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Subiaco
Sacro
Speco / San Benedetto
Noch um einiges
beeindruckender ist das obere Kloster Sacro Speco. Hier ist es vor allem
die Kirche, die auf den unterschiedlichsten Ebenen an und in den
aufsteigenden Felsen „hineingeklebt“ ist. Der Website-Führer des
Klosters unterteilt seine Ausführungen in sieben Abschnitte und es sind
eigentlich alles eigene Ebenen oder Stockwerke. Sie lassen die Kirche
auch heute als „Höhle“ erfahren. Ganz unten schließlich ist der „Sacro
Speco“, die eigentliche Höhle, die als Eremitenheimat Benedikts verehrt
wird.

Die Einleitung
Gregorovius’ in seine Beschreibung des Kirchenbesuchs gibt auch heute –
nach 150 Jahren - noch treffend den Eindruck wieder, den der Besucher
aufnimmt. Der leicht fremde Duktus der Sprache des 19. Jahrhunderts kann
dabei den heutigen Besucher vielleicht besonders gut in seinem Staunen
über die Kirche, ihre Fresken und die Atmosphäre begleiten.
„Eine Beschreibung des
Klosters, welches durch seine Gemälde berühmt ist, zu geben, ist schwer.
Der kleinen Tempel und Kapellen sind viele von labyrinthischer Anlage,
weil diese sich dem Bau der Felsenhöhlen anbequemt. Sie sind teils in
und aus den Grotten selber erbaut, deren nacktes Gestein bisweilen
sichtbar wird, teils hat man sie an die Felsenwand angelehnt, und man
steigt daher von einer Kirche in die andere auf Stufen hinab und glaubt
sich in den wunderlichsten Bergkatakomben zu befinden, welche, mit
Farben überladen, von Altarkerzen funkeln. Es gibt aber der Gemälde
unzählige, denn man sieht keine Decke oder Wandfläche in diesen Krypten,
die nicht mit Fresken verziert wäre.“

Gregorovius fasst dann romantisch-idyllisch die Vita Benedikts zusammen,
die in zahlreichen Freskenbildern unterschiedlichster Meister und
verschiedenster Zeit wiedergegeben ist. Er schreibt abschließend, dass
die Vita „sehr wohl zu malerischer Behandlung [geeignet war]; und so hat
diese große Romanze des Mönchtums (sie wirkte wohl auf die Poesien vom
Gral und vom Titurel ein) hier in Subiaco ihre klassische Darstellung
gefunden. Ganz Latium hat nichts aufzuweisen, was jenen Gemälden
gleichkäme, außer in gewissem Betracht die Malerei in der Krypte des
Doms zu Anagni. Für die Geschichte der Kunst ist ihr Studium von Nutzen,
weil diese Fresken verschiedenen Stilen angehören: dem strengen
Byzantinismus, der Zeit Cimabues und Giottos und dem 15. wie dem
16. Jahrhundert. Ich werde nur Einzelnes und Bedeutenderes herausheben.“
Ich werde mich der
letzten Bemerkung insofern anschließen, dass ich mich auf die Wiedergabe
von Fotos beschränke
.


Bilder aus der Vita Benedikts: 1+2 das zerbrochene
Sieb der Amme; 3 Einkleidung des jungen Benedikt durch den Mönch
Romanus; 4 Benedikt in der Höhle des Sacro Speco; 5 die im See verlorene
Sichel des Goten; 6+7 das vergiftete Brot; 8 Benedikt und Maurus retten
den ertrinkenden Placidus
P. Albert Altenähr OSB
080902
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