Verschiedenes aus der Abtei

Termine

Fest- u. Gedenktage
Bleiben
Tag der Freunde 28.8.2011
 

Gottesvorsätze 2010

Das Grab des hl. Kornelius

Papst Kornelius und die Apostel Petrus und Paulus
16.9.

Tag der Freunde
5.8.2007

Hl. Benedikt von Nursia - Giovanni Bellini

Tag der Freunde
27.8.2006

100 Jahre neue Abtei

Weihnachten im Kloster

Kreuzerhöhung 14.9.

Jakobus 25.7.

Kornelius-Legende 16.9.

Mariä Himmelfahrt
15.8.

Tag der Freunde
13.7.2003

Profess Fr. Simeon
5.4.2003

Einweihung Südflügel
23.3.2003

Kornelius 16.9.

Ende der Reichsabtei
16.8.1802


Benedikt von Nursia
 11. Juli


Profess Fr. David 1.5.2002


Einkleidung von
Fr. Simeon Lüdke
23.3.2002

Heimgang des heiligen Benedikt von Nursia
21.3.

Geburtstag Abt Albert 17.3.2002

Benedikt von Aniane 11.2.

Namenstage

Kurznachrichten

FAQs
 
Häufig gestellte Fragen

Oblaten

Presseberichte

Baumaßnahme

Klöster

weitere Texte

Abtswahl

 

Eine Kornelius-Legende
Über den Ursprung der Hinkelsteine in der Bretagne
 

Freunde besuchten mich auf der Rückfahrt aus ihrem Urlaub in der südlichen Bretagne. Sie erzählten von dem großen Hinkelstein-Feld bei Carnac mit seinen rund 3.000 Hinkelsteinen. In den Benediktinerklöstern Kergonan und Kerbeneat hatten sie nach Kornelimünster hinübergedacht. Und sie waren überrascht, in Carnac eine Kornelius-Kirche gefunden zu haben.

Noch überraschter waren sie dann aber, dass ich – der ich noch nie in der Bretagne gewesen bin – ihnen einiges erzählen konnte, das ihren Ferieneindrücken noch einen besonderen Farbtupfer gab und gibt.

Der heilige Kornelius ist in der Bretagne und besonders im Süden einer der bekanntesten Heiligen. Aber auch in Cornwall, auf der anderen Seite des Ärmelkanals – chez les Bretons d’outre-Manche –, findet man das Kornelius-Patrozinium. Der älteste Beleg für das Kornelius-Patrozinium von Carnac führt in das 9. Jahrhundert. Es ist genau die Zeit, in der nach der hiesigen Tradition Kaiser Karl der Kahle Kornelius-Reliquien nach Kornelimünster brachte.

Es kann gar nicht verwundern, dass der „Hinkelstein-Wald“ von Carnac zu vielfältigen Legenden führte. Und genauso wenig wird es verwundern, dass die Verehrung des heiligen Kornelius sich mit den Erzählungen über die Hinkelsteine verbunden hat. Zeugnis für die auch heute lebendige Verbindung ist die Bezeichnung „Soudarded sant Korneli = Soldaten des hl. Kornelius“ für die in geordneten Reihen dastehenden Riesensteine.

*

Die Legende erzählt: Um das Jahr 253 erfuhr der Papst Kornelius, dass missgünstige Bürger Roms schlimme Gerüchte über ihn verbreitet hatten und der Kaiser ihn darum zum Exil verurteilt hatte. Er hatte auch erfahren, dass die Soldaten einen Zwischenfall herbeiführen und ihn dann nicht ins Exil führen sondern gleich in die Kampfarena bringen wollten, um ihn in Qualen sterben zu lassen.

Nun, man kann Papst sein, ohne die Berufung zum Martyrium in sich zu fühlen. So schien es Kornelius angebrachter zu sein, gleich seine Habseligkeiten zu packen und Rom auf das schnellste zu verlassen. Er schlug den Weg nach Nord-Westen ein, - begleitet nur von zwei Ochsen, die sein Gepäck trugen und die er auch als Reittiere nutzen konnte, wenn er vom Weg müde geworden war. 

Kornelius hatte noch nicht die Alpenpässe erreicht, als ihm ein Engel in Gestalt eines Murmeltieres erschien. Durch sein Pfeifen machte es ihn auf sich aufmerksam und teilte ihm mit, dass eine römische Armee ihn verfolge und er darum seinen Marsch beschleunigen müssen. Glücklicher- und wunderbarerweise erhielten seine Last-Ochsen auch sofort die Gabe, so schnell wie Pferde voran zu kommen. Kornelius zog durch ganz Gallien und erreichte die Bretagne, ohne von seinen Verfolgern eingeholt zu werden. Er wanderte um die Bucht von Morbihan, zog durch Auray und nahm den Weg nach Carnac.

