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Wegweiser zur Gotteserfahrung
(Psalm 50,23)
Ein Psalm im Psalm
(Ps 36,6-10a )
Jahwe, du
Bezwinger
Von der Lust an
den Psalmen Ps 1
Psalmbrücke
Komm, uns zur Rettung
(Ps 80,3)
Lied der Zeitenfülle
(Ps 150)
Herr, öffne mir die Augen
(Ps 119, 18)
Singt dem Herrn ein neues Lied (Ps
149, 1)
Ein Psalmenlied dem Herrn (Ps 148)
Pretiosen aus Psalm 37
Öffne mir die Augen
(Ps 119,18)
Die Ur-Kunde der Gründung
Wie der Hirsch lechzt nach frischem
Wasser - Ps 42, 2f
Psalm 91
Psalm 24
...wie dem Adler ... (Ps 103,5
)
Ducantur ad orationem
Bei Ihm ist Erlösung in Fülle (Ps
130,7)
ex
Monasterio Salvatoris
(Ps 60, 3-7)
Ein Zeichen, zu dem wir fliehen können - Ps
60, 6
Vigil
am Mittwoch
Ps 73, 13-16
Psalmenerfahrung
- ein Dekalog
Brunnengespräche
Esel
und Psalmengebet
"Der Eine" gegen "das
Nichts" (Ps 1, 6b)
Wir
sind stark im Namen des Herrn
( Ps 20,8)
Er
setzt den Kriegen einen Sabbat!
(Ps 46)
Du
krönst das Jahr mit deiner Güte
(Ps 65)
Vom
positiven Hoch Mut
(Ps 118,7)
"...
der das Schilfmeer zerschnitt ..."
(Ps 136,13)
Kirchenjahr /
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Anfänge
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„Ducantur ad orationem“ –
Die Psalmen als Weg zur Gottesbegegnung
Hinführungsgedanken in das Tagungsthema 2005
der „Arbeitsgemeinschaft Benediktineroblaten“, St. Ottilien, 17.-20.Mai
2005

Die
lateinische Überschrift „Ducantur ad orationem – Sie sollen zum Gebet
geführt werden“ ist dem Kapitel der Regel Benedikts über die
Gastaufnahme entnommen (RB 53,8). Der Aufenthalt des Gastes im Kloster
soll im Gebet eingebettet sein. Der Gast tritt in einen Raum des Gebetes
und durch dieses Pfortenzimmer in das Haus Gottes. Gebet und
Gebetsschulung ist auch heute eine weit verbreitete Sehnsuchtserwartung
in der Begegnung mit einem Benediktinerkloster.
Benedikt spricht außerordentlich detailliert über das
Gebet seiner Gemeinschaften. Er regelt seine Struktur und bis ins
einzelne hinein die Verteilung der Psalmen. Die Breite dieser
Ausführungen kann zu der Meinung führen, dass ein guter Benediktiner der
ist, der dem Gerüst dieser Regelungen getreu folgt. Wenn das Gerüst
allerdings Gerüst bleibt, dann bleiben die Gebete ... Gebete, ohne dass
sie zum Beten werden. Es kann dahin kommen, dass man vor lauter Gebeten
nicht mehr zum Beten kommt. Es mag die Gebetsmühle regelmäßig klappern
im Murmelchor der Mönche, - aber dass das im Gottesrausch geschieht, ist
damit noch nicht garantiert.
Neben dem Gebet der Gemeinschaft kennt Benedikt das Gebet
des einzelnen und damit verbunden die Verantwortung des einzelnen für
sein Beten (RB 18 u. 19). Der Novize wird in einen Raum des Lernens –
der meditatio – geführt (RB 58,5). Auch der „erwachsene“ Mönch
soll die Lesung pflegen (RB 48,4) und Psalmen und Lesungen einüben (RB
8,3). Das ist sicher zunächst einmal sehr praktisch gemeint, aber ebenso
gewiss schwingt da die Suche nach Gebetstiefe mit. Dazu bedarf es das
geneigte Ohr des Herzens (RB Prolog 1). Wie man Christsein nicht
irgendwann schließlich „hat“ und „kann“, so wird man auch Beten nicht
irgendwann einmal „können“. Man bleibt immer Jünger, und nur einer ist
der Meister. Die niederländische Sprache hat für das Wort „Jünger“ das
schöne Pendant „Leerling“. Wir bleiben als Betende Lernbedürftige und
hoffentlich Lernhungrige. Wir bleiben Lehrlinge des Gebetes.
Die biblische Tradition hat uns den Schatz der Psalmen
geschenkt. Die Kirche hat diesen Schatz als ihr Gebetbuch entdeckt und
bewahrt. Wir Mönche nutzen und pflegen es. Die Psalmen sind uns Lehrbuch
des Betens. Sie sind es nicht in einer schönen Gebetstheorie. Sie sind
es in ihrem gebeteten Wort. Sie sind „narrative Gebetstheologie“, indem
sie uns ein Tor öffnen, um uns Einblick in den Gebetsraum und
Gebetstraum der Alten zu gewähren. Sie sind eine Werkstatt, deren Geräte
uns einladen, sie in die Hand zu nehmen und mit ihnen unser eigenes
Werkstück „Beten“ zu erarbeiten.
Der
Gründer und langjährige Dirigent des großen „Philharmonischen Chores
Köln“, Prof. Röhl, hat mir einmal gesagt: „Das wichtigste beim Singen
ist ... der Bleistift. Das zweitwichtigste sind ... die Ohren. Und wenn
einer eine gute Stimme hat, ... ist das auch nicht schlecht.“ Ich
wünsche uns Benediktinern und allen, die die Psalmen lesen und beten,
dass sie Bleistifte und Ohren spitzen und nutzen, um Gott zu hören und
sich seine Botschaft ins Herz zu schreiben. Und wenn wir so an den
Psalmen, - und vielleicht sogar die Psalmen beten lernen, ist
das auch nicht schlecht.
Abt Albert Altenähr OSB
050510 |
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