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100 Jahre Chorgebet in der Abtei Kornelimünster
1909 - 14. Oktober
- 2009
Am
14. Oktober 1909 wurde das Kloster Kornelimünster kirchenrechtlich als
abhängiges Priorat der Abtei Merkelbeek (Holland) errichtet. Damit fand
die Gründung von 1906 am Ort der alten Reichsabtei Kornelimünster einen
ersten Schlusspunkt - der zugleich einen Anfangspunkt markierte: Der
Beginn des täglichen feierlichen Chorgebetes. Bei allen Irrungen und
Wirrungen, Verlegung des Hauses nach Ilbenstadt, Hessen, (1923 - 1939)
und der teilweisen Verwendung des Hauses als Lazarett während des 2.
Weltkrieges: Nach Möglichkeit wurde das Chorgebet gehalten.
Kamen in die Neugründung 15
Mönche, so sind es heute acht Mitbrüder, die den Gottesdienst feiern.
Die Feier des Gottesdienstes, dem nach der Regel des heiligen Benedikt
"nichts vorgezogen werden" (RB 43,3) soll, ist und bleibt Kernbestand
des klösterlichen Lebens. Und wenn wir Mönche manchmal auch wenige sind,
wenn die Stimmen heiser und die Stimmung "daneben" ist, so wird der
Gottesdienst vollzogen. Ein Vers aus einem Hymnus ist mir da immer
wieder Trost und Stärkung: "Dich rühme unser armes Lob". Und ein Wort
aus einer Präfation: "Es ist ein Geschenk deiner Gnade, dass wir dir
danken." So bescheiden unser Gottesdienst bisweilen ist, es ist unser
gemeinschaftlicher Beitrag zum Gotteslob. In Treue vollzogen ist der
Gottesdienst zugleich Zeichen der Treue Gottes zu uns. Ist doch
Gottesdienst nächst dem Dienst derjenigen, die ihn vollziehen, zutiefst
Dienst Gottes an den Menschen, der sich ihnen in seinem Wort schenkt.
Ein ganz anderes Bild: In
einer Missionszeitschrift wurden Fotos von Fischern gezeigt, die immer
neu vergeblich Ihre Netze auswarfen - und doch in Hoffnung immer neu,
aller vordergründigen Erfahrung zum Trotz, in ihrem Tun fortfuhren -
eben in Hoffnung auf einen guten Fang. Ähnlich kann es mit dem Chorgebet
sein: Es scheint oft leer, sinnlos, vergeblich. Es ist nicht immer ein
"geistlicher Gewinn". Dennoch dürfen und sollen wir weiter machen "in
Hoffnung". ER wird sich uns schenken wenn Er es will. Unser Tun ist es,
dabei zu bleiben, in Treue weiter zu machen. "Erfolg ist keiner der
Namen Gottes" sagt Martin Buber.
"Nehmt Neuland unter den
Pflug" (Jer 4,3; Hos 10,12). Jeder neue Tag liegt wie ein Acker vor uns,
der bestellt werden möchte. Das gilt für das klösterliche Beten ebenso
wie für das klösterliche Arbeiten, die einander bedingen und ergänzen.
In dem Maße ich treu und sorgfältig bete, in dem Maße arbeite ich treu
und zuverlässig. Das eine bedingt das andere, hängt zutiefst mit ihm
zusammen. Jeden Tag will das "Bete und Arbeite" versucht und geübt
werden.
100 Jahr Chorgebet in
Kornelimünster - ein Datum des stillen Gedenkens, nicht der großen
Feier, ein Datum der Dankbarkeit an Gott und diejenigen, die vor uns
diesen Dienst getan und geübt haben. Aber auch ein Tag froher
Zuversicht, dass dieses Gebet noch lange Zeit von den Mönche in
Kornelimünster und ihren Gottesdienstbesuchern, die in Treue mit uns
beten, ausgeübt werden kann.
Erweiterter
geistlicher Impuls für die Klostergemeinschaft am 14. Oktober 2009.
Abt Friedhelm Tissen OSB
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