|
Predigt am Tag der
Freunde 5. August 2007
25-jähriges Abtsjubiläum
Nach 25 Jahren geht der Blick
zurück
und zugleich weit nach vorne.
Wir sehen vieles im Licht
und manches im Schatten.
Wir hoffen auf den Glanz der Abendsonne,
fürchten die kleinen Abschiede
und ihren großen Bruder Tod.
Wir ersehnen die Morgenröte
eines nicht endenden Tages
Wir sehen viel:
Erarbeitetes und Geschenktes,
Verzeihliches und
Unverzeihliches,
Ganzes und Gebrochenes.
Jeder hat seinen eigenen Blick auf diese
Jahre,
die Brüder, die
Gottesdienstbesucher,
die Nachbarn, die Gäste und ich selbst -
und keiner sieht das Ganze.
Nur einer sieht alles.
Unsichtbar allgegenwärtig
will er der cantus firmus sein,
die leise Melodie im Lebensgrund,
der Lichtstrahl, der um die
scharfe Kante lugt,
der Nestplatz im Dorngestrüpp.
Ihn sehen wir nicht.
Doch glauben können wir ihn.
Glauben können wir ihn
in uns selbst hinein
und in das Miteinander der
Brüder.
Das ist es:
Überall ist Gott gegenwärtig, so
glauben wir.
Das wollen wir ganz besonders
dann glauben,
wenn wir Gottesdienst feiern.
(RB 19,1f)
Also: jetzt!
Und nun, worauf soll ich harren,
o Herr?
Mein Hoffen, es gilt dir. (Ps
39,8)
Du bist das Jubiläum dieses Tages,
dieser Jahre, unseres
Lebens!
Danke!
Abt Albert
Altenähr OSB
zum 25. Abtsjubiläum / Tag der Freunde
25.7.2007 / 5.8.2007
070719 |