
Wenn die Frau gebären
soll,
ist sie bekümmert,
weil ihre Stunde da ist;
aber wenn sie das Kind geboren hat,
denkt sie nicht mehr an ihre Not
über der Freude,
dass ein Mensch zur Welt gekommen ist
Joh 16,21
Nach
der Botschaft
hatte der Engel sie verlassen.
Sie trug das Wort in sich,
doch wurde sie verstanden,
wenn sie die frohe Botschaft
kündete?
Selig bist du, sagte eine.
Weh dir, dachten viele.
Das Wehen des Geistes
war über sie gekommen
die Wehen der Fragen
wuchsen in ihr.
Tragen durfte sie das Wort,
ertragen musste sie Getuschel.
Wehen-Zeit.
War sie froh,
der Enge der Vorhaltungen
entfliehen zu können?
Weg von Nazareth –
hin zum Ursprung Davids:
auf nach Betlehem?
Willkommen
war sie dort nicht.
Die Herbergen sind voll,
die Türen geschlossen,
die Menschen zu,
besetzt mit sich selbst.
Eine Höhle -
ein Stall -
das Sternenzelt -
Jakobs-Nacht
im Ringen mit Gott.
Stunde der Wahrheit
und Geburt:
Ich lasse dich nicht,
du segnest mich denn!
Wehen-Dunkel
Schmerzglutofen
Furten-Stunde
zum Anderen –
zum Neuen –
zum Leben.
Abt
Albert Altenähr OSB
041122
