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Papst Kornelius
Namenspatron des Klosters und Ortes Kornelimünster
Hochfest der Abtei Kornelimünster: 16. September

Silbergravur (15./16. Jh.) auf dem sog. Korneliushorn,
Propsteikirche Kornelimünster
Kornelius war Bischof Roms in den relativ
verfolgungsfreien Jahren 251 – 253. Sein kurzer Pontifikat war
gekennzeichnet durch den Streit mit dem Gegenbischof Novatian. Während
Novatian im Umgang mit jenen Christen, die in der Verfolgung des Kaisers
Decius (249 – 251) keinen oder nur geringen Bekennermut gezeigt
hatten, Strenge einforderte, vertrat Kornelius eine versöhnlichere
Linie. Gewählt vom römischen Klerus und 16 Bischöfen und unterstützt
durch den einflussreichen Bischof und Theologen Cyprian von Carthago und
den Bischof von Alexandria, Dionysius d.Gr., konnte sich Kornelius rasch
durchsetzen. Eine mehr örtlich auf Rom begrenzte kleinere
Christenverfolgung zwang Kornelius Ende 252 in die Verbannung nach
Cemtumcellae (Civitavecchia), wo er im darauf folgenden Jahr starb.
Aus
Briefen des Kornelius[1]
wissen wir.einige Zahlen für die Kirche Roms seiner Zeit. Sie hatte
danach 46 Priester, 7 Diakone, 7 Subdiakone, 42 Akolythen[2]
und 52 Ostiarier. Mehr als 1.500 Witwen und andere Menschen in Not waren
zu versorgen. Aufgrund dieser Angaben wird die Zahl der Christen in Rom
in der Mitte des 3. Jahrhunderts auf 50.000 geschätzt (Burnet). Um
diese Zeit dürfte Rom mit rund 1.000.000 Einwohnern seine höchste Bevölkerungszahl
im Altertum gehabt haben. Außer den Aurelianischen Mauern (272 – 279
errichtet), den Diokletians-Thermen (298 – 306), der
Maxentius-Basilika am Forum Romanum und dem Konstantinsbogen am
Colosseum (4. Jahrhundert) hat Kornelius das von uns Heutigen geschätzte
antike Rom im wesentlichen gekannt.
Im Gegensatz zu den Briefen und Texten Cyprians und
Novatians, die als geschulte Redner und als Philosoph ein Hoch-Latein
pflegten, sind die Briefe des Kornelius im Alltags-Latein geschrieben.
Das lässt vermuten, dass Kornelius vor seiner Wahl eher ein Pragmatiker
der Seelsorge gewesen war als ein gefragter theologischer Lehrer.
Kornelius wurde an einem 14. September – wohl gegen
Ende des 3. Jahrhunderts – in Rom in der Lucina-Gruft der
Callixtus-Katakombe an der Via Appia beigesetzt. Sein Grab (> Bild)
ist das einzige Papstgrab der Katakomben, das sich eindeutig einem
bestimmten Papst zuordnen lässt. In der Nähe der Lucina-Gruft ist die
bekanntere „Papstgruft“ der Callixtus-Katakombe. In ihr wurden alle
Päpste – außer Kornelius – zwischen 236 und 282 bestattet. In
dieser Papstgruft kann man die einzelnen Grablegen nicht präzise
bestimmten Päpsten zuordnen. Im Frühjahr 1852 konnte der Archäologe
Giovanni Battista De Rossi das Grab des Kornelius identifizieren[3].
In
einem Reliquientausch mit St. Corneille in Compiègne sollen im 9.
Jahrhundert unter Kaiser Karl dem Kahlen, dem Enkel Karls d.Gr.,
Reliquien des Papstes nach Kornelimünster gekommen sein. Reliquien –
besonders von Märtyrern der alten Kirche – galten im Mittelalter als
der höchste Schatz einer Kirche[4].
Die Feste der Heiligen, deren Reliquien man besaß, wurden groß
gefeiert und lockten viele Besucher an. Die Verehrung des Heiligen nahm
in Kornelimünster schnell zu und verdrängte im 11. Jahrhundert das
ursprüngliche Salvator-Patrozinium des Klosters zu seinen Gunsten. Aus
dem „Kloster des Erlösers“ wurde das „Kloster des Kornelius“ =
Kornelimünster.
Kornelius galt im Mittelalter aufgrund einer volkstümlichen
Namensdeutung (lateinisch „cornu“ = Horn) als Patron des Hornviehs
und genoss daher bei der bäuerlichen Bevölkerung große Verehrung. Darüber
hinaus galt er als besonderer Helfer bei der „Fallsucht“, also bei
epileptischen und anderen mit Krämpfen verbundenen Krankheitsbildern.
Dass Wallfahrten für ihre Zielorte ein wichtiger Wirtschaftsfaktor
waren und die Abtei und die lokale Wirtschaft die Wallfahrt auch darum
nach Kräften förderten, mag manchem Anlass zur schnellen Kritik sein,
übersieht aber die menschliche „Natur“. Zeugnis der hohen Verehrung
des Heiligen sind in der Kirche der alten Reichsabtei Kornelimünsster
u.a. ein Kopfreliquiar des Heiligen (um 1360; > Bild oben), eine
Korneliusstatue (um 1460) und ein Armreliquiar (18. Jahrhundert).
Das nebenstehende Pilgerabzeichen aus Kornelimünster (eine Replik) aus
dem 14./15. Jh. wurde in Dordrecht, Niederlande, gefunden.
Die Tradition der Kornelioktav um den Festtag des
Heiligen (16. September) wurde nach der Aufhebung der Reichsabtei (1802)
von der Pfarrgemeinde Kornelimünster weitergeführt und wird auch heute
hochgehalten. Der Konvent der 1906 nach Kornelimünster zurückgekehrten
Benediktiner lässt am Schlusstag der Oktav das Hochamt und die Vesper
in der Abteikirche ausfallen und nimmt an den Abschlussfeiern der Oktav
in der Pfarrgemeinde teil.

