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23. März 2002
Einkleidung von Fr. Simeon Lüdke
Nach der ersten Vesper des Psalmsonntags wurde unser
Postulant Eberhard Lüdke in einer konventinternen Einkleidungsfeier in
das kanonische Noviziat aufgenommen.
Herr Eberhard Lüdke hat am 31.03.2001 seinen Weg in
unserer Gemeinschaft begonnen. 1941 geboren, hat er nach der kaufmännischen
Ausbildung zunächst als Angestellter bei der Lufthansa und der Möbelfirma
Cassina (Mailand) gearbeitet und schließlich, seinen künstlerischen
Interessen folgend, als Selbständiger seit 1977 in Münster und Köln
eine Kunstgalerie geführt.
In seiner Ansprache während der Aufnahmefeier in das
Noviziat deutete Abt Albert die Einkleidung biblisch als „Anziehen des
neuen Menschen“. Das setzt den Mut voraus, sich seiner Kleider
„berauben“ zu lassen, wie es in den Passionsgeschichten der Karwoche
von Jesus gesagt wird. Es ist der Mut, sich von den vielen „Ansichten
über andere“ zu verabschieden, um „Einsicht in und über sich
selbst“ zu finden. Der Weg des Mönches ist nicht Pflege der Gloriole
einer besonderen Rechtschaffenheit, sondern Weg in die Bescheidenheit.
Thomas von Kempen umschreibt diesen Weg als „nudus nudum Jesum sequi
– nackt dem nackten Jesus folgen.“ Das neue Gewand – der Mönchshabit
– ist in diesem Sinn ein Zeichen des Zieles, auf das der Mönch
zugeht. Das Ordensgewand ist noch kein Hinweis, dass dieses Ziel schon
(weitgehend) erreicht ist.
In dieselbe Richtung weist der Ordensname. Auch er
will einen Weg und ein Ziel andeuten. Eberhard Lüdke hat sich den
Ordensnamen Frater Simeon erbeten. Die Gestalt Simeons, der im Tempel
den Jesus-Knaben als den verheißenen Messias erkennen darf, ist Frater
Simeon durch sein Lied „Nun entlässt du, Herr, deinen Knecht in
Frieden“ nahe gekommen. In leichter Variation der Eingangsworte kann
dieses Lied ein gutes Motto für den benediktinischen Weg unseres neuen
Novizen sein:
| Lukas
2,29 |
Du, Herr, lässt deinen Knecht
,wie du gesagt hast
,in Frieden vorwärts gehen. |
| 30 |
Denn meine Augen haben das Heil
gesehen, |
| 31 |
das du vor allen Völkern bereitet
hast, |
| 32 |
ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel |
Übersetzt heißt der Name Simeon „Jahwe hat
erhört“. Gewissermaßen ist diese Übersetzung des Namens Simeon die
„andere Seite“ der Eingangsworte der Benediktregel: „Höre, mein
Sohn, die Worte des Meisters und neige das Ohr deines Herzens ...“ Das
Motto „Höre!“ ist ein Grundmotiv benediktinischen Selbstverständnisses.
Albert Altenähr OSB
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