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Kirchenjahr / Feste
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Fastenzeit und Ostern
Weisser Sonntag 2011
Osterkerze 2011
Verhülltes Kreuz
Vom Segen des Anfangs
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Osterkerze 2010
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3. Fastensonntag 2009
Fastenzeit 2009
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Beim Herrn bleiben
Das Töchterchen des Jaiurs
Aschermittwoch 2007
Spurensuche
Im Feuer der Sehnsucht:
der ungläubige Thomas

Ein Licht durchleuchtet die Nacht - Ostern 2006
Karfreitag 2006
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Aschermittwoch 2005

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Ostern 2011

Das verhüllte Kreuz

In diesem Jahr werden wir am Karfreitag in der Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu Christi wieder ein verhülltes Kreuz in die Kirche tragen und nach und nach wieder sichtbar machen. Zum Passionssonntag wird es verhüllt. „Wollen die Mönche zur alten Liturgie zurück kehren?“, werden sich einige fragen. Es geht darum, etwas Sinnvolles wieder einzuführen, was lange Zeit nur wenig geübt wurde.

Mir persönlich war eine kleine Offenbarung die Verhüllung des Reichstages in Berlin im Sommer 1995 durch das Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude. Indem der Reichstag für zwei Wochen nicht zu sehen war, konnte er nachher wieder mit neuen Augen wahrgenommen werden. Die Künstler machten etwas, was in der Kirche seit Jahrhunderten Brauch war. Durch Verhüllen das Sehen und Wahrnehmen schärfen! Wir sehen täglich so vieles – und nehmen es kaum mehr wahr. Verhüllen als eine Art „Fasten für die Augen“, um die Sehschärfe wieder zu verstärken. Vielleicht mag dem einen oder der anderen durch ein verhülltes Kreuz auch das Skandalöse des Kreuzes wieder aufgehen. Die meisten tragen ein Kreuz, in vielen Zimmern unserer Häuser und Wohnungen ist es zu finden, bis hin zu öffentlichen Gebäuden. Das Kreuz als Zeichen der Schande, das für uns Christen zum Zeichen der Hingabe, der Liebe, der Hoffnung und des Lebens geworden ist. Jenseits allen künstlerisch wertvollen, aller kostbaren Materialien ist das Anstößige des Kreuzes wieder in den Blick zu nehmen – und da hindurch das Hoffnungsvolle und Belebende neu zu entdecken. Aber es ist auch die Frage zu stellen, wo wir als Christen - als einzelne und in Gemeinschaft - das Kreuz leben, aus dem Kreuz leben...

Das verhüllte Kreuz als Fasten für die Augen. Vielleicht kann die Fastenzeit generell unseren Blick schärfen für unser Tun und Lassen. In einer globalisierten Welt scheint alles immer und überall gleichzeitig zu haben zu sein: Sonnenurlaub in Winter, Schifahren im Sommer, zu jeder Jahreszeit Obst und Gemüse, das sonst nur innerhalb der Saison zu haben war. Schnell gewöhnen wir uns an diese Gleichzeitigkeit und erleben nicht mehr das Besondere einzelner Zeiten, einzelner Lebensmittel. Oder auch: Immer und überall die „schreienden Bilder“ der Reklame, die Allgegenwart der Geräuschkulissen in öffentlichen wie in privaten Räumen.

Das verhüllte Kreuz: Hinsehen auf das, was nicht gesehen werden kann, neu sehen dessen, was verborgen ist, ein Änderung, vielleicht sogar die Wandlung des eigenen Lebens(stiles) ein kleines Stück weit ermöglichen.

Abt Friedhem Tissen

Der Bericht über die vergangenen Monate

 


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