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Benedikt
von Aniane
Gründerabt von Kornelimünster
Festtag: 11. Februar (Hochfest der Abtei Kornelimünster)
Die Gründung Kornelimünsters verdankt sich den
karolingischen Reformbestrebungen für die Kirche zu Beginn des 9.
Jahrhunderts. Der Sohn Karls des Großen, Kaiser Ludwig der Fromme,
holte gleich zu Beginn seiner Herrschaft (814) den Abt
Benedikt von Aniane an
den Aachener Hof. Mit ihm als Berater führte er die Aachener
Reformsynoden (816-818) durch. Die Gründung Inda, das heutige
Kornelimünster, sollte auf der Grundlage der Regel des Benedikt von
Nursia (+ 547) ein „Muster“ für das Mönchtum im Frankenreich
aufzeigen. Die karolingische Klosterreform vereinheitlichte die im
Lauf der Jahrhunderte bunt gewachsene Mönchstradition und legte so
die Basis für die dominierende Bedeutung der Benedikt-Regel im
Mittelalter. Benedikt von Aniane starb am 11. Februar 821 in seiner Gründung
Inda / Kornelimünster.
Benedikt
(* um 750) entstammte dem westgotischen Adel Südfrankreichs. Er wurde
am Hof König Pippins erzogen, trat in den königlichen Dienst und
nahm am Langobardenfeldzug Karls d. Gr. (773) teil. Wenig später
wandte er sich dem Mönchsleben zu und schloss sich der Gemeinschaft
von Saint-Seine bei Dijon an. Um 779 gründete er auf seinem Erbbesitz
Aniane bei Montpellier ein Kloster, das sich schnell entwickelte.
Benedikt und sein Kloster gewannen im aquitanischen (süd-französischen)
Teil des Frankenreichs und beim jungen König Ludwig dem Frommen, der
diesen Teil des Reiches verwaltete, großen Einfluss.
Benedikts Weg als Mönch führte ihn von einer
streng aszetischen Mönchspraxis, die vor allem von der Tradition der
Mönchsväter Ägyptens und Palästinas geprägt war, zu der
ausgewogeneren Auffassung Benedikts von Nursia (+ 547) und dessen
Klosterregel. Der Codex regularum monasticarum et canonicarum, eine Sammlung von
Klosterregeln, und das Werk Concordia
regularum geben Zeugnis von seinem Ringen um das Verständnis
und eine ausgewogene Form des Mönchtums. Sein Schüler und Nachfolger
als Abt von Aniane, Ardo Smaragdus, hat kurz nach dem Tod Benedikts
eine Vita des Heiligen
geschrieben.
Die Reformen Benedikts aus dem Aachener Zentrum des
Reiches heraus blieben nicht ohne Widerstand, der sich nach dem Tod
des Gründerabtes von Kornelimünster stärker formierte. Das dürfte
einer der Gründe sein, warum Kornelimünster ein eher bescheidenes
Kloster blieb und sein Gründer kaum als Heiliger ins Bewusstsein
trat. Eine begrenzte Verehrung konnte sich nur in seiner
südfranzösischen Heimat entwickeln. Die Grablege in Kornelimünster
geriet in Vergessenheit - was bei einem hoch geschätzten und
verehrten Heiligen sicher nicht vorgekommen wäre - und konnte bisher
nicht aufgefunden werden.
In
Aniane ist von dem von
Benedikt gegründeten ursprünglichen Klosterbau nichts erhalten. Die
Abteigebäude von Aniane sind aus dem frühen 18. Jahrhundert. Am
ursprünglichen Ort der Abtei wurde vor dem Hintergrund des
1100-Jahr-Gedächtnisses zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine
Benediktskapelle gebaut, die nie vollendet wurde (s.
Bild 3).
Am Festtag des Heiligen 1906 ( - 104 Jahre nach der
Aufhebung des Klosters durch Napoleon - ) kamen die Benediktiner
wieder nach Kornelimünster zurück, um die 1000jährige
Klostertradition des Ortes neu aufzunehmen. Zusammen mit dem Papst
Kornelius (+ 254) ist Benedikt von Aniane Patron der Abtei Kornelimünster.
In der Abteikirche zeigen die Glasfenster in den linken Seitenschiff
Szenen aus der Vita des
Heiligen. Am Aachener Dom stellt eine der Figuren an der Außenfront
der Chorhalle den Gründerabt von Kornelimünster dar.
Weitgehend unbekannt dürfte sein, dass Wilhelm von Aquitanien (+
28. Mai 812) - Namenspatron vieler „Wilhelms“ - unmittelbarer Schüler
Benedikts von Aniane war und dass sein Leben weitgehend auch in der Vita Benedikts erzählt wird. Der Herzog von Aquitanien gründete
804 das Kloster Gellone (St. Guilheme le desert) unweit von Aniane,
dem er es unterstellte. Zwei Jahre später trat er selbst dort als
Laienbruder ein. Schon bald nach seinem Tod wurde Wilhelm hoch
verehrt. Das "Chanson de geste" verherrlicht sein Leben als
Kriegsheld und Mönch; es diente Wolfram von Eschenbach als Vorlage für
sein Versepos "Willeham". - An der Chorhalle des Aachener
Doms steht die Figur Wilhelms neben der des Benedikt von Aniane (s.Bild
2 dieser Seite) - Die
Abteikirche von St. Guilhem le Desert (s. Bild 4) ist ein Meisterwerk romanischer
Baukunst:
Eindrucksvoll
ist der romanische Pont du Diable über den Herault, den beide Abteien
zusammen zur Verbesserung der Weg-Verbindung zwischen ihren
Häusern um 1036 errichteten. Das Kloster Aniane kam damals für die
Baumaterialien auf, Gellone bezahlte den Architekten und die
Steinmetze. Der Pont du Diable ist die älteste romanische Brücke
Frankreichs. Die UNESCO hat sie 1999 zum Weltkulturerbe
erklärt.
Abt Albert
Altenähr OSB
011225
Die
Glasfenster unserer Kirche zur Vita des Heiligen
Die
Gründung des Klosters Kornelimünster
Auszug aus Ardos Vita des Benedikt von Aniane
Aus
unserem Stundengebet zum Festtag:
Abschiedsbrief
des
hl. Benedikt von Aniane
(Lesung in der 1. Vesper)
Auszug aus dem Totenbrief
der Mönche von Inda
(Lesung in der Mittaghore)
Die Vita
Benedikts von Aniane im Netz:
lateinisch - deutsch
französisch
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