Geistlicher Kalender für den Advent 2008

Die Idee und ihr Plan
1. Adventwoche
2. Adventwoche
Kommentar(e)

3. Adventwoche

 
3. Advent
14.12.
DSC07735 hp.jpg (230983 Byte) „Johannes war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht“ (Joh 1,8).
Er legte nur Zeugnis für das Licht ab. ..nur …? Es ist etwas Großes, nur das zu sein, was man ist. Es ist eine ständige Versuchung, mehr sein und mehr scheinen zu wollen, als man ist. Und umgekehrt ist es auch eine Versuchung, auf Scheingröße hereinzufallen und sich mit solch Glittergröße zu vergleichen. Johannes war nur ein Kristall, in dem sich das Licht brach. Darin gewann er selbst Farbe.
Herr, öffne meine Augen, dass ich die Wunder deiner Weisung erkenne (Ps 119,18).
 
Montag
15.12.
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„Spruch Bileams, der daliegt mit entschleierten Augen: Ich sehe ihn. Ein Stern geht auf in Jakob“ (Num 24,16.17).
Bileam war vom feindlichen König Moabs gerufen worden, Unheil auf Israel herabzufluchen. Gott aber öffnete ihn für eine Heilsbotschaft. So banal, wie das Wort klingt: „Der Mensch denkt, Gott lenkt“, ist es gar nicht. Angst brauchen wir nicht zu haben vor denen, die nicht für alles eine richtige Antwort haben, sondern vor denen, die ganz genau wissen, wie es …-, und vor allem wie Gott geht.
Herr, öffne meine Augen, …
 

Dienstag
16.12.
DSC07871 a.jpg (198471 Byte) „Wende deine Augen nicht von uns ab, sondern heile alle Wunden“ (Tagesgebet).
Das alte Israel war davon überzeugt, dass der Mensch nur im und aus dem Blick Jahwes Ansehen, Wärme, Leben, Friede und Heil findet. Alles Un-Heil, das Leben und Zukunft hindert, schmilzt unter dem Blick Gottes. Der große Segensspruch des Aaron könnte auch bei uns ein tägliches Gebet für alle Lieben werden. „Der Herr segne und behüte dich. Er lasse sein Antlitz über dir leuchten und sei dir gnädig. Er zeige dir sein Angesicht und schenke dir Frieden“ (Num 6,23-26). Er ist gar nicht schwer, diese Worte auswendig zu lernen.
Herr, öffne meine Augen, …
 
Mittwoch
17.12.
DSC00522 hp.jpg (323308 Byte) „Du Weisheit des Höchsten, in Kraft und Milde ordnest du alles; komm und offenbare uns den Weg der Weisheit und Einsicht“ (Alleluja-Vers; = O-Antiphon zum Magnificat in der Vesper).
In den kommenden Tagen singen die sog. O-Antiphonen der Vesper in besonders feierlicher Sprache und großer Melodie die Sehnsucht nach dem Heiland (> Gotteslob, Lied 112). Sie lassen spüren, dass Weihnachten mehr ist, als der Weihnachtsbaum, Geschenke und eine wenig definierte „Stimmung“.
Herr, öffne meine Augen, …
 
Donnerstag
18.12.
DSC00442 hp.jpg (244949 Byte) „Ihm sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen“ (Lk 1,21).
Haben wir heute noch einen tiefen Sinn für die Bedeutung unseres Namens? Namen sprachen früher oft ganz bewusst einen Wunsch der Eltern für dieses Kind aus. Sie sollten eine Verheißung sein, die sich in dem Kind erfüllen möge. Der Name Jesus wird bei Lukas als ein solches Verheißungsprogramm verstanden. Jesus ist der „(Er-) Löser“, der „Befreier“. Die Botschaft dieses Namens spricht von einer Entfesselung von den Sünden, - von einer Entfesselung zu befreitem Leben.
Herr, öffne meine Augen, …
 
Freitag
19.12.
DSC03397a  hp.jpg (248293 Byte) „Zacharias konnte nicht mit ihnen sprechen. Da merkten sie, dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte“ (Lk 1,22).
Erwarteten die Leute draußen, dass er nach seinem Tempeldienst „ganz der alte“ war, - oder dass er, anders herum, jetzt von einer großartigen Erfahrung in die Welt hineinposaunte? Zacharias hatte tatsächlich eine große Erfahrung gehabt. Das machte ihn still. Das musste er zunächst einmal tief in sich hinein sinken lassen. Das musste er verarbeiten, Wurzeln schlagen und wachsen lassen. In dieser Stille war er ein Bote. Erst als seine Zeit der Niederkunft kam, konnte er sie ins Wort fassen. Worte aus der Stille wiegen!
Herr, öffne meine Augen, …
 
Samstag
20.12.
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Der Engel sagte: „Du hast bei Gott Gnade gefunden“(Lk 1,30).
Was der Engel der jungen Frau in Nazareth ankündigte, war nicht verstehbar und in seinen konkreten Folgen gar nicht absehbar. Menschlich gesehen war es eher beängstigende als frohe Botschaft. Aber die Botschaft war "abgefedert" durch die Zusage: „Gott ist dir gut!“ Ob der Engel nicht vielleicht doch eine Feder zurückgelassen hat, wie es fromme Reliquienverehrung an gewissen Orten staunend glaubte? "Gott ist dir gut" - ist ein Wort, das beflügeln kann. Testen wir seine beflügelnde Kraft einfach einmal mit der irdischen Variante aus: "Ich bin dir gut!"
Herr, öffne meine Augen, …

 

4. Adventwoche

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