
Textauswahl
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Wegweiser zur Gotteserfahrung
(Psalm 50,23)
Ein Psalm im Psalm
(Ps 36,6-10a )
Jahwe, du
Bezwinger
Von der Lust an
den Psalmen Ps 1
Psalmbrücke
Komm, uns zur Rettung
(Ps 80,3)
Lied der Zeitenfülle
(Ps 150)
Herr, öffne
mir die Augen
(Ps 119, 18)
Singt dem Herrn
ein neues Lied (Ps 149, 1)
Ein Psalmenlied dem
Herrn (Ps 148)
Pretiosen aus Psalm 37
Öffne mir die
Augen
(Ps 119,18)
Die Ur-Kunde der
Gründung
Wie der Hirsch lechzt
nach frischem Wasser - Ps 42, 2f
Psalm 91
Psalm 24
...wie dem
Adler ... (Ps 103,5 )
Ducantur
ad orationem
Bei Ihm ist Erlösung in Fülle (Ps
130,7)
ex
Monasterio Salvatoris
(Ps 60, 3-7)
Ein Zeichen, zu dem wir fliehen können - Ps
60, 6
Vigil
am Mittwoch
Ps 73, 13-16
Psalmenerfahrung
- ein Dekalog
Brunnengespräche
Esel
und Psalmengebet
"Der Eine" gegen "das
Nichts" (Ps 1, 6b)
Wir
sind stark im Namen des Herrn
( Ps 20,8)
Er
setzt den Kriegen einen Sabbat!
(Ps 46)
Du
krönst das Jahr mit deiner Güte
(Ps 65)
Vom
positiven Hoch Mut
(Ps 118,7)
"...
der das Schilfmeer zerschnitt ..."
(Ps 136,13)
Kirchenjahr /
Feste
Benediktinisches
Anfänge
weitere Texte
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Vom positiven Hoch
Mut (zu Psalm 118,7)
Es war 1998 auf dem Berg Tabor in Israel. Ich stand auf
einem Mäuerchen und erläuterte meiner Pilgergruppe Geschichte und
Tradition des Ortes. Und wie es so geht, kamen wir auch auf andere
Fragen. Wie kann ein Christ hochmütig sich über andere erheben? Wie
kann er auf andere herabschauen? Ist nicht die Demut die christliche
Haltung? Soll er sich nicht mit dem letzten, dem untersten Platz
zufrieden sein?
Wie kann er mit Psalm 118,7 beten: Der
Herr ist bei mir, er ist mein Helfer; ich aber schaue auf meine Hasser
herab?
... ich stand auf einem Mäuerchen
... auf dem Berg Tabor ... Wie ein Blitz durchfuhr es mich: befreie die
Worte Hochmut und herabschauen von der Fessel des negativen
moralischen Wertungsgehalts! Begreife sie zunächst einmal von ihrer
ursprünglichen Erfahrung her! Begreife sie von der konkreten
Anschauung, - vom buchstäblichen Anschauen der Berge und Festungen des
Landes Israel her. Dann verlieren die Worte ihre negative Moralfärbung,
- dann gewinnen sie ein positives Licht. Aus dem Horizont erlebter
Erfahrung sind Hochmut und herabsehen Worte der Stärkung
und der Ermutigung. Gerade in Israel wurde mir das deutlich.
Der Einzelne und das Volk Israel als ganzes hat es immer
wieder erfahren, wie gefährdet sein Leben ist. Die Menschen waren
damals und sind auch heute durchaus nicht schlicht und einfach
menschenfreundlich. Das Wort von den Hassern in Psalm 118,7
mag uns zwar nicht besonders gefallen, aber ist es uns unter der Oberfläche
der immer wieder betonten Toleranz nicht auch heute noch vertraut?
Das Volk Israel hat in seinem Land, durch das immer wieder
Truppen vom Eufrat zum Nil und dann wieder vom Nil zum Eufrat zogen,
stets neu den Schutz der Berghöhen gesucht und gefunden. Berühmt und
wohl jedem Israelbesucher bekannt ist die Herodesfestung Masada über
dem Toten Meer. Nach der Eroberung Jerusalems durch den römischen
Feldherrn Titus (70 n.Chr.) konnte sich hier noch zwei Jahre lang ein
Widerstandsnest halten. Wer einmal oben auf Masada gestanden und
herabgeschaut (!) hat auf die heute noch erkennbaren Lager und Wälle
der römischen Belagerer, kann sich vorstellen, wie hochgemut (!) die
Belagerten ihre Situation beurteilten. Sie waren voller Hoch Mut und
schauten auf ihre Hasser herab.
Die Geschichte von Masada, seiner Belagerung und schließlichen
Eroberung zeigt dann allerdings auch, dass aller Hoch Mut nicht über-mutig
machen darf. Dann bekommt der Hoch Mut eine Schieflage und wird zum
Hochmut, wie wir ihn zu Recht kritisch beurteilen.
Zunächst aber will ich es wagen: Ich will dich rühmen,
Herr, meine Stärke, Herr, du mein Fels, mein Burg, mein Retter, mein
Gott, meine Feste, in der ich mich berge, mein Schild und sicheres Heil,
meine Zuflucht (Psalm 18,2f). Der
Herr ist bei mir, er ist mein Helfer; ich aber schaue auf meine Hasser
herab (Psalm 118,7). Gott schenke mir Stärke und Hoch Mut; er
bewahre mich vor Über Mut.
Abt
Albert Altenähr OSB
010911
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