Subiaco

Das Kloster Santa Scolastica

Das Kloster Santa Scolastica gliedert sich um drei Kreuzgänge. Der Besucher kommt zunächst in den Renaissance-Kreuzgang (1580-1689), der mich buchstäblich immer „kalt“ lässt. An seinen Wänden sind in Schaukästen Kopien alter Dokumente und Fotos der Besuche der letzten Päpste seit Johannes XXIII. zu sehen.

Der gotische (Ende 12/Beginn 13. Jahrhundert) und der Kosmaten-Kreuzgang (ca. 1210-1250) sprechen mich mehr an. Vielleicht liegt es daran, dass sie auf mich „romantischer“ wirken, wozu bestimmt die alten Brunnen in ihrer Mitte beitragen. Der Kosmaten-Kreuzgang fällt insofern auf, als er nicht den von dieser Werkstatt gepflegten Mosaikschmuck an Säulen und auf dem Boden verwendet. Dafür sind die Marmor-Kapitelle der Säulen reich gearbeitet.

Subiaco S Scolastica Campanile hp.jpg (151098 Byte)   Subiaco S Scolastica Kosmaten Kreuzgang hp.jpg (295573 Byte)   Subiaco S Scolastica gotischer Kreuzgang hp.jpg (262784 Byte)

Der gotische Zugang zur Kirche „hat was“. Die Kirche selbst ist eine neoklassizistische Renovierung von 1769 und wirkt auf mich atmosphärisch ziemlich unterkühlt.

Subiaco S Scolastica Kirchentreppe hp.jpg (150319 Byte)

Beeindruckend sind die Buchkultur, der Bibliotheksbestand und das Archiv. Nach den Konfiszierungen durch den jungen italienischen Staat nach 1870 sind das Kloster und die Bibliothek staatseigenes Monumento Nazionale, aber eben doch in der konkreten Pflege der Mönche. Bei allem Enteignungseifer wusste man doch, dass die besten Custoden der Klöster und ihres Schatzes die alten Mönche sind. Sie lieben ihre Wurzeln und was aus ihnen gewachsen ist.

Subiaco S Scolastica Pergamentdokument hp.jpg (165037 Byte)   Subiaco S Scolastica Missale Codex hp.jpg (308989 Byte)   Subiaco S Scolastica Laktanz Wiegendruck hp.jpg (240784 Byte)
rechtes Bild: Laktanz, Divinae Institutiones, Wiegendruck 1465

In Subiaco ist 1465 durch die beiden Mainzer Kleriker A. Pannartz und C .Sweynheim das erste Buch in der neuen Kunst des Buchdrucks aufgelegt worden: das Werk „Divinae institutiones – Göttliche Unterweisungen“ des lateinischen Kirchenlehrers Laktanz (250-325).

Heute umfasst die Bibliothek mehr als 100000 Bücher, 3780 Pergamente, 15000 Papierdokumente (ab 1500 ca.), 440 Manuskripte und 213 Inkunabeln (von denen drei in Subiaco gedruckt wurden). Seit 1969 beherbergt die Bibliothek auch das Archiv der stadtrömischen Fürstenfamilie der Colonna.

3. Teil > Subiaco 3 Sacro Speco

P. Albert Altenähr OSB
080902

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