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Einweihung des
Südflügelumbaus
23. März 2003
Lesung und Ansprache in der Vesper
Aus der Regel des hl. Benedikt:
Wenn wir die Werkzeuge der geistlichen Kunst Tag
und Nacht unaufhörlich gebrauchen und sie am Tag des Gerichts zurückgeben,
werden wir vom Herrn jenen Lohn empfangen, den er selbst versprochen
hat: "Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, hat Gott
denen bereitet, die ihn lieben." Die Werkstatt aber, in der wir das
alles sorgfältig verwirklichen sollen, ist der Bereich des Klosters und
die Beständigkeit in der Gemeinschaft. (RB4,76-77)
Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden
wie Christus; denn er wird sagen: "Ich war fremd, und ihr habt mich
aufgenommen." Allen erweise man die angemessene Ehre, besonders den
Brüdern im Glauben und den Pilgern. Sobald ein Gast gemeldet wird,
sollen ihm daher der Obere und die Brüder voll dienstbereiter Liebe
entgegeneilen. Zuerst sollen sie miteinander beten und dann als Zeichen
der Gemeinschaft den Friedenskuss austauschen. Diesen Friedenskuss darf
man wegen der Täuschung des Teufels erst nach dem Gebet geben. Allen Gästen
begegne man bei der Begrüßung und beim Abschied in tiefer Demut: man
verneige sich, werfe sich ganz zu Boden und verehre so in ihnen
Christus, der in Wahrheit aufgenommen wird. (RB 53,1-7)
In der kurzen Lesung, die wir gerade gehört haben,
sind zwei Abschnitte der Benediktsregel miteinander verbunden. Der eine
spricht vom Lebensraum der Mönche an sich. Er nennt den äußeren Raum
des Klosterbereiches und den Innenraum des Miteinanders als
Gemeinschaft. Der andere Abschnitt spricht von denen, die als Gäste um
zeitweise Aufnahme anklopfen. Immer wieder haben wir uns in den
vergangenen Jahren Gedanken gemacht, wie wir unser Leben als Mönche
verstehen wollen und wie wir dieses Leben für die Menschen fruchtbar
machen können. Die äußeren Umbaumaßnahmen des vergangenen Jahres,
die wir heute segnen, sind aus diesen Gedanken heraus konzipiert worden.
Wir glauben und sind überzeugt, dass nur der, der
eine Quelle kennt und sie immer wieder anzapft, etwas besitzt, das er
weitergeben kann. Er braucht einen Raum, in den er sich zurückziehen
und in dem er sich regenerieren kann. Ein altes Mönchswort lautet:
„Bewahre deine Zelle und die Zelle wird dich bewahren.“ Der
sogenannte Klausurbereich und die Gemeinschaft der Brüder sind uns
dieser Innen- und Rückzugsraum, in dem wir uns die Quelle Jesus
Christus er-innern und er-leben wollen.
Die Mönchstradition weiß aber auch sehr wohl, dass
Christus, die Quelle, nicht allein in dem geschützten Innenraum zu
finden ist. Er klopft auf vielfältige Weise an die Tür des Klosters.
Im Gast fragt Christus an, ob wir ihn hineinlassen. Der Gast in einem
Kloster ist anders als in einem Hotel nicht „König“, - er ist
„Christus“. Das müssen wir Mönche selbst immer wieder neu lernen
und das ist sicher auch dem Gast, der heute in die Klöster kommt, nicht
einfach selbstverständlich.
Es gibt vertraute Gäste, - solche die unserem
allgemein-christlichen und auch klösterlichen Lebensverständnis nahe
sind und die immer wieder einmal in die Atmosphäre und den Raum, den
wir anbieten, eintauchen. Es gibt aber auch die Fremden, die räumlich
von weither kommen und innerlich vielleicht auch weit weg sind. Sie
wissen nicht unbedingt, was sie im Kloster vorfinden, - vielleicht
wissen sie nicht einmal genau, was sie suchen. Im Hören auf die Stille
– sei es im Gebet mit den Mönchen, sei es in dem einen oder anderen
Gespräch oder einfach im Schweigen – tun sich ihnen u.U. Türen auf,
hinter denen sich Wege zeigen, die weiterführen.
Wenn der Begegnungs- und Erfahrungsraum „Kloster“
– und das heißt in erster Linie, die Gemeinschaft, die in diesem Gebäude
lebt und ihm Leben gibt – Profil hat, dann geht von ihm Strahlung und
Zeugnis aus. Ob und inwieweit wir heute ein gutes Zeugnis für die Gute
Botschaft sind, wissen wir nicht. Aber wir bemühen uns jeden Tag neu
darum, uns von Christus wecken zu lassen, Schritte der Nachfolge zu
gehen.
Abt Albert Altenähr OSB
030320
Einige Fotoergänzungen
zum Einweihungsnachmittag:
Benediktiner@abtei-kornelimuenster.de
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