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Selig die Augen, die da sehen, was ihr seht (Lk 10,23)
Die
Advent- und Weihnachtszeit ist eine Zeit des Lichtes, der Kerzen, des
Strahlens. Was aber sehen wir in all dem Strahlen, in all dem Licht?
Sehen wir richtig, oder werden wir geblendet? Die Weisen aus dem
Morgenland folgten einem Stern. Als sie in Jerusalem einzogen, um nach
dem neugeborenen Kind fragten, sahen sie den Stern nicht. Zu viel Gold,
zu viel Glanz, zu viel Macht ließen sie den Stern nicht mehr sehen. Erst
als sie weiterzogen, aus der Vielheit in die Schlichtheit, ja in die
Dunkelheit hinein, sahen sie wieder den wegweisenden Stern.
Es
bedarf der Dunkelheit, um ein Licht sehen und erkennen zu können, es
bedarf der Dunkelheit, um meinen Lebensstern entdecken und ihm folgen zu
können. Jesus Christus will dieser Morgenstern sein in der Dunkelheit
meines Lebens.
Aber
mehr noch: Durch das Sehen hindurch soll es zum Erkennen kommen, von
einem leiblichen zu einem Inneren Geschehen. Im Kind, in der
Armseligkeit, in den dahergelaufenen Gestalten der Hirten die Macht
Gottes erkennen, seine Zuwendung und Hinwendung zu uns Menschen. Es ist
fast ein Nichts, was wir sehen können, und hinter diesem Nichts dürfen
wir alles erhoffen, Leben für uns selber, Leben für die Welt.
Um
dieses kostbare Leben zu entdecken bedarf es eines langen Weges. Die
Weisen aus dem Morgenland machten sich schon lange vor der Geburt Jesu
auf den Weg. Meine Lebensaufgabe besteht darin, mich auf den Weg zu
machen, um die Geburt Jesu Christi auch in mir und in der ganzen Welt
zuzulassen. Jesus will geboren werden in mir.
Folgen wir dem Stern, um Leben zu
finden, Leben zu finden außerhalb von mir, aber mehr noch in mir. Das
göttliche Leben, die göttliche Geburt, das göttliche Licht in mir ent -
decken, damit mehr und mehr Licht und Leben in unsere Welt kommt.
Wir
dürfen sehen und suchen und erkennen, gehören somit zu denen die von
Christus her hören: "Selig die Augen, die da sehen was ihr seht."
P. Friedhelm
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