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Fastenzeit
2009
In
einem Konventgespräch am Aschermittwoch über eventuelle besondere
Fastenübungen wurde gesagt, dass wir uns vielleicht weniger – oder sogar
gar nicht – etwas Besonderes vornehmen sollten und müssten. Es genüge
eigentlich, dass wir den Alltag, - die üblichen Klosterbräuche, auf die
wir uns verständigt haben, - und die jeweiligen „Haus-Aufgaben“
konsequenter in den Blick nehmen und verwirklichen. Im ganz normalen
Alltag liegt genug „Material“ für die Fastenpraxis.
Am Nachmittag erhielt ich den wöchentlichen Rundbrief des Abtes des
Klosters Christ in the Desert, Neu-Mexiko, U.S.A., der unter anderem
auch genau das sagte. Dieses konkrete Fastenziel deutet er dann in einer
Reflexion über den eigentlichen Sinn der Fastenzeit:
„Die Fastenzeit sollte eine Zeit sein, in der wir unsere Herzen, - unser
tiefstes Innere für das Wirken Gottes weiter öffnen. Es ist keine Zeit,
in der wir uns vornehmen, uns selbst heiliger machen! Nein, es ist eine
Zeit, in der wir uns danach sehnen, dass G o t t uns mehr zu eigen
nimmt und dass er die umfassende Mitte unseres Alltags werde. Das ist
das Ziel für den Christen und das Ziel des Mönches: dass Gott mich ganz
zu eigen nehme.
Selten – wenn überhaupt denn je – erleben wir in der Fastenzeit Wunder.
Im Allgemeinen bedeutet die Fastenzeit nur, dass wir uns die Zeit
nehmen, ein wenig energischer gegen die Fehler und Versager anzugehen,
mit denen wir uns das ganze Jahr herumplagen. Das übrige Jahr hindurch
achten wir nicht groß auf diese Fehler und Versager. In der Fastenzeit
versuchen wir, ein klares Bild davon zu bekommen, woran es in unserem
Leben mit Gott mangelt. Wir bitten Gott dann, dass er uns ändere, und
wir versuchen, das uns Mögliche zu tun, damit diese Änderung geschehen
kann.“
Das trifft genau die ersten Verse des Kapitels über die Fastenzeit in
der Regel Benedikts: „Der Mönch soll zwar immer ein Leben führen wie in
der Fastenzeit. Dazu aber haben nur wenige die Kraft. Deshalb raten wir,
dass wir wenigstens in diesen Tagen der Fastenzeit in aller Lauterkeit
auf unser Leben achten und gemeinsam in diesen heiligen Tagen die
früheren Nachlässigkeiten tilgen“ (RB 49,1-3).
P. Albert Altenähr
090225
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