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Ich möchte beten  lernen

Frage und Antwort

Sein ist die Zeit

Der leichte Glaube

An grauen Nebelmorgen

Maria Magdalena

Vertrauen

Die Seele baumeln lassen

Beten

Alleluja

Gotteserfahrungen

Ein Gebet um den rechten
Augen - Blick

Meditative Stolperkante

Ein Gebet der Zukunft

Dem Heiligen begegnen

Herr, lehre uns beten

„Einen Gott, den es gibt,
gibt es nicht“ (Bonhoeffer)

Ich glaube an Gott

Wann betet ihr?

Die Kelter der Liebe

Anreicherungen

Der Traum des Jakob

Freiheit des Betens

Begegnung in Holz

Elija - die Kraft des Weges

Elija und Lazarus

Deus caritas est

Die Farbe des Nebels

Das Tor ist nicht verschlossen

Herr, in deinem Garten

Der Weihrauch

Tabernakellicht

Wenn dein Herz wach ist

Urlaub

erinnere dich

Verkündigung in Gelassenheit

Die Kirche ist jung

„Leib Christi“ – „Blut Christi“

Feuer für morgen

Wachsen

Weisheit der Arche

Lebens-Lauf

Freundin Gott

Paris -
eine geistliche Botschaft

Die Kunst des Feierns

Cantate Domino

Das Heilige den Heiligen

Gott steckt im Detail

Schätze den Schatz

Feiern - wie geht das?

Elija Bilder

Kar- und Osterbilder

Nelly Sachs: David

Gebet am Rande...

Vorsicht Gott!

Gedanken zu einer
Hochzeitsanzeige

farbig glauben

Weltverantwortung

Sich Zeit nehmen

Nachtherbergen für die Wegwunden

Unterwegs nach Emmaus

Kirchenjahr / Feste

Gedanken zu
Psalmen

Anfänge

Benediktinisches

 

 

 

Sein ist die Zeit
Gedanken zwischen den Jahren

Vielfältig – wenn nicht sogar unzählbar – sind die Redensarten, die sich um die Zeit ranken. Wenn man in die Melodie des Lebens unserer westlichen Welt hineinhört, erfahren wir viel über die Kostbarkeit der Zeit, - wir hören vom Mühen, Zeit zu gewinnen, - Missmut und auch Wut begegnet uns, Zeit verloren zu haben. Auf wie viele Bitten: „Könntest du mal eben …“ haben wir schon die Antwort gehört – und auch selbst gegeben –: „Ich habe keine Zeit“? Und dann haben wir auf einmal für diese Nichtigkeit und jene verführerische Verlockung alle Zeit dieser Welt.

Die Zeit schreitet voran, - läuft, - rennt, - flieht, - sie geht weiter und weiter und wir hetzen ihr nach, um nicht Menschen von gestern zu sein. Wenn aber die Zeit naht, dass die uns zugemessene Zeit abläuft, dann kann Beides zugleich geschehen: sie vergeht nicht, - zieht sich endlos hin und gleichzeitig zerrinnt sie wie Regen im trockenen Erdreich

.

Jahreszahlen werden immer mal wieder mit dem Kürzel „A.D.“ versehen und wir wissen durchwegs auch, dass das als „Anno Domini – Im Jahr des Herrn …“ aufzulösen ist. Das Kürzel ist zu einer Kulturfloskel geworden, deren religiöser Hintergrund vielleicht gewusst wird, aber kaum bewusst ist. „Anno a nativitate Domini Jesu Christi – Im Jahr nach der Geburt des Herrn Jesus Christus …“, so würde es voll ausgeschrieben lauten.

Und dann gibt es noch „den Tag“, - „jenen Tag“, - „den Tag des Herrn“. Es ist der „letzte Tag“, - der „jüngste Tag“, dem kein weiterer folgt und der darum auf ewig der jüngste bleiben wird. Dieser Tag ist eindeutig religiös gefärbt, und trotz aller Katastrophenszenarien über das Weltende, bleibt „der Tag“ für viele irrelevant. Mit dem Ende ist es „aus und vorbei“. Als Christen bekennen wir anderes: Das Ende ist der Anfang der Herrlichkeit.

In einem Kurs unseres Hauses begegnete mir vor kurzem eine Zeitansage, die aus dem Rahmen des Üblichen und oft Wiederholten herausfällt. Da lag in der gestalteten Mitte der Kursgruppe eine Uhr mit den zwölf Stundenziffern „Zeit ist Gnade“. Das ist beileibe keine neue Erkenntnis, aber es wird doch selten so ins Wort gebracht, geschweige denn auf eine Uhr gestaltet. Der Blick nach der Uhrzeit wird zur Erinnerung, dass das Jetzt und dann das Gleich und darauf das Danach besondere Momente sind. Es sind Momente aus Gott, - Geschenke, die mir gegeben sind, - Kostbarkeiten, für die ich verantwortlich bin. Jetzt ist der große Moment meines Lebens. Wenn ich das vorhin genauso sah, dann ist der jetzige Moment mit dem Reichtum des Vergangenen gefüllt. Und wenn ich den jetzigen Augenblick als Zeit der Gnade wahr- und annehme, dann sind meine Augen offen, auch den nächsten Augenblick als Zeitzeichen Gottes für mein Leben zu entdecken.

Alle Zeit ist Gottes Zeit, - ja, ... allezeit ist Gottes Zeit, … und das heißt dann auch: jederzeit ist des Höchsten Zeit. Es ist Entscheidungszeit, - höchste Zeit.

Gott ist nie erst … gleich. Er ist immer … jetzt.

Albert Altenähr
091212

 

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