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Mariä Himmelfahrt, 15. August
Patronatsfest der Abteikirche

Patronatsfest
unserer zwischen 1951 und 1956 erbauten Abteikirche ist das Fest Mariä
Himmelfahrt. Das Patrozinium bettet sich ein in die frömmigkeitsgeschichtliche
Akzentuierung der Marienverehrung in der Mitte des vergangenen
Jahrhunderts. 1950 (1. November) hatte die katholische Kirche den aus
alten Verehrungen gewachsenen Glauben an die leibliche Aufnahme Mariens
in den Himmel in den Rang eines Dogmas erhoben. Die „Theologische
Realenzyklopädie“ deutet die theologische Aussage des Dogmas mit den
Worten: „Das von der Inkarnation her konturierte katholische
Marienbild wird abgerundet durch den Blick auf ihre Vollendung.
Biblische Ermutigung dazu geben solche Texte, die den inneren
Zusammenhang von Erwählung, Begnadung und Verherrlichung aussagen (Röm
8,30; Eph 1,3-6)“ (TRE, Bd. 22, S. 147).
Benediktinische Spiritualität an sich ist nicht
marianisch geprägt. Sie ist unmittelbar christologisch geprägt und
stark an das Wort der Heiligen Schrift gebunden. Natürlicherweise
nahmen und nehmen die Klöster des Ordens aber an zeit- und
regionalbedingten Frömmigkeitsentwicklungen teil. Als Wallfahrtsorte
haben sie darüber hinaus auch prägende Wirkung in der näheren und
weiten Umgebung (vgl. Ettal, Mariazell, Maria Einsiedeln, Montserrat
u.a.).
Zeugnis und sinnenfälliges Zeichen der Abteikirche
Kornelimünster als Marienkirche ist die Rosette im Chorabschluss des
Kirchenraums (Foto oben). Sie stellt Maria als „Sitz der Weisheit“ umgeben von
Engeln dar, d.h. die thronende Muttergottes hat auf ihrem Schoß den
Jesusknaben. Dieser hält in seiner Linken einen Reichsapfel als Zeichen
seiner Weltenherrschaft. Maria selbst trägt eine Krone und in ihrer
Rechten einen Zepterstab, - mit anderen Worten ist auch sie als Königin/Herrscherin
dargestellt.
Am
Beginn der Geschichte des Festes Mariä Himmelfahrt steht im 4.
Jahrhundert ein syrisches
Mariengedenken, das um die Mitte des 5. Jahrhunderts
dann auch für Jerusalem bezeugt ist. Im Osten ist das Fest bekannt als
Mariä Heimgang (= dormitio). In Jerusalem zieht etwa seit dem 7.
Jahrhundert die Kirche Hagia Sion die Festtradition des Heimgangs
Mariens an sich. Im Randbereich dieser alten Kirche steht heute die
Benediktinerabtei, die als „Dormition Abbey“ bekannt wurde. Sie
nennt sich seit einigen Jahren im Rückgriff auf die ursprüngliche
Kirche und in Verbindung mit der Marientradition „Hagia Maria Sion“.
In der Kryptamitte der dortigen Abteikirche erinnert ein
Kenotaph-Hochgrab an den Tod Mariens: Maria liegt aufgebahrt auf einem
Katafalk, der mit einem kostbaren Mosaikteppich bedeckt ist. Von der Gewölbedecke
blicken aus sechs Medaillons große Frauengestalten des Alten Testaments
auf die Gottesmutter herab. - Seit dem 8. Jahrhundert verbreitet sich
das Fest des Ostens auch im Westen.
Eng verbunden ist mit dem Fest Mariä Himmelfahrt das
Brauchtum der Kräutersegnung, die – regional
unterschiedlich ausgeprägt – auch heute noch lebendige Wirklichkeit
ist. In diesem Brauchtum verbinden sich legendenhafte Ausschmückungen
vom Wohlgeruch, der vom Leichnam Mariens bzw. ihres Grabes ausging, mit
der jahreszeitlichen Erfahrung der in voller Blüte und Reife stehenden
Natur.
Abt Albert Altenähr OSB
030803
Links:
(1.) ein Beitrag zu den Fenstern
von Ernst Jansen-Winkeln in der Abteikirche
(2.) zur Geschichte
des Festes Mariä Himmelfahrt
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