Auf einem Acker am Weg sah Kornelius Bauern bei der Aussaat von Hafer. Da er ein umgänglicher Mann war, hielt er kurz inne und sprach mit den Bauern ein wenig über ihre Arbeit.

- Alors, ihr seid dabei zu säen?
- Ganz recht.
- Und was sät ihr da gerade?
- Das ist Hafer.
- Eh bien, ich will ein kleines Wunder wirken, - ... hatte schon lange keine Gelegenheit mehr dazu und das fehlt mir ein bisschen. Den Hafer, den ihr heut sät, werdet ihr morgen ernten können.

Die Bauern schauten ihn verblüfft an und fragten sich, was für ein Narr das sei. Sie machten einfach ihre Arbeit voller Fleiß weiter. Am nächsten Morgen waren sie aber mehr als überrascht, als sie ihren Hafer, den sie am Vortag gesät hatten, mit schweren Ähren auf vollem Halm und reif zur Ernte sahen. Sie hielten sich nicht lange mit der Frage auf, wie das wohl geschehen war, sondern holten schnell ihre Sensen, um die unverhoffte Ernte einzubringen.

Genau in diesem Moment tauchten die römischen Soldaten auf und sind drauf und dran, den Flüchtling einzuholen. Auch sie hatten die Straße nach Carnac eingeschlagen. Ihr General fragte im Vorbeimarsch:

- Habt ihr vielleicht einen Mann mit zwei Ochsen hier vorbeikommen sehen?
- Haben wir.
- Einen schwarz-bunten und einen rot-bunten Ochsen? Beide mit großen Hörnern, wie die italischen Ochsen sie haben?
- Genau.
- Wann habt ihr sie gesehen?                                             
- Eh bien; das war, als wir diesen Hafer gesät haben.                           

- Absolut sicher.
Der General verzog sein Gesicht vor Enttäuschung.
- Dann ist es unnütz, dass wir weiterziehen. Wir erwischen sie nicht mehr. Er hat zuviel Vorsprung. Wir schlagen hier das Lager auf.

Während die Römer ihre Zelte aufschlugen, beobachtete Kornelius die Umgebung. Er war sich klar, dass er sich nicht mehr retten konnte, denn vor sich hatte er nur das große Meer und hinter sich das Römerlager. So suchte er sich zu verstecken. Aber er war auf einer kahlen Heidefläche, auf der weder der kleinste Strauch wuchs noch eine noch so bescheidene Hütte stand. So entschloss er sich, sich im Ohr eines seiner Ochsen zu verstecken. Das war nicht gerade bequem, denn es war wirklich nicht sehr groß, aber so konnte er wenigstens von den Soldaten nicht gesehen werden.

So verbrachte er die Nacht, ohne entdeckt zu werden. Am Morgen steckte er die Nase heraus, um die Bewegung des Feindes zu beobachten. Helas! ... das Heer stellte sich in Marschformation in Zehnerreihen auf, - zweifellos mit der Absicht, die Heide zu durchkämmen.

Da verließ Kornelius sein Versteck, und gerade als die drei Kohorten sich auf ihn stürzen wollten, breitete er die Arme aus, sprach eine Zauberformel auf Lateinisch und verwandelte die Soldaten in Steine, - ... in große Steine. In Bretonisch heißt „großer Stein“: Menhir.

Et voilà, so findet man auf der Heide bei Carnac unweit der Küste ein großes Feld mit tausenden von Menhiren. Sie stehen in Reih und Glied da wie ein Heer in Marschordnung. Die in Steine verzauberten römischen Soldaten stehen seit der Zeit des Kornelius auf der Heide und man kann sie auch heute noch da stehen sehen.

*

Natürlich wird es kaum einen der Leser dieser Zeilen wundern, dass sich auch die erfolgreiche Comic-Reihe über Asterix und Obelix irgendwann einmal Gedanken über das Hinkelstein-Feld von Carnac gemacht hat. Leider habe ich die entsprechenden Hefte der Reihe nicht zur Hand und kann zur Zeit nur auf das verweisen, was ich dazu im Internet gefunden habe:

Abt Albert Altenähr OSB
030901

Das 3. Bild dieses Beitrags zeigt Papst Kornelius flankiert von zwei Reliefs mit Ochsen und Großsteingräbern. Carnac, St. Corneille, 1639; Aufnahme: M. Pölling-Rupieper, Sept. 2003.

 

nach oben