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Kirchenjahr / Feste
Advent und Weihnachten

Fastenzeit und Ostern

Predigt-Miniatur
Stärke unseren Glauben
Wo ist mein Platz?

Wo geht's hin?
Der Hoffnung eine Schneise!
Jeremia Evangelista
Was Gott verbunden hat
27. So. i.J. B
Allerheiligen
Francesca Romana
Sanctus enim dies Domini est - 3. So.i.J. C
Fingerspitzengefühl für Gott - 13. So i.J. B
Neues sprießt - 7. So i.J. B
Denktage
Seid gesinnt wie Christus Jesus 26. So i..J. A
Meine Stärke ist der Herr

Allerseelen 2004
Erde braucht der Mensch zum Glauben 28. So i.J. C

Ein Gebetsnetz für das Leben 29. So i.J C
Weltennot und Gottesstunde 19. So. i J. C

Die beiden Brüder in mir
Jahreswechsel 2003
Allerseelen 2003
Ihr Frauen und Männer
21. So i.J. B
Das Menschsein Jesu

Annaoktav 2003
Dreifaltigkeit 2003
Stopp! Da geht's lang
5. Fastensonntag
Wendepunkte

3. Sonntag im Jahreskreis
Den Glauben wagen
33. Sonntag im Jahreskreis
Entschiedenheit
13. Sonntag im Jahreskreis  
Profess Fr. David
Allerseelen 2001
Silberprofess

Predigt vom 20.5.2001

Gedanken zu
Psalmen

Benediktinisches

Anfänge

weitere Texte

 

Bilanz-Gedanken zum Jahreswechsel

Mit Spannung werden in der Öffentlichkeit Jahresbilanzen von Wirtschaftsunternehmen erwartet. Haushaltsdebatten sind die großen Stunden der Parlamente. Hier wird Bilanz gezogen und werden Pläne für die Zukunft beschlossen. Rechenschaftsberichte sind überall gefordert und versuchen zu analysieren, was gelungen ist, - wo etwas verbessert werden kann und muss, - was als Nächstes angegangen werden soll. Die Kirche(n) und all ihre Gliederungen sind da nicht anders als alle anderen Bereiche der Welt.

In den kritischen Augen der Beobachter steht nur der „top“ da, der „top“ ist. Der Anspruch ist hoch, den wir an andere - ... und an uns selbst stellen. Der „top of the hill – die Gipfelhöhe des Berges” ist das Ziel. Auf der Höhe, - Spitze, - top drauf sein, - in die „top-ten“ von Ranglisten aufsteigen, - in den Top-Etagen residieren, - als Topmodel über die Laufstege des (An-)Gesehenwerdens zu gehen, - ... das sind die Ziele von Träumen und Mühen. Nur wer topfit ist ist tip-top.

Der Traum ist schön, aber was ist mit all denen, für die er sich nicht erfüllt? Erfüllt er sich überhaupt für nur irgendeinen ... rundum und ganz und gar? Die Symphonie des Lebens ist nur zu oft eine unvollendete. Die Ungezählten, die die Gipfel nicht erreicht haben, - zählen sie nicht?

Die Liturgie unserer Kirche endet ihr Kalenderjahr – also das Kirchenjahr - mit dem Christkönigsonntag und feiert ihn mit dem Rang eines Hochfestes. Im Evangelium hören wir die Auseinandersetzung Jesu mit Pilatus, ob Jesus der König der Juden sei. Jesus bekennt sich als König. Es sieht also zunächst und aufs schnelle Hinsehen genauso aus wie in den Traumkategorien der Welt, ... aber sein Reich und Königtum sind anders als die Topetagen irdischer Traumvorstellungen.

Zu den Grundvorstellungen des Königtums Christi gehört, dass sein Herrscherthron ... das Kreuz ist. Sein Herrscherkleid ist der Spottmantel der Soldaten. Seine Krone ist aus Dornen. Am Christkönigsfest beginnt die Messliturgie mit dem Eingangsgesang: „Das Lamm, das geschlachtet ist ...“. Die Träume der Menschen vom Erfolg-Reich werden durch solche Königswirklichkeiten Jesu Christi absolut gegen den Strich gebürstet.

Wenn man dazu bedenkt, dass im Dritten Reich der sog. „Bekenntnis-Sonntag“ auf das Christkönigfest gelegt wurde, dann wird der Kontrast sogar überdeutlich. Kann es ein größeres Spannungspotential geben als zwischen der Ideologie des Herrenmenschtums und dem Bekenntnis zu einem gekreuzigten König?

Das Christkönigfest, das im Festkreis der Kirche die Bilanz des Glaubens und des Christseins zieht, kann unmittelbare Impulse für das christliche Menschenbild geben. Es befragt die in der Welt gängigen / unsere konkreten Wert- und Zielvorstellungen, - es stellt sie infrage. Es kann den sog. Gescheiterten und zu kurz Gekommenen dieser Welt Signal-Botschaft ihrer Würde sein: „Das Lamm, das geschlachtet wurde, ist würdig Herrschaft und Reich zu erhalten.“ Mit diesem Kreuz-König Jesus Christus und im Bekenntnis zu ihm werden die Bedrückten und Gebeugten aufgerichtet. Sie können aufrecht stehen und gehen.

Abt Albert Altenähr OSB
031123
Christkönigfest

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