Kornelius in Kornelimünster:
Abteikirche; Fenster in der Propsteikirche; Statue in der
Propsteikirche; Dachkrönung der Korneliuskapelle; Außenportal der
Propsteikirche (im Text: Kopfreliquiar der Propsteikirche)

Schlussandacht der Kornelioktav 2009
Links:
Eine Korneliuslegende. Über den Ursprung der Hinkelsteine in der
Bretagne
Papst
Kornelius und die Apostel Petrus und Paulus. Ein Deckenrelief im
Petersdom in Rom
Das Grab des hl.
Kornelius in der Callixtus-Katakombe zu Rom
Eine umfangreiche Materialsammlung zu
Kornelius und seiner Verehrung ist in einer Website zum Familiennamen
Cornelissen zu finden. Dort gibt es auch eine gute Zusammenstellung zur Kornelimünsteraner
Tradition. Dieselbe Website bringt auch eine Zusammenfassung der
Schrift von Abt
Albert über die Wiederauffindung des Kornelius-Grabes in den
Callixtus-Katakomben in Rom
Eine sehr ausführliche Seite über viele
Aspekte der Kornelius-Tradition hat Wikipedia zusammengestellt..
Albert Altenähr OSB
020818
Eusebius von Caesarea (ca. 260 – 341 n.Chr), Hist. Eccl.,
VI, xliii.
Die Bestellung zu Akolythen und Ostiarierern war bis in die
Zeit des Vaticanums II die Eingangstufe in den Stand der Kleriker.
Albert Altenähr, Das Grab des hl. Cornelius in der
Callixtus-Katakombe zu Rom, Kornelimünster, 1991.
Mit Münstereifel (http://www.bad-muenstereifel.de/stadt/gesch.htm)
war Kornelimünster der einzige Ort im alten Erzbistum Köln, der
mit den Cornelius Reliquien römische Reliquien besaß. Diese
Verbindungslinie mit Rom förderte ihrerseits die Wallfahrt.
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