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Du
krönst das Jahr mit deiner Güte - Psalm
65
Die
Bitte um das tägliche Brot gehört zum täglichen Brot unseres
Betens. In jedem Vaterunser wird es gebetet. ... und was denken wir uns
noch dabei? Wenn der Tisch dann einmal besonders reichlich gedeckt ist,
dann variiert ein glücklicher Genießer das Gebet vielleicht, indem er
lacht: unser heutiges Brot gib uns täglich, - meint es (sehr)
ernst, ... aber hat das Beten vor lauter Wasser im Mund gründlich
beiseite geschoben.
Beim
Gang über die Märkte und durch die Supermärkte können wir bei uns
jederzeit das frischeste Gemüse und Obst besorgen. Jahreszeiten und
regionale Angebote setzen keine Grenzen mehr. Paradiesesfülle
strahlt uns entgegen. Versorgungsengpässe ...? Wunschträume ...?
Fremdworte, denn das global playing lässt als einzige Qual
nur noch die Notwendigkeit der Wahl übrig.
Wir
wissen, dass diese westliche und nördliche Situation des
Wohlstands, die jederzeit auf alles nur Mögliche Zugriff hat, nicht die
allgemeine Normalität in der Welt ist. Wir wissen das, aber ist es uns
auch bewusst? Führt uns das Wunder der Knospe, der Blüte, der
wachsenden, reifenden und schließlich reifen Frucht noch ins Staunen
und in die Dankbarkeit? Lebt in uns noch eine lebendige Erfahrung, wie
sehr wir bei allem Fortschritt eingebunden geblieben sind in die Abhängigkeit
von der Natur?
Der
Sommer und der Herbst führen uns die Gaben der Erde immer wieder neu
vor Augen. Das Erntedankfest am Beginn des Oktobers erinnert uns daran,
dass es bei all unserer Arbeit auch heute ein Geschenk ist, dass wir zu
essen haben. Wer Augen hat zu sehen, dem weist die Natur immer noch eine
Spur zu Gott. Das ist nicht Naturromantik, sondern die Offenheit der
Welt auf Gott hin, - Welt-Offenheit.
Psalm
65,10 Du sorgst für das Land und tränkst es;
du
überschüttest es mit Reichtum.
Der
Bach Gottes ist reichlich gefüllt,
du
schaffst ihnen Korn;
so
ordnest du alles.
11
Du tränkst die Furchen, ebnest die Schollen,
machst
sie weich durch Regen,
segnest
ihre Gewächse.
12
Du krönst das Jahr mit deiner Güte,
deinen
Spuren folgt Überfluss.
13
In der Steppe prangen die Auen,
die
Höhen umgürten sich mit Jubel.
14
Die Weiden schmücken sich mit Herden,
die
Täler hüllen sich in Korn.
Sie
jauchzen und singen.
Abt Albert
Altenähr OSB
010821
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