Umbau des Südflügels

Dem Himmel ein Stück näher, lautete der Titel eines Beitrags des WDR über die Dachanhebung im Südflügel der Abtei.  Das trifft das Äußere – wir Mönche werden ab Herbst eine Etage höher wohnen. Den Menschen nahe – das trifft das Konzept, das wir leben. Wir wollen ein Haus der Glaubensbegegnung sein, offen für Menschen, die Begegnung mit dem klösterlichen Leben suchen, um einfach einmal Abstand vom Alltag zu gewinnen oder ihren Glauben zu vertiefen oder sich mit entscheidenden Lebensfragen auseinander zu setzen. Zahlreiche Menschen haben schon entdeckt, dass es ihnen gut tut, einige Tage im klösterlichen Rhythmus mitzuleben. Wir bieten Raum für die Exerzitienarbeit des Bistums Aachen, das uns fachlich und finanziell unterstützt.

Der weitgehende Umbau des Südflügels gilt recht irdischen Anliegen. Die Gemeinschaft der Mönche gibt mit dem Umbau dem eine passende äußere Gestalt, was in den vergangenen Jahren als inneres Konzept gewachsen ist. Seit Herbst 2000 stehen zehn Gastzimmer im Neubau zur Verfügung, die heutigem Standard entsprechen, dazu acht Zimmer im Altbau. Steigende Gastanfragen haben zu einem gründlichen Umbau des neuen Traktes ermutigt. Am Ende werden dort zwanzig Gastzimmer, eine moderne Küche und die Speiseräume zur Verfügung stehen. 

Seit März diesen Jahres befindet sich die Klosterpforte wieder im Altbau an der Oberforstbacher Straße. Wer die Begegnung sucht, braucht nicht mehr die Eingang hinter dem Haus aufzuspüren.

In weiteren Bauabschnitten soll auch die Kirche umgebaut werden, wiederum um dem einen angemessenen Raum zu geben, was in den letzten Jahren gewachsen ist. Mit Ausnahme des sonntäglichen Konventamts versammeln wir uns zum Gottesdienst mit allen Mitfeiernden im Chorraum der Kirche oder im Oratorium. Auch im Gottesdienst wagen wir Nähe und wir erfahren, dass solche Nähe ein gutes Miteinander fördert. Wir planen, den Gottesdienstraum auf die Fläche des heutigen Chorraums zu reduzieren. Die Seitenkapellen im Kirchenschiff sollen zu Seminarräume umgestaltet werden. Das Hauptschiff der Kirche bleibt als große Halle erhalten, die zum stillen Verweilen einlädt und hier und da auch Raum für ein Konzert oder einen Vortrag bieten kann.

Im Endausbau wird das Paradies der Kirche einmal den Eingangsbereich unseres Hauses der Glaubensbegegnung aufnehmen. Die große Bausubstanz des Altbaus werden wir auf Dauer nicht halten können. Wir suchen eine andere Verwendung, die zu einem Haus der stillen Einkehr passt. Sollte sich kein Betreiber für den Altbau finden, werden wir ihn niederlegen müssen.

Fertigstellungstermin für die Umbauten im Südflügel ist Anfang September. Dann werden wir unser Angebot der Einkehr im Haus der Glaubensbegegnung wieder im vollen Umfang aufnehmen können.

(Auch im Gemeindebrief "Kontakt", Nr. 98, der Propsteigemeinde Kornelimünster)

P. Oliver J. Kaftan OSB
020626


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