Leben wird nicht mehr von Jesus begleitet, geschützt, getragen
werden. Gewiss, - er wird bei ihr sein bis ans Ende der Zeiten, wie er
es allgemein verheißen hat. Fassbar konkret aber wird es Johannes sein,
der er am Kreuz die Sorge für die Mutter anvertraut.
Ist das eine Einladung,
die beiden Texte der Auferweckung des Jünglings von Nain und jenes aus
dem Alten Testament in die Aufforderung hinaus zu lesen: Entdecke in der
Welt die Zeichen meiner lebendigen Nähe und lasse dich durch sie
ermutigen? Die Welt ist voller Gottesboten.
Die Sonne am heutigen
Sonntagmorgen, dem 6. Juni 2010, ist mehr als die Wärme auf der Haut.
Sie ist die Wärme Gottes für die Seele.
Predigt 8:00 u. 10:30
Albert Altenähr
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